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Freitag, 27. Juni 2014

Altstadtfest 2014: Die wundersame Stellflächenvermehrung



Die Wirte der Limburger Altstadt mussten zu Beginn der Freiluftsaison radikale Einschnitte in ihre angestammten Rechte hinnehmen. Um bis zu zwei Drittel wurden ihnen die Stellflächen vor ihren Lokalen gekürzt – und Brandschutzgründe wurden dafür vorgeschoben. Städtische Hilfstruppen patrouillierten und verteilten bekannt selektiv Anzeigen mit heftigem Bußgeld, weil ein Gast einen Stuhl auf die Sperrflächen gerückt hatte.
Die Zufahrt der Drehleiter muss gesichert sein....
Wie groß war da die Verwunderung, als der Veranstalter des Altstadtfestes seine „Angebote“ an die ansässigen Lokalbetreiber verschickte, und ihnen darin das Mehrfache an Freifläche vermieten wollte, das ihnen die Stadt zugestanden hatte! Teils mit massivem Druck wurde die Anmietung von Quadratmetern durchgepeitscht (O-Ton: „Wenn Du nicht unterschreibst, stell ich Dir eine Biergondel direkt vor den Laden…“), die den Wirten von Seiten der Stadt verweigert wurden.
Ein mehr als interessanter Vorgang. Offenbar ist damit durch städtische Verordnung beschlossen, dass in der Altstadt von Freitag bis Sonntag kein Feuer ausbricht, niemand sich ein Bein bricht und keiner einen Herzinfarkt bekommt!
Oder wie darf man das verstehen? Vermietet die kommerzielle Krämervereinigung an nichtsahnende „Geschäftspartner“ Stellflächen, über die sie gar nicht verfügen darf? Wie werden die Verantwortlichen der Stadt reagieren, wenn sie das wahrnehmen. Oder wird wieder die Drei-Affen-Operation (nix gesehen, nix gehört, nix gesagt) anlaufen?
Falls die Stadt ihre „Linie“ (Ja, ich weiß, im Zusammenhang mit Taten und Nichttaten der Stadtverwaltung Limburg von einer Linie zu sprechen, ist mehr als verwegen) beibehält und ausnahmsweise einmal ihre eigenen Anordnungen ohne Ansehen der Person des Gegenübers durchsetzt, wie werden da die Marktbeschicker reagieren. Haben sie für mehr als teures Geld das Recht erkauft Zeltbau auf einem Gelände zu betreiben, auf dem sie es gar nicht dürfen?
Und was passiert, wenn es wirklich brennt?

Sonntag, 18. August 2013

Das Ende des kommunalen Hundeklos?



Städtisches Schrifttum

Und weiter geht es mit der aufregenden und spannenden Geschichte rund um Limburgs einziges kommunales Hundeklo. Das Bauamt und/oder die Stadtverwaltung haben es auf eine erfrischende Art geschafft, das Sommerloch mit einer ganz neuen (und für Limburg sensationellen weil ansonsten absolut unbekannten) Form der Kommunikation zu füllen. Was wir erleben dürfen, ist die Geburt einer Interaktion zwischen Bürger und Machthabenden in Wort und Tat! In unserem Fall ein Austausch von Wort gegen Tat. Wann hat man jemals in der Lahnstadt erleben dürfen, dass auf Worte der Einwohnerschaft, seien sie geschrieben oder gesprochen, irgendetwas erfolgt sei, das etwas mit dem Anliegen zu tun hatte und auch nur annähernd als eine Aktion zu betrachten gewesen wäre? Es ist passiert. Inzwischen ZWEIMAL! Und hier sogar jeweils zeitnahe. Soll man das wirklich glauben? Für die, die das Geschehen nicht verfolgt haben, hier eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse und Verwicklungen. Was bisher geschah:
Vor nicht allzu langer Zeit prangerte ich die Verkehrsinsel auf dem Rossmarkt als ein vernachlässigtes, verdrecktes Hundeklo an. Wenige Wochen später erschien ein Arbeiter der Stadt und bepflanzte die Betonwanne nicht etwa – sondern füllte sie gekonnt und sorgfältig mit Splitt.
Dies wurde von mir dokumentiert und kommentiert, nämlich dahingehend, dass diese Aktion in bester Limburger Manier kontraproduktiv sei, da sie lediglich dazu führen würde, dass dieser Platz nun mit noch größerer Begeisterung zur Ablage hündischer Auswürfe und Ergüsse benutzt würde. Tatsächlich fanden sich nur zwei Stunden später schon die ersten Tretminen im jungfräulichen Staub.
Städtische Rückseite
Aus dem Urlaub zurückgekehrt, springt mich nun nun eine neue Sensation an. Das Hundeklo ist nicht etwa nun doch bepflanzt. Nein, es ist beschildert. 
Die humorige und sinnferne Kommunikation zwischen Blogersteller und Stadt geht also weiter. Wir lesen beeindruckt: „Hier ist kein Hundeklo!“ Nett. Nett gemeint. Das Schild hängt unter anderen. Zum Beispiel einem, das den folgenden Bereich zur FUSSGÄNGERZONE erklärt. Was bedeutet: Hier wird NICHT Auto gefahren. Auch nicht, wenn man ein Kölner Kennzeichen hat oder ein holländisches und den Campingplatz sucht. Hier darf nur Lieferverkehr rein, zu bestimmten Zeiten. Und die Ortsheiligenhilfskräfte dürfen bis zur Lithurgiezelebrationszentrale kutschieren.
Jeder hält sich daran, denn es ist ja ein Verkehrszeichen, harrharr. Dessen Einhaltung streng kontrolliert wird. Harrharr. Genauso wie die Einhaltung der vorgeschriebenen SCHRITTGESCHWINDIGKEIT. Noch mehr harrharr.
Nun hängt da also noch eine Blechtafel. Die ist den anderen Schildern gegenüber aber im Nachteil. Ein klein wenig. Das Fußgängerzonenschild zumindest richtet sich an die Menschen, die dagegen verstoßen wollen (wenn es nicht gerade von alkoholisierten Juvenilen, die unterhalb der Gürtellinie ihre Verstandeszentrale haben, mal wieder um 180° an seinem Pfosten gedreht wurde, nochmal harrharr, was seid Ihr für tolle Hechte, Eure Mamas sind sicher stolz auf Euch…).
Das ist beim Hundekloschild aber nicht der Fall und entspricht damit zu 100% der bekannten kommunalen Sinnfreiheit im Handeln. Wen soll das Schild denn ansprechen? Die vielen tausend Menschen, die aus Eschhofen den Huttig hochkommen, um ihre Köter am Rossmarkt kacken zu lassen? Nein. Die beschwanzten Vierbeiner werden aus der Altstadt hergezerrt, bis zu diesem, mit wunderbarem Hunderstreu versehenen Platz, um sich dort zu erleichtern. Und wer von der Altstadt kommt, sieht von diesem Schild… 
Na? 
Genau. Das große Nichts. 
Die Rückseite…
Sehr sinnvoll und zielführend. Was bitte wäre so schlimm daran gewesen, statt des Splitts, der auch sein Geld kostet, und des Schildes, das noch mehr Geld kostet, einen Kubikmeter Erde in diese Wanne zu gießen und dort ein paar schnellwachsende Stachelgewächse anzupflanzen, die den Kackkötern in die Eier stechen und ihnen alle Lust austreiben, sich dort hinzuhocken? Mehr gekostet hätte es ganz sicher nicht.
So, der Ball ist wieder in Worten in das Feld der Kommune zurückgespielt. Mal sehen, was nun als Gegenschlag erfolgt. Wir bleiben dran und berichten…

Donnerstag, 18. Juli 2013

Neues vom kommunalen Hundeklo!

Es war Donnerstag, kurz nach der Mittagspause und am Roßmarkt ereignete sich Bemerkenswertes. Ein LKW der Stadt Limburg fuhr vor und ein Kommunalwerker entstieg dem Mobil, dessen Ladefläche mit allerlei Werkzeug und Baumaterial gefüllt war. 
Kommunalarbeiter aktiv
Der Mann in der grünen Latzhose machte sich ohne Verzögerung daran, mit einer Hacke rund um das Verkehrsinselchen, das den Beginn der Fußgängerzone markiert und den Fuß des entsprechenden Schildes umschließt, das Unkraut zu beseitigen. Dann stürzte er sich auf die Reste der vertrockneten, wild ausgesähten Gewächse auf der Fläche, die an dieser Stelle vor geraumer Zeit noch als das einzige kommunale Hundeklo Limburgs vorgestellt wurde, und harkte auch diese aus den Erdfragmenten.
Sollte der ältere Blogeintrag an dieser Stelle etwa wider Erwarten irgendwelche Folgen haben? War am Ende gar die Begrünung dieser hässlichen Kahlfläche geplant?
Frisch gefüllt
Die Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Die beiden großen, gut gefüllten Wannen mit feinem Splitt drohten nicht umsonst auf dem Pickup. Der Kommunalarbeiter kippte den feinen Kies auf die Fläche, verteilte ihn kunstfertig und verdichtete die Ränder mit einem Vorschlaghammer. Nein, er prügelte die Steinchen nicht fest, sondern stampfte sie mit dem Hammerkopf entlang der Umrandung.
Nach der sorgfältigen Beseitigung aller Spuren nebst Fegen und Dreck Aufladen, fuhr der Mann dann der nächsten Baustelle entgegen. 
Die Aktion hatte keine Viertelstunde in Anspruch genommen und strafte diejenigen Lügen, die Kommunalarbeitern pauschal einen Mangel an Geschick und die Tendenz unterstellen, das Verhältnis Arbeit zu Pause sei etwa 1:5 im Bauhof und unterwegs noch verdächtiger. Das muss an dieser Stelle einmal lobend hervorgehoben werden. Der Mann war zielstrebig, der Mann war schnell, der Mann wusste ganz genau, was er tat und der Mann stützte sich trotz über 30°C Außentemperatur nicht ein einziges Mal zur Erholung auf seine Schaufel!
15 Jahre, nachdem die besagte Insel gegen die Verkehrsfluten entstanden war, wurde sie nun also zum ersten Mal von Seiten der Stadt wieder bearbeitet. 
Und wie. 
Das kommunale Hundeklo hat neues Streu bekommen. 
Vierbeiner aller Länder, es darf wieder geschissen werden!
Aber vielleicht tue ich städtischen Findigkeit und Planung wieder einmal Unrecht. Die Möglichkeit, auf den feinen Split Blumenkübel zu platzieren, besteht nach wie vor.
Vielleicht kommt da ja noch etwas.
Wir bleiben am Ball und berichten.