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Samstag, 14. Dezember 2013

Nur Silber für TvE

Es wird dem Mann, der so zum Golde strebt, gar nicht gefallen, aber er ist nur Zweiter geworden, hinter so banal Irdischem wie einer Abkürzung für "Große Koalition".
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das Wort des Jahres gekürt und den nach wie vor nominell amtierenden lokalen Vertreter des Vertreters Gottes auf Erden lediglich auf den zweiten Platz gesetzt. Der
"Protz-Bischof" konnte "GoKo" nicht das Wasser reichen und muss sich daher mit dem Vize-Titel und einer Silbermedaille zufriedengeben. Gold geht an die Realpolitik, die es aber mit Versprechungen und Wahrheiten ganz ähnlich hält.
Doch der Mann, der großzügig bereit ist, all seinen Opfern zu verzeihen, braucht sich im bajuwarischen Exil nicht allzu sehr zu grämen. Es besteht Hoffnung. Das "Unwort" des Jahres ist noch nicht gewählt. Vorschläge werden nach wie vor angenommen...

Samstag, 14. September 2013

Weißer Rauch am Dom?



Am Freitagnachmittag erzitterte die Altstadt wieder einmal vom Geheul schwerer, luftgekühlter Dieselmotoren und das wieder einmal auf klerikale Veranlassung. Die Feuerwehr fuhr in voller Stärke hinauf zum Dom.
Was war geschehen? Stieg dort etwa weißer Rauch auf und Erschrockene hatten die 112 gewählt? Hat Limburg am Ende endlich einen echten Bischof?
Dom zu Limburg: Feuer unter dem Dach?
Doch die Hoffnungsvollen wurden genauso enttäuscht wie die Sensationsgierigen, die die Nonnenmauer hinauftrabten. Zwar wurde die Drehleiter vorsorglich ausgefahren und Freiwillige Wehrleute in voller Montur standen zum Eingreifen parat. Doch das Einzige, das der rettungsdienstlichen Fürsorge bedurfte, war der externe Schaltkasten der Brandmeldeanlage.
Fehlalarm. Wieder einmal. Diesmal nur eben durch die Feuermelder des Doms und nicht durch die des bischöflichen Ordinariats, die in schönster Regelmäßigkeit gerade nächtens einlaufen und die Feuerwehr zwingen, mit einem kompletten Löschzug auszurücken.
An dieser Stelle einmal ein ausdrücklicher Dank an die Bereitschaft dieser Männer und ihre Sensibilität, beim Einsatz zu nachtschlafender Zeit auf das Fahren mit vollem Orchester zu verzichten.
Genervt sein dürften die Freiwilligen sicher, die immer wieder wegen Nichts aus den Betten gerissen werden. Aber das Bischöfliche Ordinariat hat ja kein Geld für eine Brandmeldeanlage, die modernen Ansprüchen bezüglich Zuverlässigkeit genügt. Die Millionen wurden anderweitig vergraben.
Für einen Mann, der das Amt des Bischofs ausüben soll und die Stadt Limburg darob in den vergangenen Wochen bundesweit auf alle Titelseiten und in jede Magazinsendung brachte. So groß war die Publizität, dass sogar das ferne Rom sich des Provinztheaters annehmen musste und ebenfalls mit einer Sendung reagierte. Der Ent-Sendung eines Botschafters für ein „brüderliches Gespräch“.
Eine Woche weilt der päpstliche Inquisitor nun in der Domstadt und man hört… NICHTS.
Wann wo mit wem worüber gesprochen wird und wurde unterliegt einer Nachrichtensperre und selbst durch die Mauern des B. O., die sonst die Dichtigkeit eines mittleren Küchensiebs haben, dringt praktisch kein Wort. Von heute auf morgen ist das Bistum Limburg in Sachen Verlautbarungen praktisch von der Landkarte verschwunden.
Man hört lediglich, dass der Gesandte spricht. Und zwar mit vielen Menschen, wenngleich ausschließlich mit Klerikalen. Worüber weiß man nicht.
Es ist eine Zeit der Spekulationen und Vermutungen. Eine Deutung, die sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, wäre zum Beispiel die Folgende. Wäre irgendetwas, das dem aktuellen Mitraträger Limburgs zur Entlastung oder gar zu Ehre gereichen könnte, zu Tage getreten, wäre dies mit hoher Wahrscheinlichkeit vom rudimentären Propagandaapparat des Bischöflichen Ordinariats mit Posaunenklängen und einem Pontifikalamt verkündet und gefeiert worden.
Doch man schweigt. Man schweigt sehr.
Weniger zurückhaltend sind angesichts der Entwicklungen indessen die werten Kollegen des Betroffenen. Einer nach dem anderen melden sich inzwischen die deutschen Bischöfe zu Wort und sprechen eine immer klarere Sprache. Selbst jene, denen man alles Mögliche nur keine progressive oder gar weltoffene Grundhaltung unterstellen würde, sehen sich genötigt, ein paar Worte zu sagen. Worte, die von allem sprechen, nur nicht von einer Wertschätzung des Landwirtssohns in seinem Palast am Domberg (der eigentlich Mühlberg heißt, aber das ist eine andere Geschichte).
Bambi wohnt hier. Noch.
Er hat ihnen noch nie gefallen und sie haben ihn noch nie wirklich als einen der Ihren betrachtet, doch seine kölsche Protektion und seine devote Papsthörigkeit veranlassten die Meisten, sich mit Äußerungen zurückzuhalten. Ihn den Kreis ihrer Freunde nahmen sie ihn deswegen noch lange nicht auf.
Anlässlich der Ratzinger-Visitation im Jahr 2011 entstand ein Dokumentarfilm, der auf der Berlinale 2012 unter dem Titel „Die Lage“ lief. In erster Linie befasste sich der Filmemacher damit, dass eine ganze Stadt für dieses eine Ereignis zu einem großen Sperrgebiet mit exzessiven Sicherheitsvorkehrungen wurde (ob die Organisatoren sich beim Limburger Altstadtkreis kundig gemacht hatten, wie man derlei mit größtmöglichem Flurschaden durchführt, ist nicht bekannt…). Bei den Dreharbeiten lag es in der Natur der Sache, dass das Großaufgebot an deutschen und europäischen Soutanenträger immer wieder ins Bild kam. Man begrüßte sich, sprach, scherzte, tauschte Anektdoten, debattierte Weinqualitäten, suchte die Toilettenanlagen (Kardinäle, die am Dixi-Klo anstehen, sind ein mehr als wunderlicher Anblick…) und feierte sich und das Ereignis.
Aber dazwischen sah man immer wieder ein einzelnes, verlorenes Wesen in verkrampfter, gebeugter Haltung, die seinem quasi-jugendlichen Alter Hohn sprach, das zu keiner der Gruppen und keinem Freundeskreis gehörte und um das alle einen großen Bogen machten: Bambi - alleine in Erfurt.
Damals schon mied jeder den Kontakt mit TvE.
Heute hingegen sprechen die meisten Bischöfe in ungekannter Klarheit aus, was sie von diesem Mann halten, mit dem die Limburger Diözsese… ausgezeichnet wurde: Sie betrachten ihn als für dieses Amt vollkommen ungeeignet.
Wie bereits einmal erwähnt, ist es nicht wirklich wichtig, was Gegner über einen sagen und denken. Es ist entscheidend, dass man seine Anhänger behält. Kritisch wird es für jeden Amts- und Würdenträger dann, wenn die Freunde von ihm abrücken. Doch was geschieht erst mit denen, die überhaupt keine Freunde haben, wenn sie ihre Protektion verlieren?
Der einsame Palastbewohner gegenüber des Doms könnte einem leidtun.
Er könnte. Aber er muss nicht.
Denn was gerade geschieht, ist nicht, wie seine Weltsicht ihm vermittelt, die nicht weniger fest in den Fels betoniert ist, als sein Privatbunker für seinen Privatgott, das Resultat einer niederträchtigen Hetzkampagne ALLER Medien. Was aktuell abläuft, hat er sich ausschließlich selbst zuzuschreiben.
Wie sagt der Volksmund, der nicht immer nur Blödsinn redet?
Gottes Mühlen mahlen langsam. Aber schrecklich klein.
Und der Müller ist da…

Montag, 26. August 2013

Götterdämmerung am Dom?



Vor einiger Zeit belästigte ich das gläubige, das ungläubige und auch das Glauben heuchelnde Volk mit ein paar Gedanken zur Wahrnehmung der Realitäten dieser Welt durch den lokalen Stellvertreter des Stellvertreters des katholischen Gottes auf Erden.
Nun haben sich unlängst ein paar Ereignisse zugetragen, die geradezu nach einer Fortführung dieser Überlegungen schreien. Gut, das ist jetzt etwas untertrieben. Die Ereignisse tragen sich nicht einfach zu. Sie überschlagen sich nachgerade.
Er möge doch einmal die armseligste Pfarrei seiner Diözese übernehmen, diese führen, sich mit den alltäglichen Problemen eines Seelsorgers vor Ort und den Menschen selbst befassen, um dann sieben Jahre später als geläuterter und weiserer Mann das Amt des Bischofs von Limburg wieder aufzunehmen. Diesen wahrlich ungewöhnlichen und klugen Rat erhielt der aktuelle Limburger Bischof unlängst von einem seiner Untergebenen.
Der Bischof von Limburg fand darauf erwartungsgemäß keine spontane Antwort.
Der Bischof von Limburg kam erwartungsgemäß dem Rat nicht nach.
Die Pyramide vom Domberg
Der Bischof von Limburg lief vielmehr, ebenfalls erwartungsgemäß, zu einem seiner wenigen Freunde (bzw. einem Mann, den er dafür hielt) und weinte sich bei dem über diese Form der Anmaßung aus.
Ob er um Diskretion bat, ist nicht bekannt.
Auf jeden Fall erfolgte keine. Vielmehr machte die Begebenheit als Treppenwitz die Runde. Der Bischof von Limburg sah sich daraufhin genötigt, den betreffenden Stellvertreter, der einen einflussreichen Posten in der Mainmetropole Frankfurt hält und sich dort hoher Anerkennung und Beliebtheit erfreut, in erweiterter Runde zu maßregeln und ihn aufzufordern, sein Amt aufzugeben.
Unter einer der Soutanen im Kreise hatte sich aber wohl ein kleines Vöglein verborgen und dieses zwitscherte die Ereignisse und deren Ursprung der interessierten Presse.
Und die schrieb und so wurde wieder einmal öffentlich verkündet, dass es auch weiterhin Unruhe im Bischöflichen Ordinariat Limburg gibt. Noch mehr Unruhe, als sowieso schon innerhalb der Institution herrscht, in der der nun gar nicht mehr so neue Machthaber in der Manier „Die Diözese bin ich“ die Hallen quert (falls er mal seinen tausendquadratmetrigen Privatpalast verlässt). Diese seine Bewegungen innerhalb der klerikalen Organisation führt er jedenfalls von der ersten Stunde an mit dem Feingefühl eines schweren Bergungsgeräts durch: Was zufällig im Weg steht, wird plattgewalzt.
Bollwerk gegen die böse Welt
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Das Bistum Limburg besteht wahrlich nicht nur aus Unschuldslämmern und Opfertieren mit Betonkragen. Im Prinzip wäre also nichts dagegen einzuwenden, dass jemand versucht, die verkrusteten Strukturen dieses selbstgerechten Provinzapparats aufzubrechen, in dem jeder seine Posten und Pfründe verteidigt und in dem schon mal fette Millionenbeträge jahrzehntelang unbemerkt unterschlagen werden können. Fände diese Übung zu dem Zweck statt, das Verwaltungsungetüm dahingehend zu restrukturieren, dass es die längst vergessene, zentrale Aufgabe einer Kirche wieder wahrnehmen kann, nämlich für den Menschen da zu sein und ihm in seiner seelischen und irdischen Not beizustehen, wäre das sicher zu begrüßen.
Doch darum ging und geht es eben gerade nicht. Nie.
Das Hauptziel aller Aktionen des von außen und ohne Mitspracherecht aufgedrückten Machthabers ist, dafür zu sorgen, dass alles und jeder den ganz persönlichen Wünschen, Gelüsten, Begierden und Ambitionen des Bischofs untergeordnet wird: Alles meins.
Dass sich gegen so etwas Widerstand regen könnte, vermag nur jemanden zu überraschen, der sich mit Wissen über das Wesen des Menschen an sich und die Abgründen seiner Existenz aus Prinzip nicht belastet. Niedlich naiv ist es wohl, wenn jemand trotz fortgeschrittenen Alters tatsächlich glaubt, seine allumfassende Weisheit und die Wahrheit seines Wortes Kraft Amtes seien Legitimation genug, alles so zu richten, wie es ihm gefällt – und alle würden applaudieren und loyal und eigenmeinungsfrei vor, hinter und neben ihm stehen.
In der Diözese sowieso.
Aber auch in dieser schrecklichen, gottlosen Welt außerhalb.
Doch in dieser wird der Unfehlbare seiner eigenen Wahrnehmung nach von Anbeginn unberechtigt und bösartig kritisiert, diskriminiert und bloßgestellt.
Dabei steht nun auf einmal nach einer langen Zeit des Schweigens ein Presseorgan an der Spitze der Bewegung, von dem man das niemals erwartet hätte. In einschlägigen Kreisen wird diese rechtsintellektuelle Publikation ob seiner erschreckend linientreuen und erzkonservativen katholischen Berichterstattung bislang gerne auch mal als das „Hessische Bistumsblättchen“ bezeichnet: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Doch nun ist Wundersames und Erstaunliches geschehen.
Ausgerechnet dieses Hauptverlautbarungsorgan hat dem Bischof von Limburg die Gefolgschaft aufgekündigt und in einem ganzseitigen, bestens recherchierten und formulierten Artikel eine Generalabrechnung mit der Amtsführung des ambitionierten Landwirtssohns publiziert, dass diesem in den Marmorhallen auf dem Domberg tagelang die Ohren geklungen haben müssen.
Macht im Schatten des Doms?
Die seiner Untertanen in der Folge sowieso, denn die mussten das wochenlange Gejammer seiner Hochwürdigsten Eminenz ertragen.
Doch nun reicht es dem General in seinem Labyrinth am Dom.
Das Imperium schlägt gnadenlos und mit aller Macht zurück.
Das Bistum Limburg wird die FAZ in den Ruin treiben. Denn es hat das Abo der Zeitung gekündigt.
Damit nicht genug.
Wie man erfährt, hat das Bistum Limburg ein streng geheimes „Argumentationspapier“ herausgegeben, das alle Untertanen des Bischofs zu nutzen haben, um den „Verleumdungen“ durch die Frankfurter Allgemeine Zeitung entgegenzuwirken.
Was soll man dazu sagen, außer: Zu dumm, zu aussichtslos, zu spät.
Die Publizistikwissenschaft hat sich eingehend mit der Meinungsbildung an sich befasst und dabei bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Eine Erkenntnis ist, dass es vollkommen gleichgültig ist, was ein Medium berichtet und kommentiert und wertet, das in der allgemeinen Wahrnehmung als Gegner einer im Rampenlicht stehenden Person bekannt ist. Auf den lokalen Schöpfervertretervertreter in Limburg bezogen bedeutet das, es spielt für den Konservativen oder Reaktionär oder allgemein auch nur Kirchenhörigen keine Rolle, was Der Spiegel schreibt, da dieses Wochenblatt als, vorsichtig ausgedrückt, katholikenkritisch bekannt ist.
Auch all die Zeitungen und sonstigen Medien, die den Spiegel-Tendenzen hinterherhecheln, sind für die wahren Parteigänger des Katholizismus ohne jede Bedeutung.
In der Öffentlichkeitsarbeit hat jemand, der vom Spiegel zum Feind erklärt wurde, auch niemals eine Chance, dort eine Meinungsänderung zu bewirken. Er kann immer nur bemüht sein, den Schaden möglichst klein zu halten und wenig Angriffsfläche zu bieten.
Worum sich eine gute Propagandaabteilung unbedingt kümmern muss, ist die Pflege der geneigten publizistischen Landschaft. Soll heißen: Sorge dafür, dass Deine Freunde Deine Freunde bleiben.
Das hat der Bischof von Limburg in seiner Hybris nicht getan.
Im Gegenteil.
Es ist ihm gelungen, den Meinungsführer des Konservatismus an sich gegen sich aufzubringen, die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und nun steht er nicht etwa vor einem Scherbenhaufen. Nein, er wird von der Lawine spitzer Steine begraben, die er selbst losgetreten hat.
Notausgang. Köln oder Kloster, das ist hier die Frage...
Genau so, wie es Spiegel-Abschreiber gibt, existiert eine Unzahl von Journalisten, die sich an dem orientieren, was die FAZ vorgibt – und mit deren Ganzseiter haben auch diese alle ihre Hemmungen abgelegt. Man mag vielleicht in der Lokalredaktion am Neumarkt den Schuss nicht gehört haben (wäre auch das erste Mal…), doch selbst in der Hauptredaktion der Frankfurter Neuen Presse, der es ja in der Regel immer gelingt, sich in den schmalen Spalt zu quetschen, den die FAZ noch rechts vom eigenen Standpunkt frei lässt, ist man vom Apologeten bzw. Bejubelerclub des TvE umgeschwenkt.
Und man beginnt Fragen zu stellen. Öffentlich und drängend und, zumindest auf Seiten der FAZ, wohlinformierte und substanzielle. Nicht nur nach Mitarbeiterführung, menschlichem Anstand und Weisheit, sondern auch nach Geldern. Nach deren Auftauchen und Verschwinden, Verwendungen und Verschwendung und, noch viel schlimmer, nach explizit verbindlichen, kirchenrechtlichen Grundlagen von Haushaltsführungen im Geheimetat des bischöflichen Finanzschattenreiches.
„Anfragen der FAZ sind ins Leere laufen zu lassen“, lautet die Anweisung von ganz oben.
Als ob es damit getan sei.
Der Verlust an jeder Rückendeckung durch die publizistische Öffentlichkeit hat Folgen, die nur jemanden überraschen können, der von Medien und deren Wirkung noch weniger weiß, als von den Menschen in seiner Diözese.
Es regt sich Widerstand. Öffentlicher. In einem ungekannten Schulterschluss zwischen Gläubigen und Teilen des Klerus wird in Kirchen und Domen protestiert, benennen Betroffene (oder deuten zumindest erkennbar an, wo die Wurzel des Übels liegt) Ross und Reiter und setzen sich gegen die fortgesetzte Gängelung, Unterjochung, Prunk und mittelalterliche Protzsucht zur Wehr.
Jeden Tag ein wenig mehr.
Inzwischen ist es so weit, dass ein höherrangiger Kirchenmitarbeiter sich traut zu äußern, genau dieser Bischof hätte die gesamte Diözese „vor die Wand gefahren“.
Wäre TvE ein Politiker, wäre er unter diesen Umständen schon lange nicht mehr zu halten.
Was wird als nächstes kommen?
Es bleibt in jedem Fall weiter sehr, sehr spannend.




Donnerstag, 1. August 2013

Bistum Limburg: Mauern einreißen!



Der neue Papst macht es vor: Mauern einreißen, Grenzen überwinden, auf andere zugehen, mit einem offenen Ohr für deren Sorgen und Nöte. Der der lokale Ableger der katholischen Kirche folgt dem Beispiel überraschenderweise nicht nur, sondern stellt sich geradezu an die Spitze der Bewegung.
Doch leider hat man beim Bistum Limburg mal wieder etwas vollkommen falsch verstanden. Es geht beim päpstlichen Vorbild um Taten im übertragenen Sinne. Nicht im realen.
Es geht nicht darum, sich nach Möglichkeit an jedem Ort als Generalbauunternehmer zu verstehen und zu gebärden. Es geht nicht darum, an jeder denkbaren (und oft genug undenkbaren) Stelle der Stadt Limburg Mauern und Wände abzubrechen, dabei jede Grenze zu überschreiten und Sorgen und Nöte bei anderen zu verursachen.
Aber genau das ist aktuell wieder einmal der Fall.
Gerade erst hat der Bewohner der Altstadt den jahrelangen, teils kombinierten Terror aus Schwerlastverkehr und Schiefergehämmer zwischen Palastbau und Stadtkirchenrenovierung hinter sich gelassen, wird die nächste (Überraschung!) Baustelle eröffnet.
Die am Roßmarkt gelegene Wohnanlage aus diversen Reihenhäusern ist nun wieder im Fokus der aktivsten Abteilung des Bischöflichen Ordinariats – und man macht absolut kein Geheimnis daraus, dass auch hier Großes entsteht. Wichtiges. Und vor allem Lautes.
Es scheint für Baumaßnahmen an diesem Gebäudekomplex, der dem Vernehmen nach als Quasi-Altersheim für pensionierte Pfarrer dient, nur eine einzige, geeignete Zeit im Jahr zu geben: Hochsommer, Schulferien. Wohlgemerkt, es geht nicht darum, dass Dächer gedeckt oder Dachstühle erneuert werden müssten. Es geht um exzessiven Innenausbau mit Abriss, Mauerdurchbrüchen und vor allem Bohr- und Presslufthammereinsatz, dass es eine Freude ist. Bei geöffneten oder entfernten Türen und Fenstern. Ohne Rücksicht auf Ruhebedürfnis von Anwohnern bzw. die geistige Leistungsfähigkeit derer, die in nahegelegenen Büros kreativer Arbeit nachgehen wollen, ohne dass ihnen dröhnend jemand im Kopf herumbohrt.
Corpus. Nicht christi. Delicti.
Seit Jahren geht das nun so. Kaum traut sich die Sonne einmal ein paar Tage am Stück hervor, fällt den Verantwortlichen ein, dass man nun unbedingt einem weiteren der Pfarrerhäuser die Eingeweide herausreißen muss. Es scheint absolut undenkbar zu sein, dass einer der neuen Pensionäre eine Wohnung dort auch nur betritt, wo ein Vorgänger mit seinen Fußpilzsohlen die Badezimmerfliesen berührt hat. Nein, das geht absolut nicht, also braucht jeder Bewohnerwechsel automatisch neue Sanitäreinrichtung und die alten Wandverkleidungen, die offenbar in Stahlbeton gegossen wurden, müssen mit größtmöglichem Aufwand heruntergeprügelt werden. Ab 7:00 Uhr Morgens und bevorzugt zwischen 12 und 14 Uhr Mittags, damit auch ja jeder mitbekommt, dass dort GEARBEITET wird.
Das reicht aber noch nicht. So wie es aussieht, erwirbt jeder Pensionär mit dem dortigen Wohnrecht offenbar auch die Option, den Grundriss seines Appartements vollkommen neu nach seinen Wünschen gestalten zu lassen. Zum Tapezieren jedenfalls muss kein Mensch Wände heraushauen.
Für normal denkende Menschen ist es einfach nicht zu verstehen, warum, für den Fall, dass tatsächlich eine Generalsanierung eines Gebäudes erforderlich ist, diese nicht in einer einzigen, konzentrierten Maßnahme erfolgen kann. Warum, wenn es sich ausschließlich um Innenausbauten handelt, können diese nicht in einer Zeit erfolgen, in der der Mensch nicht gezwungen ist, alle Fenster aufzumachen, um wenigstens halbwegs erträgliche Temperaturen in Häusern und Büros zu erreichen? Warum kann man solche Arbeiten nicht ausführen, wenn sowieso alle Baufirmen verzweifelt auf der Suche nach Aufträgen sind, die NICHT im Freien auszuführen sind? Die Jahreszeit nennt sich „Winter“.
Warum ist es in Limburg und am Rossmarkt unverzichtbar, in jedem, aber auch wirklich jedem Sommer seine Nachbarn mit größtmöglicher Effizienz und Ignoranz durch Baulärm zu schikanieren?

Donnerstag, 13. Juni 2013

Limburger halten ihre Stadt besenrein. Ganz plötzlich.

Vor einem knappen halben Jahr konstatierte der Bürgermeister noch den Bürgern der Altstadt, sie würden es mit der Reinlichkeit nicht so arg genau nehmen. Aus diesem Grund sei es unbedingt erforderlich, bis zu sechsmal die Woche schweres Gerät aufzufahren um den Dreck, den die Hausbesitzter und -bewohner hinterließen, zu beseitigen. Das hatten Erhebungen und eingehende Untersuchungen durch hochgradig kompetente Bedienstete der Stadt ergeben. Die Bürger machten nur Dreck, aber keinen weg. Und dafür sollten sie zahlen. Sehr, sehr viel zahlen. Der Sturm der Entrüstung der so Diffamierten war für die Stadtherrscher völlig überraschend nicht nur einer im Wasserglas, wie man es eigentlich in Limburg kannte und erwartete, sondern schlug Wellen weit über die Ortsgrenzen hinaus. Die mehr als berechtigte Empörung brachte die Domstadt einmal aus anderen Gründen als wegen klerikaler Ausfälle und Affären auf die Landkarte und dem gewählten Stadtoberhaupt einen Fernsehauftritt ein.
Das Resultat war, dass die "Kehrsatzung" von denselben Leuten, die sie beschlossen hatten, außer Kraft gesetzt wurde.
Es wurde eine Kommission eingesetzt. Die zu einem nicht unerheblichen Teil aus denen bestand, die für das vormalige Debakel verantwortlich waren und sich nun auf dieselben Quellen stützen, die damals den Schweinestallstatus der Stadt behaupteten.
Das tun sie nun nicht mehr. Es liegt ein erstes Ergebnis vor und es kann den Bewohnern zur Beruhigung dienen. Nunmehr konstatiert man gnädigerweise, dass sich der gemeine Altstadtbürger aus den Niederungen eines säuischen Daseins offenbar wundersamerweise in den eines Humanoiden erhoben hat. Die Stadt erstickt nicht im Dreck. Willfährige Interpreten dieser Erkenntnisse werden nun sicher argumentieren, es sei ausschließlich dem Druck durch die Stadt zuverdanken, dass dieser erfreuliche Zustand nun eingetreten ist.
Ist es aber nicht. Die Bürger tun nur das, was sie schon immer getan haben, was man ihnen aber kurzerhand abgesprochen hatte, um ein Alibi für eine weitere, kommunale Abzocke zu finden: sie fegen. Regelmäßig.
Alles sauber? (c) w. r. wagner/pixelio
Nun steht also fest, dass sehr, sehr viel weniger als noch im Dezember behauptet, der Einsatz der kommunalen Dreckspurzieher und Müllerverteiler-Maschinen erforderlich ist.
Das sollte zur Beruhigung dienen.
Theoretisch.
Wären da nicht sofort wieder die Drohungen mit Satzungen und Paragraphen. Und Rechnungen. Wie das bezahlt werden soll, steht nämlich noch in der Sternen und muss berechnet werden. Mit einiger Sicherheit wieder von denselben Menschen, die bei der Festlegung der gekippten Gebühren zwischen Monaten und Jahren nicht unterscheiden konnten. Oder wollten. Oder durften. Und die mit kreativer Buchführung aus realen 3 Metern Straßenfront auch mal schnell 30 errechneten.
Zahlen gibt es also noch nicht zu vermelden. Doch wie immer sie aussehen, Vorsicht und Skepsis werden sicher angebracht sein.
Konkretes wurde generell nur in kleinen Dosierungen bislang verkündet. Aber zwischen Schlangensatzverlautbarungen, deren Sinngehalt ein literaturwissenschaftliches Studium angebracht erscheinen lässt, versteckte sich die obligatorische Bombe.Wie immer. Wir sind ja in Limburg.
Ausgenommen von Zahlungen sind neben städtischen solche Grundstücke, die überwiegend öffentlichen Zwecken dienen. Soll heißen, deren Eigentümer bekommen die Straße umsonst gefegt. Da könnte nun der gemeine Limburger rätseln, wer denn festlegt, was ein öffentlicher Zweck ist. Besteht die Möglichkeit, dass die Stadt LM in vorauseilendem Gehorsam wiedermal genau diesen Status dem lokalen Großgrundbesitzer in der Altstadt einschließlich Domberg zuschreibt?
Bedeutet das am Ende des Tages, dass jeder Bürger, jeder Wirt, jedes Unternehmen für die Straßenreinigung bezahlt? Das Bischöfliche Ordinariat aber nicht?

Dienstag, 28. Mai 2013

Bischof von Limburg in Lebensgefahr?



Der Bischof von Limburg gilt als gefährdete Person und potenzielles Angriffsziel extremistischer Aktivitäten aller Couleur. Aus diesem Grund besitzt sein monumentales Dienstfahrzeug nicht weniger als drei unterschiedliche Kennzeichenpaare. Ob das gleichfalls vorhandene, immer auf dem Armaturenbrett platzierte Schild „Bischof von Limburg“ zur Anonymität seiner Fortbewegung beiträgt, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall ist man an den richtigen wichtigen Orten um seine Sicherheit besorgt. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollte der hauptberufliche Bischofsfahrzeuglenker auch eine Funktion als Bewacher des Leibes seiner hochwürdigsten Exzellenz ausüben. Es schien also alles für die Sicherheit des lokalen Klerikalen getan.
Es schien.
Man hatte nämlich offenbar nur Gefahren von außen bedacht, ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die größte Bedrohung während bischöflicher Transporte INNEN entstehen könnte. Im Fahrzeug, konkret gesagt.
Auf dem Fahrersitz.
Der Spiegel meldet und nach Recherchen von mittelhessen.de dementiert das Bischöfliche Ordinariat nicht, dass es einen Vorfall gab, der den Chauffeur des Bischofs von Limburg ins Zentrum polizeilicher Ermittlungen rückt. Er soll zwischen Limburg und Wiesbaden gestoppt worden sein. Es besteht angeblich der Verdacht auf Alkohol am Steuer.
Dringend benötigt: Der heilige Christopherus

(c) Dieter Schütz/pixelio.de
Den Fans und Bejublern des Residenten vom Domberg sei versichert, dem Bischof höchstselbst ist nichts passiert. Er war, wie man vermeldet, zum betreffenden Zeitpunkt nicht im Wagen. Aber wie verhält es sich mit den vielen, vielen Fahrten zuvor? In welchem Zustand bewegte der Lenker des bischöflichen Schwerlastpersonenbeförderungsgeräts dasselbe auf seinen sonstigen Reisen? Befand sich unser aller Bischof gar in einer fortgesetzten Lebensgefahr, sobald er den Rücksitz seines Mobilbüros okkupierte?
Darüber gibt es keine Meldungen. Das Bischöfliche Ordinariat wählt von den zwei Optionen, die es hat, sobald um eine Auskunft ersucht wird, die Variante B.
Möglichkeit A beinhaltet das ausführliche Beantworten einer Frage, die man absolut NICHT gestellt hat. 
Variante B dagegen die Mitteilung, dass man sich nicht äußert, in der Regel mit Hinweis auf legalistische Motive.
Man äußert sich also nicht. In diesem Fall ist es sogar einmal nachvollziehbar und wohl korrekt. Besoffen Autofahren ist ein eigenhändiges Delikt und der Täter dafür persönlich verantwortlich und zu belangen. Dem Bischof dabei eine Mittäterschaft zu unterstellten und das BO damit in eine Erklärungsnot zu versetzen, wäre mehr als weit hergeholt. Auch der Hinweis darauf, dass interne Personalangelegenheiten nicht publiziert und kommentiert werden, ist so in Ordnung. Was immer mit dem Mann und seinen vielen Jobs und Titeln geschieht, ist eine Sache zwischen Arbeitgeber und –nehmer.
Eine Frage stellt sich dem (nicht ganz so) unparteiischen Beobachter aber. Wie sieht die Zukunft in der Bischöflichen Quasistaatskarosse aus? Kann der Insasse sicher sein, sein Ziel gefahrlos zu erreichen? In Frankreich ist nunmehr das Mitführen eines Alkoholtestgeräts in jedem KFZ Pflicht. Wäre das nicht auch eine Lösung? Dann könnte der Bischof von Limburg blasen lassen. Vor jedem Fahrtantritt.