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Donnerstag, 1. Mai 2014

Klo-Freitag?

Eine längere Zeit gab es rund um das Kommunale Hundeklo, dass Kraft des eigens dafür gedichteten Schildes keines ist, wenig zu berichten. Das Schild schilderte, die Köter kackten unbeeindruckt und ein wenig Unkraut krautete.
Nun hat es einen Volltreffer gegeben. Ein LKW war es wohl nicht, dessen unbedarfter, besoffener oder einfach nur dämlicher Lenker die Blechtafel abkantete. Den Spuren nach dürfte das Fahrzeug des Täters der Klasse "Personenkraftwagen" zuzuordnen sein, sonst hätte der Unfall auch die höher hängenden Schilder in Mitleidenschaft gezogen.
Kein Klo kaputt
Ob irgendein Zusammenhang mit dem innerhalb der letzten Woche gleich zweimal festzustellenden Großaufgebot an lautstark tiefergelegten und hypothetisch potenzverstärkenden Schmachdichplatt-Automobilen im Stadtgebiet und rund um den ICE Bahnhof besteht, ist nicht klar.
Car-Freitag - Clo-Freitag?
Klar ist nur eins. Der Täter machte sich ganz offensichtlich die Haltung zu eigen, die den täglichen Polizeiberichten nach in Limburg zum "guten Ton" gehört. Ganz gleich, was man mit seinem Auto angefahren hat, es folgt in 99% der Fälle die Operation Nixwieweg. Das häufigste und unaufgeklärteste Delikt Limburgs ist das unerlaubte Entfernen vom Unfallort - und genau dieses ist durch statistische Taschenspielertricks gezielt aus jeder Kriminalstatistik entfernt worden. Sicherheitshalber wird es auch nicht unter die Verkehrsdelikte gezählt, so dass es einfach nicht auftaucht, obwohl diese Straftat jährlich im vierstelligen Bereich in Limburg verübt wird.
Das würde die selbstbeweihräuchernde Gesamtaufklärungsquote aber massiv herabsetzen - also kommt die Unfallflucht in den polizeilichen Fallzahlen einfach nicht vor.
Passiert ist es aber trotzdem, wieder einmal, wie bis zu zehnmal täglich.
Irgend ein Penner hat das Schild platt gefahren. Und er hat sich aus dem Staub gemacht. Wie immer.
Armes Hundeklo.

Donnerstag, 24. April 2014

Plant Limburg Hessenpark 2.0?



Wenn in Limburg Menschen mit Blöcken und wichtigen Gesichtern herumlaufen und sich an allen möglichen Ecken Notizen machen, verheißt das in der Regel nichts Gutes. Dann schickt nämlich die Verwaltung ihre Agenten auf die Straße um „Daten zu erheben“, auf deren Basis dann irgendetwas verordnet, verkündet, vergebührt werden wird. Ob es irgendwas mit dem zu tun hat, was die Notizenschreiber eruiert haben, ist sowieso nicht nachprüfbar.
Was es aber mit schönster Regelmäßigkeit ist: Zum Nachteil der Bürger.
Als vor einiger Zeit „Begehungen“ in der Limburger Altstadt stattfanden, ahnten die ansässigen Geschäftsleute bereits, dass da in nicht allzu ferner Zukunft irgendwas auf sie zukommen würde.
Nun ist es da, pünktlich zu Saisonbeginn der Gastronomie. Das heißt, nicht pünktlich, denn wir sind ja in Limburg und dort sind der Verwaltung oft genug Entscheidungen und Bescheide nur unter Androhung unmittelbaren Zwangs zu entlocken.
Drehleiteranfahrtsweg frei
Die Sonne kam, die Gastronomen, die allesamt ihre Freiflächen zum großen Teil überpünktlich beantragt hatten, platzierten ihre Tische und Stühle dort, wo sie das immer getan hatten.
Dürfen sie aber gar nicht, mussten fast alle einige Wochen später erfahren, als viel zu spät die schriftlichen Bescheide eintrudelten. Denn dem überwiegenden Teil der Gastronomen der Limburger Altstadt wurden ihre Stellflächen unter freiem Himmel ohne jede Begründung oder Erklärung zum Teil auf 1/3 (in Worten: EIN DRITTEL) der vormaligen Stellfläche reduziert.
Seitdem fragt sich ein Großteil der Limburger Altstadtgastronomie, was sie denn den hohen und niederen Herren im Rathaus getan hat. Die Gastwirte zahlen eine nicht unerhebliche Pacht für die Flächen, zahlen ihre Steuern (die meisten jedenfalls, dem Vernehmen nach) und verköstigen die Touristen, von denen nach dem Willen der Herrscher an der Lahn gar nicht genug nach Limburg kommen können. Sie boten den Kurzzeitbesuchern auch Platz zum Verweilen. Doch von dem gibt es jetzt nur noch die Hälfte, wenn überhaupt. Die Limburger Altstadt wird gastronomisch zur Stehtheke.
Einen großen Teil ihrer Umsätze erzielen die Wirte mit dem Außenbereich in der schönen Jahreszeit. Dass einige durch diese Beschneidung in existenzielle Probleme kommen werden, ist abzusehen. Und es interessiert bei der Stadtverwaltung Limburg niemanden auch nur ansatzweise.
Nachfragen nach Gründen brachte für viele nur ein kafkaeskes Spießrutenlaufen. Zuständig ist keiner oder der Kollege oder der Kollege Niemand, der gerade Urlaub/Krank/Besprechung/Dienstreise hat. Und sich meldet, wenn man seinen Namen hinterlässt.
Jaja.
Einem hartnäckigen Frager ist es dann doch gelungen, eine Art von Auskunft zu erhalten. Brandschutz heißt das Zauberwort.
Es müsse jederzeit gewährleistet sein, dass eine drei Meter breite Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge bleibt. Und außerdem solle man froh sein, überhaupt etwas zu bekommen. Man könne nämlich auch einfach jede Genehmigung versagen.
Selbstredend ist Brandschutz in einer eng bebauten, historischen Altstadt ein Thema. Nur als Begründung für die Flächenreduzierung hinkt er auf allen verfügbaren Beinen. Gastronomische Bestuhlung ist mobil. Und im Brandfall zur Seite geräumt, noch bevor die Feuerwehr überhaupt in der Nähe ist. Dazu kommt, dass die Bestuhlung nie unbeaufsichtigt herumsteht. Das heißt, wer immer sich dort aufhält, wird in jedem Fall rechtzeitig einen Brand bemerken, der einen Feuerwehreinsatz erfordert.
Zukunft der Altstadt
Der Wagemutige, der sich nicht zähneknirschend und hasenfüßig in bester (schlechtester) Limburger Manier mit den Willkürakten abfinden wollte, stellte dann eine Frage, die das verwaltungstechnische Gegenüber ins Stottern brachte. Was denn mit Großveranstaltungen in der Altstadt sei? Wie es denn da mit dem Brandschutz aussähe, wollte der Betreffende und Betroffene wissen. Wenn Tausenden von Menschen, Biergondeln, Zelte, Buden und Bühnen das Durchkommen in allen Gassen schon für Fußgänger unmöglich machten? Wie sieht es denn mit dem Flohmarkt aus, wenn Tausende von Tonnen Altware auf Tapeziertischen und heftigeren Bauwerken lagern. Socken-, Mantel-, Weißdergeiermärkte. Lichterfeste mit offenem Feuer, Nackte in Schaufenstern, Nachteinkauf mit auf die Straße geräumter Ware?
Im Rahmen des Grundsatzes „gleiches Recht für alle“ wären unter Brandschutzgesichtspunkten derlei Veranstaltungen nicht mehr genehmigungsfähig.
Jaja, das wäre dann das Nächste, durfte der Frager hören. Und mehr noch. Der Mensch aus dem Bauch des Wals (Rathaus), verstieg sich zu einer Indiskretion. Es sei auch geplant, auf den Einzelhandel nicht zu- sondern loszugehen. Stehende und hängende Schilder sollten verschwinden, genauso wie gestaltete Schaufenster die nicht „zur Farbe passten“.
Mittelfristig sei es das Ziel, so musste der erstaunte Frager vernehmen, den Einzelhandel und das Gewerbe völlig aus der Altstadt zu vertreiben!
Es hat also irgendwo in irgendeinem Hinterzimmer wieder einmal irgendwer einfach so beschlossen, wie er persönlich sich die Stadt für das Wohl seiner ganz besonderen Freunde vorstellt. Mit Betroffenen hat selbstredend noch nie einer ein Wort gewechselt. Wohin die Reise gehen soll, kann man sich schon denken. Da gibt es hinter dem Bahnhof nämlich einen Konsumpalast, in den man so ungefähr alle Geschäfte notfalls mit nackter Gewalt treiben will und bei dessen exzessiver Flächenvergrößerung erheblicher Leerstand zu befürchten ist. Ist dort vielleicht auch schon heimlich ein Gastroparadies geplant, dem die Altstadtcafés und –lokale im Wege wären?
Links im Bild: Böse Dinge
Die Limburger Altstadt besteht aus Wohn- und Geschäftshäusern und Gastronomie. Seit Jahrhunderten. Die Häuser sind genau zu diesem Zweck gebaut. Zum Teil sind sie seit vielen Generationen in Familienbesitz und Handwerk und Gewerbe werden dort genauso lange bereits betrieben.
Der Mensch in leitender Position im Rathaus, der sich verplappert hat, ging noch weiter. Er gab zu, dass der Brandschutz der einzige rechtliche Hebel sei, den man gefunden habe, um das eigentliche Ziel zu erreichen. Beseitigung des Handels und der Gastronomie aus der Altstadt.
Was stattdessen dort stattfinden soll, die Auskunft blieb er schuldig. Da bleibt eigentlich nur eine Lösung. Die Limburger Altstadt wird Freilichtmuseum. Vielleicht sollen die Gewerbeteile der Häuser auf mittelalterliches Niveau zurückgebaut werden. Selbstredend zu Lasten der Eigentümer. Die Besitzer werden dann mit einer Verordnung gezwungen, dort kostümiert den rudelnden Touristen 17. Jahrhundert vorzuspielen. Ein Zaun oder auch der Wiederaufbau der Stadtmauer wäre der nächste Schritt und: Eintritt. Anwohner dürfen sich mit Leinenbändchen an der Hand kennzeichnen. Abzuholen in einem in Dauerräumungsverkauf wegen Umzugs befindlichen Teppichgeschäft. Der Einlass könnte als „freiwilliger Unkostenbeitrag“ von der lokalen Krämervereinigung kassiert und für eigene Zwecke vereinnahmt werden (besagte Vereinigung hat sich übrigens zu dem Thema zu keinerlei Äußerung herabgelassen; läuft sie doch Gefahr bei Gleichbehandlung ihren großen Selbstbedienungsladen Altstadtfest zu verlieren…).
Ist das die Zukunft, die man sich für die Limburger Altstadt vorstellen muss?
Hessenpark 2.0?
Der historischen Altstadt droht wieder einmal akute Gefahr aus dem Rathaus und den Mauschelzimmern. Und wie immer wird über Bürger, Geschäftsleute und Hausbesitzer nur gesprochen.
Nicht mit ihnen.
Niemand weiß wirklich, was hier wieder von wem geplant wird.
Und wie üblich werden die Betroffenen nicht gefragt.


Donnerstag, 18. Juli 2013

Neues vom kommunalen Hundeklo!

Es war Donnerstag, kurz nach der Mittagspause und am Roßmarkt ereignete sich Bemerkenswertes. Ein LKW der Stadt Limburg fuhr vor und ein Kommunalwerker entstieg dem Mobil, dessen Ladefläche mit allerlei Werkzeug und Baumaterial gefüllt war. 
Kommunalarbeiter aktiv
Der Mann in der grünen Latzhose machte sich ohne Verzögerung daran, mit einer Hacke rund um das Verkehrsinselchen, das den Beginn der Fußgängerzone markiert und den Fuß des entsprechenden Schildes umschließt, das Unkraut zu beseitigen. Dann stürzte er sich auf die Reste der vertrockneten, wild ausgesähten Gewächse auf der Fläche, die an dieser Stelle vor geraumer Zeit noch als das einzige kommunale Hundeklo Limburgs vorgestellt wurde, und harkte auch diese aus den Erdfragmenten.
Sollte der ältere Blogeintrag an dieser Stelle etwa wider Erwarten irgendwelche Folgen haben? War am Ende gar die Begrünung dieser hässlichen Kahlfläche geplant?
Frisch gefüllt
Die Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Die beiden großen, gut gefüllten Wannen mit feinem Splitt drohten nicht umsonst auf dem Pickup. Der Kommunalarbeiter kippte den feinen Kies auf die Fläche, verteilte ihn kunstfertig und verdichtete die Ränder mit einem Vorschlaghammer. Nein, er prügelte die Steinchen nicht fest, sondern stampfte sie mit dem Hammerkopf entlang der Umrandung.
Nach der sorgfältigen Beseitigung aller Spuren nebst Fegen und Dreck Aufladen, fuhr der Mann dann der nächsten Baustelle entgegen. 
Die Aktion hatte keine Viertelstunde in Anspruch genommen und strafte diejenigen Lügen, die Kommunalarbeitern pauschal einen Mangel an Geschick und die Tendenz unterstellen, das Verhältnis Arbeit zu Pause sei etwa 1:5 im Bauhof und unterwegs noch verdächtiger. Das muss an dieser Stelle einmal lobend hervorgehoben werden. Der Mann war zielstrebig, der Mann war schnell, der Mann wusste ganz genau, was er tat und der Mann stützte sich trotz über 30°C Außentemperatur nicht ein einziges Mal zur Erholung auf seine Schaufel!
15 Jahre, nachdem die besagte Insel gegen die Verkehrsfluten entstanden war, wurde sie nun also zum ersten Mal von Seiten der Stadt wieder bearbeitet. 
Und wie. 
Das kommunale Hundeklo hat neues Streu bekommen. 
Vierbeiner aller Länder, es darf wieder geschissen werden!
Aber vielleicht tue ich städtischen Findigkeit und Planung wieder einmal Unrecht. Die Möglichkeit, auf den feinen Split Blumenkübel zu platzieren, besteht nach wie vor.
Vielleicht kommt da ja noch etwas.
Wir bleiben am Ball und berichten.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Drei Monate Dom-Zoo



Genau ein Vierteljahr ist dieses Blog nun auf der Linie. Also online. Ich habe inzwischen erfahren, dass es geschlechtslos, also ein Neutrum sein soll und da ich mich ja so gerne über die Orthographie [jaja, nach neuer Rechtschreibung mit „f“, aber da bin ich stur…] anderer amüsiere, sollte ich mich selbst um korrekte Schreibung bemühen.
Also dieses mein Blog feiert heute ein kleines Jubiläum und es ist vielleicht Zeit ein wenig Bilanz zu ziehen.
Auch wenn die Blog-Flut und die Gesichtsbuch- und Zwitscherorgien etwas anderes vermuten lassen, ist Schreiben für den, der es ernsthaft betreibt, nicht Selbstzweck. Sondern das Ziel der Übung ist es, gelesen zu werden. 
Was das betrifft, betrachte ich den Dom-Zoo als nicht völlig erfolglos.
Pünktlich zum Jubiläum hat die Zahl der Besucher auf der Seite die 10.000 überschritten – und das schließt die wochenlange Anlaufphase ein, in der ich außer dem Startgruß noch nichts geschrieben hatte. Inzwischen liege ich täglich im guten, dreistelligen Bereich. Sobald etwas Neues drin steht, verdoppelt sich die Zahl der Zugriffe.
Ganz unbekannt ist der Dom-Zoo also nicht mehr. Ganz sicher hat dazu die Berichterstattung über den Altstadtfestskandal (und die inzwischen nicht weniger skandalöse Nicht-Aufarbeitung durch Staats- und Stadtgewalt) dazu beigetragen. Innerhalb von 24 Stunden hatte ich am ersten Tag, an dem die ganze Altstadt in Geiselhaft genommen und eingesperrt wurde, mehr als 6000 Zugriffe. Für die Verbreitung sorgte als Erster Volker Thies mit seiner www.vtaktuell.de Seite und dem Link auf Facebook. Vielen Dank nochmal auf diesem Weg. 
In Sachen Altstadtfest ist das Ende der Berichterstattung übrigens noch lange nicht in Sicht.
Denn das ist eins der (von mir) erklärten Ziele dieses Blogs: Dinge, Vorkommnisse, Entscheidungen und Querelen, die legitimierte und selbsternannte Machthaber in dieser Stadt nur zu gerne unter den Teppich kehren würden, an die Öffentlichkeit zu bringen. Daran wird sich in der Zukunft ganz sicher nichts ändern.
Die Limburger Altstadt hat viele Plätze und viele Lokale und viele Lokale mit Plätzen davor, auf denen Stühle stehen, auf denen (ganz wichtige) Menschen sitzen, die gerne reden, miteinander und noch viel gerner übereinander, bevorzugt über andere, die gerade nicht anwesend sind.
Also wird auch über dieses Blog debattiert und über mich, was mir nicht entgangen ist. Wenn Menschen zusammentreffen, die mit zu viel Zeit, Mitteilungsdrang sowie dem Bedürfnis gesegnte oder geschlagen sind, über alle(s) und jeden wenn schon nicht Bescheid zu wissen so doch wenigstens eine Meinung zu haben, ist zwangsläufig das, was abgesondert wird, nicht automatisch intelligent oder wahr oder gar beides. Ich werde mir jetzt nicht die Mühe machen, jeden Blödsinn, der erzählt wird, zu kommentieren oder dementieren. Bei den ständigen Stadtführungen, die an meinen Häusern Station machen, höre ich von meinem Büro aus täglich genug Schwachsinn, der mit voller Namensnennung vor Tagestouristen über mich verbreitet wird.
Nur eins möchte ich an dieser Stelle einmal betonen.
Ich bin keineswegs gegen ALLES.
Ich bin sogar für ziemlich viel. 
Zum Beispiel für ein friedliches, gewaltfreies Miteinander, bei dem sich jeder an die Regeln hält, die gerade ein solches „Gemeinsam“ überhaupt möglich machen. Ich bin für gewählte Politiker, der sich nicht als Herrscher über das dumme Volk fühlen, das sie ins Amt gehoben hat. Ich bin für Menschen, die ihre öffentliche Position nichts als Durchlauferhitzer für teure Wohltaten ausschließlich für Organisationen und Gruppen verstehen, denen sie hörig sind. Ich bin für Menschen, bei denen zwischen dem, was sie sagen und dem, was sie tun kein großer Unterschied zu erkennen ist. Ich bin für Menschen, die ihre Probleme selbst lösen und sie nicht anderen kurzerhand vor die Tür kübeln und sie damit zu deren machen und diese auch noch attackieren, wenn sie sich das verbitten. Ich bin für eine lokale Gemeinschaft, bei der das Ziel ist, dass so viele Menschen wie möglich so gut wie möglich leben und mit einander auskommen können.
Das sind sicher idealistische und naive Vorstellungen. Doch man kommt nicht in die Nähe eines Ideals, wenn man schweigt, sobald man mit Egoismus, Ignoranz, Dummheit, Korruption und der Arroganz der kleinen Macht konfrontiert wird.
Dann sollte man sich zu Wort melden, meine ich, so man die Möglichkeit dazu hat.
Hab ich.
Werde ich.
Weiterhin.
Versprochen.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Limburg - Die Stadt am Park?



Die Niagara-Fälle in Nordamerika sind eine Touristenattraktion. Nur hatten diese für die US-Amerikaner lange Zeit einen gravierenden Nachteil.Von God’s own Countrys Staatsgebiet aus konnte man nur die Hufeisen-Fälle sehen. Um die US-amerikanischen zu erblicken, musste man in dieses seltsame Land jenseits der Grenze reisen: Kanada. Das ging einfach nicht, aber der Amerikaner an sich ist ja bekanntlich mit Beton schnell zur Hand. Also wurde eine gigantische Aussichtsplattform in den See gebaut, mit einem einzigen Zweck: Betrachtung der patriotischen Fälle vom eigenen Territorium aus.
Was das mit Limburg zu tun hat?
Viel. Zu viel eigentlich. Denn geht es nach dem Willen des Bürgermeisters, wird auch Limburg eine Aussichtsplattform bekommen, mitten auf der Lahn, von beachtlicher Größe. Das Einzige was fehlt, sind die Limburger Wasserfälle; da gäbe es höchstens das Wehr und das hört man von der betreffenden Stelle aus nur. Es gibt nichts Interessantes, das man vom avisierten Pontonliegeplatz aus betrachten kann. Verwegene könnten den Nacken verrenken und nach oben starren, vielleicht sehen sie den Dom. Den zu betrachten gibt es aber mehr als genug Perspektiven, die weniger mühsam zu finden sind. Die Enten zu füttern ist verboten, also zu welchem geheimnisvollen Zweck soll nun die besagte Plattform mit der Grundfläche einer Dreizimmerwohnung dienen?
Designierter Pontonhafen
Das fragten diverse Stadtverordnete den nominellen Regenten in der Sitzung des Umweltausschusses (er hat noch mehr Namen, sei aber aus Platzgründen hier einmal darauf reduziert), als dieser „Pläne“ für den „Stadtpark“ vorstellte. Bockig-trotzig und argumentationsresistent, wie man es in der letzten Zeit oft genug erlebt hat, wurden alle Bedenken beiseite gewischt und verkündet, die Plattform werde nunmehr ausgeschrieben. Immerhin hätte die Stadtverordnetenversammlung diese beschlossen. Und das könne man jetzt nicht einfach umwerfen.
Nein. An diesem Abend hat niemand „Kehrsatzung“ gerufen.
Man hatte also beschlossen.
Vor zehn Jahren.
So lange brauchte es, bis nach der Willenserklärung der gewählten Vertreter, „etwas für das Grün an der Lahn zu tun“, endlich eine Art Planung das Rathaus verließ. Zwischenzeitlich gab es eine Alibiveranstaltung, in der die Bürger ihre Wünsche und Bedenken äußern durften (Tenor: So lassen, wie es ist, ein wenig aufräumen, ein paar nette Pflanzen, fertig), die dann geflissentlich und vollständig ignoriert wurden, dann geschah lange, lange, lange gar nichts. Bis nun also der Ausschuss tagte und die „Planungen“ offengelegt wurden.
Die Planungen für den Stadtpark.
Gärtnerisch zu gestalten
Fragt man den Bürger Limburgs, wo denn der Stadtpark sei, wird er in der Regel mit einem überraschten Stirnrunzeln reagieren. „Haben wir so was?“ Nein. Haben wir nicht. Zumindest nicht, wenn man die Definition des kostenlosen Alleswisser-Lexikons des Internets heranzieht. Wikipedia meint zum Thema:
Park (von mlat. parricus „Gehege“; mehrzahl Parks in Deutschland und Österreich, Pärke in der Schweiz) bezeichnet nach den Regeln der Gartenkunst gestaltete größere Grünflächen, die der Verschönerung und der Erholung dienen.
Vollständige Erneuerung erforderlich
Von Gartenkunst ist an der Lahn nichts zu sehen. Aus einem ganz einfachen Grund. Es gibt dort nichts, was man gestalten könnte. Der Stadtpark Limburg besteht aus einem schmalen Streifen Land, der sich am Ufer der Lahn erstreckt und der für irgendwelche gartenbaulichen Aktivitäten nicht mehr geeignet ist, als ein etwas überdimensionierter Blumenkübel. Ein Pflanzkasten, der an der Nordseite des Hauses hängt. Der „Stadtpark“ ist nicht mehr, als der Grünstreifen einer velocipedalen Rennstrecke. Der Lahnuferweg gehört zu einem exzessiv befahrenen und bewanderten Wegenetz, auf dem im Sommer permanent ein Kampf der Kulturen stattfindet. Hier tobt das Leben und in teils hitzigen Gefechten ziehen Stockstelzen („Nordic Walking) gegen bunte Extrembiker gegen dauerklingelnde, hollandradbewaffnete Ausflugsrentnerinnenschwärme gegen Hundanderauszugsleineführern gegen Kinderwagenkonvois im Querformat gegen Hieristjarichtigwaslosüberraschungsgäste zu Felde. So viel zum Thema Erholung…
Radler: Hier lang
Vor 10 (in Worten: zehn) Jahren also beschloss das Parlament, etwas für die Grünanlagen zu tun, nun liegt das Ergebnis vor und es ist nach bester Limburger Art. Wenn uns überhaupt nichts mehr einfällt, dann lasst uns eine Straße bauen. Fast die Hälfte der avisierten halben Million soll für die Erneuerung eines Weges ausgegeben werden, der völlig intakt ist und über den sich niemand beschwert hat. Da sind sie wieder, die Tiefbauer an den Schlüsselstellen unserer Politik und Verwaltung. Sie lieben den Geruch von frischem Asphalt am Morgen. Auf der Fahrt zur Arbeit nehmen sie Umwege in Kauf, um die nächstgelegene Straßenbaustelle zu finden und an einer Teermaschine in Betrieb zu schnüffeln.
Fußgänger: Da. Oder dort.
Ein Außenstehender kann sich nur verwundert die Augen reiben oder sich in einem Sketch des genauso genialen wie verstorbenen Loriot wähnen. In Limburg wird nicht nur beschlossen, Geld für einen Stadtpark auszugeben, der überhaupt nicht existiert. Man geht hier noch viel weiter. In Vorwegnahme des Ergebnisses einer beauftragten und noch gar nicht vorliegenden oder gar veröffentlichten Machbarkeitsstudie verkündete der Bürgermeister, man könne die Maßnahmen ja im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2022 durchführen, für die man sich bis Ende 2014 bewerben will.
Noch mal langsam zum Mitdenken. Eine Stadt, die über keinerlei nennenswerte Grünflächen verfügt, die in irgend einer Form gartenbaulich zu gestalten wären UND so abgetrennt und umzäunt werden können, dass man dort Eintritt erheben kann, soll sich auf ein gartenbauliches Großereignis bewerben? Und dafür in fast 10 Jahren Gelder ausgeben, die bereits vor 10 Jahren beschlossen wurden? DAS nennt man Langzeitplanung.
Ganz gleich, was das Gefälligkeitsgutachten bezüglich der Machbarkeit einer Landesgartenschau sagen wird, im Augenblick wäre eine Bewerbung vollkommen sinnfrei und aussichtslos. Dazu braucht es keine Expertise. Das kann jeder, der schon einmal ein Beet in seinem Garten angelegt hat, problemlos konstatieren. Gegebenenfalls und sicher sehr gerne schriftlich für 50.000,-- €. Die für das Gutachten mal schnell zur Verfügung standen.
Gleichwohl gäbe es eine Möglichkeit, eine solche Bewerbung trotzdem erfolgreich zu gestalten, durch ein weltweit einzigartiges und Aufsehen erregendes Projekt. Dazu bedürfte es jedoch eines mutigen und visionären politischen Handelns, Verhandlungsgeschicks und bräuchte den Willen und die Fähigkeit Neuland zu betreten.
Zu diesem Thema mehr zu einem späteren Zeitpunkt…

Donnerstag, 13. Juni 2013

Limburger halten ihre Stadt besenrein. Ganz plötzlich.

Vor einem knappen halben Jahr konstatierte der Bürgermeister noch den Bürgern der Altstadt, sie würden es mit der Reinlichkeit nicht so arg genau nehmen. Aus diesem Grund sei es unbedingt erforderlich, bis zu sechsmal die Woche schweres Gerät aufzufahren um den Dreck, den die Hausbesitzter und -bewohner hinterließen, zu beseitigen. Das hatten Erhebungen und eingehende Untersuchungen durch hochgradig kompetente Bedienstete der Stadt ergeben. Die Bürger machten nur Dreck, aber keinen weg. Und dafür sollten sie zahlen. Sehr, sehr viel zahlen. Der Sturm der Entrüstung der so Diffamierten war für die Stadtherrscher völlig überraschend nicht nur einer im Wasserglas, wie man es eigentlich in Limburg kannte und erwartete, sondern schlug Wellen weit über die Ortsgrenzen hinaus. Die mehr als berechtigte Empörung brachte die Domstadt einmal aus anderen Gründen als wegen klerikaler Ausfälle und Affären auf die Landkarte und dem gewählten Stadtoberhaupt einen Fernsehauftritt ein.
Das Resultat war, dass die "Kehrsatzung" von denselben Leuten, die sie beschlossen hatten, außer Kraft gesetzt wurde.
Es wurde eine Kommission eingesetzt. Die zu einem nicht unerheblichen Teil aus denen bestand, die für das vormalige Debakel verantwortlich waren und sich nun auf dieselben Quellen stützen, die damals den Schweinestallstatus der Stadt behaupteten.
Das tun sie nun nicht mehr. Es liegt ein erstes Ergebnis vor und es kann den Bewohnern zur Beruhigung dienen. Nunmehr konstatiert man gnädigerweise, dass sich der gemeine Altstadtbürger aus den Niederungen eines säuischen Daseins offenbar wundersamerweise in den eines Humanoiden erhoben hat. Die Stadt erstickt nicht im Dreck. Willfährige Interpreten dieser Erkenntnisse werden nun sicher argumentieren, es sei ausschließlich dem Druck durch die Stadt zuverdanken, dass dieser erfreuliche Zustand nun eingetreten ist.
Ist es aber nicht. Die Bürger tun nur das, was sie schon immer getan haben, was man ihnen aber kurzerhand abgesprochen hatte, um ein Alibi für eine weitere, kommunale Abzocke zu finden: sie fegen. Regelmäßig.
Alles sauber? (c) w. r. wagner/pixelio
Nun steht also fest, dass sehr, sehr viel weniger als noch im Dezember behauptet, der Einsatz der kommunalen Dreckspurzieher und Müllerverteiler-Maschinen erforderlich ist.
Das sollte zur Beruhigung dienen.
Theoretisch.
Wären da nicht sofort wieder die Drohungen mit Satzungen und Paragraphen. Und Rechnungen. Wie das bezahlt werden soll, steht nämlich noch in der Sternen und muss berechnet werden. Mit einiger Sicherheit wieder von denselben Menschen, die bei der Festlegung der gekippten Gebühren zwischen Monaten und Jahren nicht unterscheiden konnten. Oder wollten. Oder durften. Und die mit kreativer Buchführung aus realen 3 Metern Straßenfront auch mal schnell 30 errechneten.
Zahlen gibt es also noch nicht zu vermelden. Doch wie immer sie aussehen, Vorsicht und Skepsis werden sicher angebracht sein.
Konkretes wurde generell nur in kleinen Dosierungen bislang verkündet. Aber zwischen Schlangensatzverlautbarungen, deren Sinngehalt ein literaturwissenschaftliches Studium angebracht erscheinen lässt, versteckte sich die obligatorische Bombe.Wie immer. Wir sind ja in Limburg.
Ausgenommen von Zahlungen sind neben städtischen solche Grundstücke, die überwiegend öffentlichen Zwecken dienen. Soll heißen, deren Eigentümer bekommen die Straße umsonst gefegt. Da könnte nun der gemeine Limburger rätseln, wer denn festlegt, was ein öffentlicher Zweck ist. Besteht die Möglichkeit, dass die Stadt LM in vorauseilendem Gehorsam wiedermal genau diesen Status dem lokalen Großgrundbesitzer in der Altstadt einschließlich Domberg zuschreibt?
Bedeutet das am Ende des Tages, dass jeder Bürger, jeder Wirt, jedes Unternehmen für die Straßenreinigung bezahlt? Das Bischöfliche Ordinariat aber nicht?

Mittwoch, 12. Juni 2013

Ein Schloss für die Kirche



Es sollte eine Informationsveranstaltung zur Sanierung des Limburger Schlosses werden, was gestern im Sitzungssaal des Rathauses stattfand, organisiert für die Bürger der Stadt, bei der die Verantwortlichen berichten sollten. Doch bereits die Bezeichnung „Sanierung“ erwies sich als Etikettenschwindel. Der Begriff benennt gemeinhin die Instandsetzung, Reparatur oder auch Modernisierung, in diesem Fall eines Bauwerks. Also die Arbeiten, die erforderlich sind, damit es nicht hineinregnet, die Heizung funktioniert, Wasserhähne nicht tropfen und Sicherungen drin bleiben. Mehr nicht.
Was gestern jedoch mit quietschbunten, auf eine Leinwand projizierten Grundrissen präsentiert wurde, war kein Sanierungsplan, sondern ein geradezu gigantomanisches Umbau-Vorhaben. 
Dieses teilt sich in drei Abschnitte, nämlich „zuerst“, „denkbar“ und „eventuell“.
Schlossbezahler
Zunächst werden alle Räume umgebaut bzw. errichtet, die nach der Planung „für die Chöre“ gedacht sind. Diese Gestaltung umfasst kleine und große Proberäume für Domchor, Domsingknaben, auswärtige Chöre, Stimmbildung, Aufenthaltsräume, Sanitärräume, Sozialräume, Einzelateliers und jede Menge Erschließungsarbeiten wie Treppen- und Zugangsneubauten. Dazu kommt, dass für die Nutzungen, die „den Chören“ weichen müssen, ebenfalls Umbauten vorgenommen werden müssen, die jedoch in direktem, ursächlichen Zusammenhang mit dem Bedarf „der Chöre“ stehen.
Erst danach ist es "denkbar", im Renaissance-Bau die Bereiche, die nicht von den Chören okkupiert wurden, als vermietbare Festräume herzurichten, mit erheblichen Beschränkungen wie dem völligen Mangel an einer Küche, was Festivitäten nur mit Catering ermöglicht. Denkbare Festivitäten.
"Eventuell" wird es dann irgendwann Nutzungen bis heute unbekannter Art für die restlichen Räume wie die alte Kapelle sowie die Scheune geben.
Aus gutem Grund wurden keine Pläne präsentiert, aus denen hervorgeht, wie die aktuelle Belegung des Schlosses aussieht. Dann wäre nämlich auch dem Unbefangensten aufgefallen, dass sich die Räume, die „den Chören“ zur Verfügung gestellt werden sollen, von der Fläche her locker vervierfachen werden. Diesem exzessiven Raumbedarf wird in der Planung alles untergeordnet. Das Stadtarchiv muss zum Teil weichen und in Räume ziehen, die seit Jahrzehnten vom Centro Italiano genutzt werden, das wiederum in die ehemalige Zehntscheune vertrieben wird und dort auch den Anteil an Quadratmetern der Portugiesischen Gemeinde erhalten soll, die wiederum in einen Ortsteil ausquartiert werden soll. 
Am Ende der Maßnahmen aus Abschnitt 1, der Rubrik „zuerst“ werden ca 2/3 der Flächen dem Bistum zur Verfügung stehen.
Die Kosten für das Mammutwerk? 
So etwa 5 Millionen. Vielleicht. Genaues weiß man erst später. Hinterher. 
Kosten bisher? 
1,2 Millionen. Herkunft der Summe? Von Bürgern erpresstes Geld aus vorzeitig erhobener Sanierungsabgabe  sowie Landeszuschüsse. Anteil aus dem Haushalt der Stadt Limburg: 0,00 €. Beteiligung des Bistums an den Baukosten: 0,00 €.
Planungen für 2014? 
Gelder der Bürger aus erhobener Sanierungsabgabe sowie Landeszuschüsse. Anteil aus dem Haushalt der Stadt? 0,00€. Beteiligung des Bistums? 0,00 €.
Planungen für 2015? 
Nichts Genaues weiß man nicht. Nur, dass es kein Landesgeld mehr geben wird. Das bedeutet, dass die Stadt Limburg ein gigantisches Bauvorhaben begonnen hat, ohne zu wissen, wann und wie sie es überhaupt finanzieren kann. Es wurde nur sichergestellt, dass ALLE Maßnahmen, die zuerst erfolgen, ausschließlich den Belangen der Kirche zu gute kommen werden. Die Finanzierung weiterer Umbaumaßnahmen, die für die Bürger zur Verfügung stehende Räume zum Resultat hätten, ist so ungewiss, dass man davon ausgehen muss, dass sie nie erfolgen werden. Zur gegebenen Zeit wird man städtischerseits bedauernd die Schultern heben und sagen, dass kein Geld für so etwas da ist. Leider.
Das Millionengrab
Was am vergangenen Dienstag ablief, war wieder einmal eine Desinformationsveranstaltung nach bekanntem Limburger Vorbild, bei der es in erster Linie darum ging, die zentralen Informationen zu einer Sache nicht zu übermitteln, sondern unter einem Berg von "Fakten" zu vergraben.
Der Bürgermeister wiederholte mehrfach, dass es Bestrebungen gäbe und durchaus Signale von Seiten des Bistums, dass man bereit sei, eine „Kostenmiete“ für die Räume zu zahlen. Also eine Sozialmiete, die gerade einmal die unmittelbaren Betriebs- und Erhaltungskosten (für ein gerade mit Riesenaufwand saniertes Gebäude…) deckt.
Zwischen all den bunten Bildern und Worthülsengewittern des Abends sowie gerne aufgenommenen Debatten über hypothetische, historische sowie zukünftige Verkehrsprobleme der Altstadt, ging die Kernaussage dieser Informationsveranstaltung vollkommen unter und wurde nicht einmal am Rande tangiert.
Die Stadt Limburg baut also jetzt mit Geld, das sie auf eine mehr als dreiste Weise den Bürgern der Altstadt abgepresst hat sowie durch über juristisch fragwürdige Winkelzüge kassierten Förderungsmitteln des Landes ein historisches Gebäude exakt und ausschließlich für die Bedürfnisse der katholischen Kirche um. Mit diesem zukünftigen Hauptnutzer gibt es heute, zwei Jahre nach Beginn der Baumaßnahmen, noch nicht einmal einen verbindlichen Vertrag über die Anmietung nach dem Umbau. Es gibt lediglich „Gespräche“ und vage Absichtserklärungen ohne konkrete Ergebnisse. Einen Nutzen für die Bürger haben diese Maßnahmen nicht.
Chorparadies, zukünftiges
Die ganz große Frage, die darüber schwebt und bislang einfach nicht Thema war, ist jedoch: warum?! Warum soll die Stadt das tun? Warum soll die Stadt MILLIONEN für ausschließliche Belange der Kirche ausgeben? Das Schloss ist sicher ein Ärgernis und eine Belastung in Stein. Die Stadt hat es mehr als ein Jahrzehnt vergammeln lassen und ist nun in der Pflicht, wenigstens dafür zu sorgen, dass es nicht weiter verfällt. Aber MEHR auch nicht!
Keinem Verein Limburgs wird ein Prachtbau hingestellt, wie er ihn sich wünscht. Es gibt noch ganz andere Chöre in der Stadt, teils mit eindrucksvoller Tradition, denen keine Proberäume in vorauseilendem Gehorsam errichtet werden.
Wenn das Bistum Limburg der Ansicht ist, seine eigenen Sangesgruppen bräuchten dringend und unbedingt Luxusunterkünfte und Anlagen, dann steht es ihm frei, ihnen diese zu verschaffen. Doch hier wird einfach vorausgesetzt, dass JEDER Bürger für die Finanzierung dieser hochtrabenden Wünsche bluten muss!
Die Lösung aller Probleme wäre eine ganz einfache. 
Die Stadt ist mehr als widerwillig im Besitz des Schlosses.
Das Schloss liegt direkt hinter dem Dom. 
Die Kirche will das Schloss in Zukunft nahezu ausschließlich nutzen. 
Dann steht es der Stadt Limburg doch frei, dem Bistum das gesamte Schloss zu VERKAUFEN. Es hätte mit Sicherheit niemand etwas gegen einen Kaufpreis von 1,-- € einzuwenden. Falls das Stadtarchiv unbedingt dort bleiben muss (Akten LIEBEN stilvolle alte Gemäuer...), könnte die Stadt ja auch eine Miete zahlen. Eine Kostenmiete. 
Mit dem ganzen Rest des Schlosses könnte das Bistum tun und lassen, was es will.
Auf SEINE Kosten. Nicht mit dem Geld der Steuerzahler.