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Mittwoch, 4. November 2015

Umfragen-Umfrage


Ein kleines empirisches Experiment läuft zur Zeit auf dem Dom-Zoo, mit dem Ziel herauszufinden, wie groß das Interesse der werten Leserschaft ist, an auf Limburger Fragen, Probleme und Verhältnisse bezogenen Umfragen teilzunehmen.
Falls genügend Interessenten sich hier beteiligen, wird es entsprechende Aktionen regelmäßig geben.


HIER geht es direkt zur Umfrage:

Mittwoch, 22. Mai 2013

In eigener Sache

Nachdem der Blog online gegangen war, hat es leider noch einen guten Monat gedauert, bis die erste echte Meldung bzw. der erste Kommentar zum Stadtgeschehen veröffentlicht wurde.
Ich war in der Reihenfolge des Auftretens beschäftigt, krank, auf Reisen gewesen.
Aber nun hat sich in der letzten Zeit wieder so viel ereignet bzw. so viel wirft seine finsteren Schlagschatten voraus, dass ich nicht länger warten kann/will/darf und versuche, mit spitzer Feder an der einen und anderen Stelle zu hinterfragen, was die Machthaber und die, die es gerne wären, mit dem Geld ihrer Bürger und denselben so treiben. Und mit dem Geld der Bürger gegen die Bürger.
Von heute an gibt es mehr auf dieser Seite.
Versprochen.

Der Bauherr vom Dom



Drei lange Jahre terrorisierten täglich die heiligen LKW die Bewohner der Altstadt. Im Gegenverkehr krochen sie die Nonnenmauer hoch und runter, zerdrückten das Pflaster, schabten an Häusern und brachten die Gläser in den Schränken zum Klingen, Bilder zum Abstürzen und Wände zum Reißen.
Dann war sie fertig, die feudale Residenz des Bischofs von Limburg, deren hochgradig zweifelhafte Gestaltung, Genehmigung und Finanzierung immerhin bewirkt hatte, dass diese Stadt bundesweit in die Schlagzeilen kam.
Doch falls die Altstadtbürger nun denken, sie hätten ihre Ruhe wieder, soweit sie diese als Bewohner dieses historischen Viertels jemals haben, haben sie sich geirrt.
Ein-Mann-Kapelle
Alles sicher
Das Tor, das mit seiner Panzersperrenoptik und Rundumüberwachung per Kamera so fatal an den Eingangsbereich von Botschaften totalitärer Staaten in Berlin erinnert, ist kaum geschlossen, da hört man die neuesten Gerüchte. Nicht etwa offizielle Verlautbarungen, nein, in bester Limburger Tradition munkelt man nur, was  offensichtlich wieder in Hinterzimmern im Rahmen von Weinproben im kleinen Kreis beschlossen wird.
Es soll wieder gebaut werden, auf dem Domberg. Diesmal soll ein Empfangsraum für die Gläubigen entstehen. Die gläubigen Katholiken. Also ein öffentlicher Raum, dessen Errichtung und Integration in den bischöflichen Prunkbau problemlos herzustellen gewesen wäre. Doch der Klerus wollte hinter der Stahlbarriere unter sich bleiben.
Dass ein solches Gebäude auf dem Domberg erforderlich ist, ist allem Anschein nach ein völlig neuer Gedanke. Der über Nacht vom Himmel fiel.
Bischöfliche Kollateralschäden
Was allerdings nur den mit Limburger Verhältnissen nicht eng Vertrauten verblüfft, ist die Selbstverständlichkeit, mit der nun wieder vorausgesetzt wird, dass dieser Empfangsraum auf STÄDTISCHEM Gelände gebaut wird. Auf einem Stück Land, dessen parkartige Struktur durch die Baumaßnahmen rücksichtslos zerstört wurde. Und dessen Rückbau zur Grünanlage nicht etwa auf Kosten dessen, der es so nachhaltig beschädigt hatte, erfolgen sollte. Sondern durch Geld der BÜRGER.
Und die üblichen Lautsprecher in Parlament und Magistrat schwiegen und nickten. 
Wieder einmal. Nun soll die Stadt Limburg und damit deren Bürger wieder den Geldbeutel öffnen, für Belange der Katholischen Kirche. Altstadtsatzungen, Sanierungsgebiete, Bauvorschriften, Denkmal- und Naturschutz, alles wird natürlich wieder keine Rolle spielen für diesen einen, einzelnen Sonderfall.
Die nächste Periode des klerikalen Lastwagenterrors steht bevor – und das hat alles seine Ordnung.
Nahezu niemand fragt: Wozu? WER soll das bezahlen? Und warum? Hat die katholische Kirche auf dem Domberg keine Räume? Ist nicht das Beinhaus mit Riesenaufwand saniert worden, liegt direkt neben dem Dom und wird nur 1,278mal pro Jahr benutzt? Ist die Kirche nicht im Besitz des kleinen Barock-Palais hinter dem Dom, das sie aber nur als begehbaren, bischöflichen Seidenkleiderschrank missbraucht? Hätte die katholische Kirche nicht bereits vor 20 Jahren das Limburger Schloss, das sie ja sowieso zum überwiegenden Teil nutzt, zum Nulltarif übernehmen und für ihre Zwecke herrichten können? Wäre nicht angesichts der 10 Millionen Euro Baukosten für den bischöflichen Hochsicherheitstrakt wahrlich genug Geld für all das dagewesen? 
Objekt der klerikalen Begierde
Fragen über Fragen, die nicht gestellt und damit nicht beantwortet werden. Und diejenigen in Parlament, Magistrat und Verwaltung, die nach Recht und Gesetz Sachwalter der Interessen und des Vermögens der Bürger sein sollten, spielen das sattsam bekannte Spielchen mit. 


Der Klerus befiehlt.

Der Laie nickt und tut.

Untertänig.

Mittwoch, 17. April 2013

Der Anfang ist gemacht


Als zu Beginn des Jahres den Hausbesitzern der Altstadt Rechnungen in die Briefkästen flatterten, nach denen sie für das sorgfältige Verschmieren des kommunalen Pflasters vor ihrer Tür zum Teil mehr bezahlen sollten, als für Gas/Wasser/Strom zusammen, passierte etwas eher Ungewöhnliches.
Werk der Kehrmaschine
Auf jeden Fall war es für die hohe Politik etwas Unerwartetes.
Der gemeine Limburger muss im Fall eines Falles ja eher zum Jagen getragen werden - und braucht dann noch einen, der für ihn abdrückt.
Doch anders als üblich alimentierten die Betroffenen diesmal nicht die lokalen Dentisten, weil sie vom Zähneknirschen (und Zahlen) reihenweise Plomben verloren und ersetzen mussten.
Nein, sie rotteten sich zusammen und leisteten Widerstand.
Das Resultat ist Geschichte.
Die "Kehrsatzung", die ganz offenbar kleine Kerle mit roten Mützen verfasst und dem Bürgermeister heimlich nachts auf den Tisch gelegt hatten (denn es ist bis heute nicht möglich herauszufinden, WER diesen Schwachsinn "berechnet" und verfasst hat...), wurde in einer sensationellen Einigkeit aller Fraktionen dorthin befördert, wohin sie gehörte: in den Papierkorb.
Es setzte das allgemeine Aufatmen ein.
Doch halt und Vorsicht!
Wir sind hier im Limburg. Und das Imperium wird zurückschlagen. Und zurückkommen und herrschen. Schrecklicher noch als je zuvor.
Erfahrungsgemäß werden die, die so frech waren, den Regenten die Narrenkappe aufzusetzen, die sie sich durch diesen Schildbürgerstreich redlich verdient hatten, ganz besonders im Visier sein.
Wer sich als Herrscher fühlt, wird nicht gerne vorgeführt.

Es heißt also, wachsam zu bleiben.

Gezeigt hat die ganze Affäre rund um das Dreckverteilen und die versuchte Abzocke der Altstadtbürger aber wieder einmal, dass Machthaber nichts so sehr fürchten (und zu fürchten haben) wie Öffentlichkeit.
Aus dieser Erkenntnis entspringt der Impuls, diesen Blog ins Leben zu rufen.
Es läuft immer und jederzeit eine Menge in Limburg, es läuft immer und jederzeit eine Menge unter dem Tisch und es läuft immer und jederzeit eine Menge schief.
Doch daran ändert man nur etwas, wenn man es erkennt und benennt.
Da ich sowieso den ganzen Tag am schreiben bin, kann ich es mir erlauben, dies und das aus dem Stadtgeschehen in Zukunft regelmäßig ein wenig zu kommentieren.
Bevorzugt natürlich aus dem begrenzten Blickwinkel eines Altstadtbürgers.
Aber auch anderes wird nicht vor meinem Blick und meiner lästerlichen Schreibe sicher sein, sei es (ganz bestimmt und sehr gerne) die eigentliche Herrscherinstitution vor Ort (vulgo: katholische Kirche), Kulturtreiben dies- und jenseits des 11.11. oder auch der Sport und was sich dafür hält.
Es gibt ziemlich viele Themen in Limburg, über die zu schreiben es sich lohnt.
Freuen Sie sich darauf.
Der Anfang ist gemacht.

Matthias Herbert