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Mittwoch, 4. November 2015
Umfragen-Umfrage
Ein kleines empirisches Experiment läuft zur Zeit auf dem Dom-Zoo, mit dem Ziel herauszufinden, wie groß das Interesse der werten Leserschaft ist, an auf Limburger Fragen, Probleme und Verhältnisse bezogenen Umfragen teilzunehmen.
Falls genügend Interessenten sich hier beteiligen, wird es entsprechende Aktionen regelmäßig geben.
HIER geht es direkt zur Umfrage:
Samstag, 16. Mai 2015
Besuch von der Abrissbirne...
…bekommt die berüchtigte
Zeil-Galerie in Frankfurt. Ihr Leben stand unter keinem guten Stern. Der damalige
Erbauer erwies sich als Großbetrüger, der über schräge Zugänge wundersame und
fiktive Flächenvermehrungen in Plänen erzeugte. Kein Besitzer oder Mieter wurde
in dem einstigen Vorzeigebau glücklich. Es wurde umgebaut, umgeplant, umgewidmet,
geschlossen und neu eröffnet – aber die Zeil-Galerie blieb ein Sorgenkind und Groschengrab.
| Architektonisches Gruselkabinett |
Nun wird ein gewaltiger und
staubiger Schlussstrich gezogen: Der Bau, der noch keine 25 Jahre alt ist, wird
abgerissen.
Was hat das Ganze nun mit Limburg
zu tun?
Eine Menge, eventuell. Die
Vorgänge in Frankfurt zeigen, dass es durchaus möglich sein kann, einen
fundamentalen Fehler baulicher Natur relativ zeitnahe nachhaltig zu
korrigieren. Wenn man den Mut hat, es anzupacken.
Bevor ich wieder zu lange warte (wie
mit der Brückenbebauung…) und ein Investor oder gar Politiker dann mit meiner
Idee um die Ecke kommt, presche ich diesmal frühzeitig vor. Sicher werden mich
sehr viele für wahnsinnig erklären, laut lachen, mit dem Finger auf mich zeigen
– und sich dann in die Hinterzimmer und Büros zurückziehen, alle Türen
verschließen, die Abhörabwehranlagen aktivieren und dann das Ganze mal
besprechen und durchrechnen.
Gut so.
Welche Visionen streichen denn
nun durch meinen Kopf?
Ganz einfach.
Limburg nimmt unter den Städten,
die in den 70er Jahren mit Mitteln aus der Sanierungsgebietsförderung die mit
Abstand grässlichsten Bausünden begangen haben, einen absoluten Spitzenplatz ein. Das „Neue Rathaus“ ist dabei die
übelste Errungenschaft, die immer wieder Ziel von Exkursionen von Architekturstudenten ist,
denen vor Ort gezeigt werden soll, wie man es auf keinen Fall machen darf. Von
einer sensationellen Geschmacksfreiheit und mehr der Bunkerbau-Mentalität des
kalten Krieges verhaftet als der Ästhetik verschrieben, ist das abstoßende
Sammelsurium aus Treppen, Ebenen, Terrassen und verwinkelten Gängen
stahlarmierte Dysfunktionalität.
Aber nicht nur das. Was einst als
Bau für die Ewigkeit gedacht war, ist durch und durch marode. Die Sanierung von
Teilen der Kohlmaier-Halle soll 4,5 Millionen € kosten. Ein Umbau nur des
Erdgeschosses des Rathausturms ist mit über 600.000,-- veranschlagt. Also sind
schon jetzt mehr als 5 Millionen erforderlich, um das Bauwerk wenigstens zu 1/4
nutzbar zu halten. Wenn man die galoppierende Selbstvermehrung einmal
kalkulierter Kosten in Betracht zieht, die in Limburg der Beobachtung nach
offenbar unvermeidbar ist, kann man getrost davon ausgehen, dass die
Sanierungskosten den zweistelligen Millionenbetrag erreichen werden.
| Vergewaltigtes Denkmal |
Und das wird erst der Anfang
sein. Der Rest des Bruchbaus wird ja mit der Zeit nicht besser und das gesamte
70er-Jahre Ungetüm wird weiter den Qualitäts- und Planungsmängeln seiner Zeit Tribut
zollen müssen.
Das neue Rathaus nebst Stadthalle
wird also, nicht anders als die Zeil-Galerie, ein Fass ohne Boden bleiben.
Deshalb meine Idee: Hau weg den
Scheiß.
Das gesamte Gruselkabinett gehört
ABGERISSEN! An seiner Stelle könnte man ein modernes und dem Stadtbild
angemessenes Ensemble errichten, das an das alte Rathaus anschließt, ohne es zu
vergewaltigen. In diesem neuen Bürger- und Verwaltungszentrum könnte alles
untergebracht werden, was eine lebendige Kommune heute braucht.
Stadtverwaltung, Bürgerbüro, Sitzungs- und Veranstaltungsräume, die den Namen
verdienen, Lokale, Freizeiteinrichtungen und Räumlichkeiten für Vereine. Der blinde,
tote Fleck mitten in der Stadt könnte so zu einem Zentrum des öffentlichen
Lebens mutieren.
| Ausweichquartier mit jeder Menge Platz |
Dem obligatorischen Aufschrei:
Was das alles kostet! kann ich entgegnen: Nirgends steht geschrieben, dass eine
Stadt ein Rathaus als EIGENTÜMER haben muss. Nichts spricht dagegen, dieses
große, neue City-Zentrum in privater Trägerschaft zu errichten. Die Stadt
Limburg wäre dann mit ihren Büros und Einrichtungen Mieter und der Investor
hätte für einen Großteil seiner Immobilie auf lange Zeit zukunftssicher seine
Rendite festgeschrieben. In vielen Orten gibt es Sale-and-lease-back
Operationen der öffentlichen Hand. Wie wäre es denn einmal mit einem
Build&Lease-Modell, bei dem die Immobilie von vorn herein für den
kommunalen Langzeitmieter geplant und errichtet wird?
Finanzkräftige Investoren, die
ein solches Projekt stemmen könnten, gibt es vor Ort einige.
Sicher findet man in diesen
Überlegungen eine ganze Reihe von Faktoren, die zwingend zu berücksichtigen sind. Für eine längere
Übergangszeit müssten Ausweichquartiere gefunden werden. Aber das sind lösbare
Fragen. Es gibt zum Beispiel ein Objekt in städtischer Hand, das Tausende von
Quadratmetern hat und gerade aufwändig saniert wurde. Es wäre kein Problem,
einen großen Teil der Verwaltung vorübergehend im Limburger Schloss
unterzubringen.
Nun habe ich es also getan.
Der Vorschlag ist in der Welt.
Mal sehen, ob irgendjemand dazu
etwas zu sagen hat…
Mittwoch, 11. Februar 2015
Dom-Zoo goes Facebook!
Nach reichlicher Überlegung habe ich beschlossen, einen Versuchsballon zu starten.
Ab heute gibt es den Dom-Zoo auch auf Facebook!
https://www.facebook.com/pages/Dom-Zoo-Limburg/401932596640116
Ab heute gibt es den Dom-Zoo auch auf Facebook!
https://www.facebook.com/pages/Dom-Zoo-Limburg/401932596640116
Donnerstag, 5. September 2013
Bistum nach Disney-Art?
Mit weit aufgerissenen, großen
Augen stakst er auf wackeligen Beinen staunend durch eine ihm unbekannte,
fremde und beängstigende Welt und fürchtet sich vor der Attacke eines
Schmetterlings. Sein Erscheinungsbild hat dem Bischof von Limburg einen
Spitznamen eingetragen, der zurzeit rasend schnell die Runde in der Domstadt
macht: Bambi.
Es gibt tatsächlich einige
Parallelen. In Bambis Welt dominieren schwülstige Musik und schmalzige Songs,
man spricht kaum miteinander und wenn es hart auf hart geht, ruft das Rehlein
nach seiner Mama.
Doch der Bambi Disneys hat echte
Freunde. Und er wird am Ende ein stattlicher Hirsch.
Da endet der Gleichklang. Dass
aus dem Limburger Kitz noch einmal ein aufrechtes, männliches Wesen werden
könnte, das souverän sein Revier beherrscht, ist sehr, sehr unwahrscheinlich.
Zumindest die Ereignisse bzw.
Nichtereignisse der letzten Tage sprechen eindeutig dagegen.
Fünfmal war der Stellvertreter in
der Presse, seit er überregional Limburg auf die Landkarte und jedem Fahrer mit
LM-Kennzeichen Reaktionen zwischen Mitleid und Spott gebracht hat („Was habt
IHR denn da für einen…“).
| Wer sich selbst erhöht, soll... |
Und fünfmal platschte er für die,
die genau hinsehen und hinhören auch gleich wieder knöcheltief in den Fettnapf
der dilettantischen Öffentlichkeitsarbeit.
Statt sich dem zu stellen, was er
da verursacht hatte, kletterte der Limburger Papst im Wartestand a. D. als
Allererstes gleich wieder an Bord eines Flugzeugs, jettete nach Rom und weinte
sich dort an einer männlich-starken Schulter aus. Man ließ verlauten, er hätte Unterstützung
und Beistand erfahren.
Welcher Art, darüber schwieg man
sich aus.
Dann folgte der erste öffentliche
Auftritt, den Presse und Fernsehen gerne als High-Noon in FFM gesehen hätten.
Aber glitschig wie immer entwand TvE sich allen verfänglichen Fragen. Nur eine
Wirkung hatte die Berichterstattung ganz offensichtlich. Das bajuwarische
Schlachtschiff war im Hafen geblieben und man war mit einem Passat gen Main
gesegelt. Als ob dieses Zugeständnislein irgendetwas daran ändern würde, dass
das Gefährt nun einmal vorhanden ist und nur allzu gerne genutzt wird
(insbesondere für rasante Stadtfahrten, wie am letzten Freitag zu beobachten…).
Dann folgte der ganz, ganz große
Befreiungsschlag. Sozusagen. Dachte man auf dem Domberg.
Man gewährte ein Interview, in
dem offen jede Frage erlaubt war. Heißt es. Und wer waren die kritischen
Journalisten? Befehlsempfänger des in seiner Diözese ähnlich beliebten
Kardinals Meissner. Ein katholisches Radio aus Köln, von dem hierzulande noch nie jemand etwas gehört hatte, führte das Interview, das TvE „spontan“
zusagte.
Man muss schon sehr viel glauben,
wenn man hier nichts anderes als eine abgekartete und abgesprochene Sache
sieht. Das Ergebnis war dann entsprechend und vor allem entlarvend. Sogar bei
pseudokritischen, dreimal gesiebten Fragen war der Bischof von LM nicht in der
Lage, eine Antwort zu geben, die wirklich etwas mit der Frage zu tun hatte.
Karnevalistisch waren seine
Auslassungen zum Bischofspalast und der Frage nach den Kosten. Ja, wunderbar,
dass nachgefragt würde, denn man würde in den nächsten drei Wochen sich nach
Kräften bemühen, Antworten zu geben. Aber jetzt ginge das noch nicht.
Der Erstklässler fragt sich, was
das Problem ist.
Da liegt ein Stapel Rechnungen.
Dort ist ein Taschenrechner. Die
große Taste, mit dem kleinen Finger zu bedienen, das ist das PLUS. Die drückt
man, nachdem man einen Rechnungsbetrag eingetippt hat. Immer wieder. Bis keine
mehr da ist. Dann hat man am Ende etwas, das heißt SUMME.
Jeder, der von dieser Welt ist,
kann das. Fortschrittlichere Menschen benutzen zu solchen Zwecken sogar
sogenannte Computer mit Tabellenkalkulationsprogrammen. Muss man aber gar
nicht. Dafür hat man teuer bezahlte Spezialisten.
Wer sich ein Haus bauen lässt,
bekommt von seinem Architekten periodisch eine Aufstellung, in der die
kalkulierten Kosten den wirklichen bzw. beauftragten gegenübergestellt werden.
Dann weiß man, wieviel man
ausgegeben hat, wieviel man ausgeben wird und was das mit dem zu tun hat, was
man ausgeben wollte.
Wie gesagt, so läuft das in
dieser ach so weltlichen Welt…
Das war also das Radio-Interview.
Andere Medien wurden nicht bedient.
Der nächste Schritt zum freudigen
Offenseinwirkensollen war ein Quasi-Hirtenbrief, der überall verlesen werden
sollte. Eine Seite voll inhaltsfreier Phrasen, die trotzdem ein gewisses
Presseecho hervorriefen und für Überschriften sorgten wie „Bischof gibt Fehler
zu“.
Ähm…
Nein.
Tut er nicht.
Wer den Brief wirklich liest,
wird feststellen, dass von „Fehlern“ an keiner Stelle die Rede ist. Lediglich
von Dingen, die er im Rückblick anders angehen würde. Ohne diese zu benennen. Dass
man etwas anders machen würde, hätte man im Angesicht des Resultats noch einmal
die Wahl, ist genauso menschlich wie selbstverständlich. Hätte ich gewusst,
dass ich davon Bauchschmerzen bekomme, hätte ich die Currywurst nicht gegessen…
Einen Fehler zugeben, zu bedauern
und sich bei denen, die unter dieser falschen Entscheidung leiden zu
entschuldigen, das ist etwas Anderes.
Etwas völlig Anderes.
Das „Schreiben“ enthält nichts,
das zu irgendeiner Hoffnung Anlass geben würde, es hätte irgendeine Art von
Erkenntnisprozess unter der Mitra eingesetzt. Vielmehr bringt es zum Ausdruck,
für wie unglaublich dumm bzw. naiv der Hirte seine Schäflein nach wie vor hält.
Alle.
Im gesamten Schreiben ist die
Rede von dem, was ER für SICH von ANDEREN wünscht. Vertrauen, Gebete, Gemeinsamkeit,
Miteinander. Nirgends ist die Rede davon, was ER dazu beitragen will.
Alles meins. Alles nur für mich.
Nichts hat sich an diesem Habitus
geändert.
Das nächste Häppchen mit
Beruhigungstablette folgte nicht viel später.
Mit viel Trara wird verkündet,
das sogenannte Diözesane Zentrum würde geöffnet.
Wer da erwartet, nun dürften also
alle Dombesucher z. B. in der ehemaligen Privatkapelle sich im Gebet auf das
Betreten des großen Baus vorbereiten, der hofft falsch.
Es geht um – Minitourismus mit
TvE als Führer.
Ein paarmal in diesem Jahr in
handverlesenen, kleinen Gruppen.
Ansonsten bleibt die Panzersperre
oben. Der Pöbel muss weiter draußen bleiben.
Passend zum Thema kontert nun der
Spiegel. Die Verantwortlichen wären auch arge Dilettanten, hätten sie ihr
ganzes Pulver bereits verschossen. Da lagert sicher noch Einiges in den Magazinen.
Überall.
| Zaun - "von der Bauaufsicht gefordert"? |
Nun kam also die erste Salve der
Reserve. Es gibt Bilder. Jede Menge Bilder aus der Bauzeit. Trotz des doppelten
Sichtschutzzauns, der nach der falschen und dokumentierten (im Rahmen der
Indienflugstory aber völlig untergegangenen) Behauptung von TvE keineswegs von
der Bauaufsicht befohlen worden war. Trotz Schlägertrupps mit Bauhelmen, die
Touristen und Journalisten, die einmal rasch auf den Auslöser drücken wollten,
wenn einmal ein Tor aufging, mit Gewalt bedrohten. Und diese Bilder sprechen
eine sehr eindeutige Sprache von Protz, Prunk und hemmungsloser
Geldverschwendung, von immer neuen, immer schwieriger zu erfüllenden
Sonderwünschen und mehr. Vom Abriss bereits fertiggestellter Gewerke und
Entscheidungen nach Gutsherrenart.
Aber ja, er wird alle Fragen dazu
beantworten.
Wahrscheinlich mit dem Habitus
der hessischen Spezialität der „brutalstmöglichen Aufklärung“…
Und nun?
Ein paar Wochen sind vergangen,
aber irgendwie will sich die erflehte Hörigkeit des Volkes, äh, wollen sich die Gemeinsamkeit
und das Miteinander nicht einstellen.
Es funktioniert nicht, muss der
kirchliche General in seinem Labyrinth am Dom feststellen. Und wieder sind es
nicht die bösen „linken“ Medien, sondern die Konservativen, die den Ton
vorgeben. Berufene Münder verkünden in
ihren Analysen, dass TvE nicht der Mann ist, der zu irgendeiner Art von
Selbstkritik oder gar Umdenken fähig ist.
ALLES, was er seit dem Aufstand
im Dom zu Frankfurt unternommen hat, bestätigt diese Einschätzung.
Es wird sich also nichts ändern.
Es wird weiter Phrasen und
Verlautbarungen und weinerliche Statements verletzter Eitelkeit geben.
Und ansonsten wird der Herrscher
vom Dom weiter das tun, was er will.
Ein paar Fanboys und Girls hat „unser
Bischof“ ja immer noch, die denken, der Weg in den Himmel führe über eine
Schleimspur. In einem grotesken Aufstand der Strickstrumpfsandalen-Omas zogen
diese schon zu Felde, stopften in Sytterlin gestochene Drohbriefe in die
Briefkästen von Kritikern und klauten Unterschriftenlisten.
Aber ob diese Geriatrie-Division an Kreuzfahrern es schaffen wird, das
Bambi vom Dom zu retten?
Zweifel sind angebracht…
Mittwoch, 26. Juni 2013
Die Vorfahrer oder: Täglich am ZOB
Auch für den ÖPNV ist am ZOB von LM die LZA gemäß der StVO verbindlich.
Eine Formulierung, die Bürokratenherzen schneller schlagen lässt. Übersetzung:
Die allgemeinen Verkehrsregeln gelten auch für Busfahrer an der
Eisenbahnstraße. Zumindest theoretisch. Die Praxis dagegen sieht am Knotenpunkt
des freudigen Menschentransporterwesens der Stadt an der Lahn leider anders
aus.
Vollkommen anders, wie sich allmorgendlich die anderen Verkehrsteilnehmer
überzeugen können. Oder müssen.
Busse und damit deren Fahrer sind in mancherlei Hinsicht im
Straßenverkehr privilegiert. So müssen andere Verkehrsteilnehmer ihnen an
Bushaltebuchten die Einfahrt ermöglichen. Wenn sie zum Anfahren links blinken. Außerdem ist es zwingend vorgeschrieben, auch wenn es sowohl
tiefergelegte, ultracoole Hip-Hop-Dröhnmobilfahrer als auch Kinder-zur-Schule-bringende
SUV-Mamis, die kaum über das Volant schauen können, völlig anders sehen,
dass ein Bus an einer Haltestelle nur in
SCHRITTGESCHWINDIGKEIT passiert werden darf, sobald dessen Warnblinkanlage eingeschaltet
ist.
| Suchbild: Wer findet die Ampel? |
Ansonsten sind Busse aber Fahrzeuge wie Du und ich und deren Lenker
normalsterblich. Das heißt, alle anderen, nicht speziell für ihre Fahrzeuge
eingeführten Verkehrsregeln gelten auch für sie. Dies sind jedoch Erkenntnisse,
die sich bei der viele Menschen chauffierenden Gemeinde in der Stadt Limburg
noch nicht wirklich durchgesetzt haben.
Das beginnt damit, dass man hinter dem großen Steuer der mobilen
Glaspaläste ganz offensichtlich den Sinn und Zweck einer Haltelinie nicht kennt.
Es sei an dieser Stelle einmal kurz erklärt. Die Haltelinie ist ein breiter,
weißer Querstrich vor einer LZA (Lichtzeichenanlage, vulgo „Ampel“), an dem
Fahrzeuge stehenbleiben MÜSSEN, sobald ihnen die Durchfahrt via LZA untersagt
wird. AN der Linie. Sinnvollerweise nicht 10 Meter davor, nicht darauf und
schon gar nicht 5 Meter dahinter.
| Auto geht - Bus steht - oder so. |
Verkehrsampeln wurden nicht viel später als der motorisierte Verkehr
eingeführt, also kann man getrost davon ausgehen, dass heute Verkehrsplaner und
sogar Tiefbauer wissen, was sie tun, wenn sie eine LZA einrichten und die
entsprechenden Markierungen anbringen. Im Fall des ZOB (Zentraler Omnibus
Bahnhof) von Limburg haben sie Haltelinien an der Ampel sowohl für die Straße
als auch für die Haltestelle/Busspur an sich gezogen, die für den ÖPNV
(Öffentlichen Personennahverkehr) mit gutem Grund ein Stück VOR der Linie für
den Normalverkehr. Denn es befindet sich eine LZA rechts an einem Mast und das
ist die Einzige, die PKW-Fahrer in der ersten Reihe sehen können. Die
andere hängt mindestens 5 Meter direkt über ihnen und ist ohne anatomisch-physikalische Sensationen wie Augen, die durch Fahrzeugdächer schauen können, nicht zu erblicken. Es ist also SINNVOLL, wenn
ein Busfahrer seine 15 Tonnen direkt AN der Haltelinie zum Stehen bringt. Und
nicht so weit dahinter, dass der gemeine Autofahrer die Ampel eben NICHT mehr
sehen kann und deshalb keine Ahnung hat, WANN er losfahren darf. Die
Straßenverkehrsordnung sieht nicht vor, dass hinter ihm stehende
Fahrzeuglenker ihm mit Hilfe der Warneinrichtung die Fahrtberechtigung mitteilen müssen, weil er in der
ersten Reihe nur raten kann.
Dies ist aber leider am ZOB die Regel geworden. Busfahrer parken so
idiotisch, dass sie in den meisten Fällen die Ampel rechts verdecken.
Wenn es nun hinter einem hupt und man losfährt, kann es geschehen, dass
man urplötzlich eine Vollbremsung hinlegen muss. Nämlich dann, wenn der
Busfahrer, der gerade noch alle Informationen über die Farbe der Ampellichter unterdrückt hat,
Gas gibt und seinen kantigen Diesel ohne Rücksicht und ohne zu schauen auf die
Fahrbahn wuchtet, im blinden Vertrauen darauf, er hätte „Grün“ und Vorfahrt.
Hat er aber beides nicht!
Denn am ZOB von LM gibt es LZA, die speziell für den ÖPNV vorgesehen
sind. Die und NUR die sind für die Verkehrsregelung zwischen Busspur und Straße
verbindlich und sie stehen in Konkurrenz zu einander! Zu lesen sind diese
Zeichen auch für Analphabeten. Querstrich: Stopp. Senkrechter Strich: Fahren!
Zeigt die Farbampel für die Straße grün, zeigt sie für die Haltestelle quer. Und
bedeutet WARTEN. Es bedeutet nicht: Allen Verkehr auf
der Eisenbahnstraße zur Seite drängen und drohen, diesen kurzerhand weg zu
rammen!
Bis heute ist es nur dem Reaktionsvermögen der meisten Autofahrer zu
verdanken, dass es noch nicht zu massiven Unfällen zwischen Bussen und KFZ oder
Radfahrern (die noch beliebtere Opfer der Allebeförderer-Treiber sind) gekommen
ist.
Der Unbedarfte stellt sich allerdings die Frage: Haben die Busfahrer
keinen Führerschein? Sind nicht die Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung für
den Erwerb eines solchen obligatorisch? Und warum sieht man nie einen
Uniformierten an dieser Stelle, der bei diesen eklatanten Rotlichtverstößen
(und um nichts anderes handelt es sich dabei) einmal eingreift?
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