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Samstag, 14. Dezember 2013

Nur Silber für TvE

Es wird dem Mann, der so zum Golde strebt, gar nicht gefallen, aber er ist nur Zweiter geworden, hinter so banal Irdischem wie einer Abkürzung für "Große Koalition".
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das Wort des Jahres gekürt und den nach wie vor nominell amtierenden lokalen Vertreter des Vertreters Gottes auf Erden lediglich auf den zweiten Platz gesetzt. Der
"Protz-Bischof" konnte "GoKo" nicht das Wasser reichen und muss sich daher mit dem Vize-Titel und einer Silbermedaille zufriedengeben. Gold geht an die Realpolitik, die es aber mit Versprechungen und Wahrheiten ganz ähnlich hält.
Doch der Mann, der großzügig bereit ist, all seinen Opfern zu verzeihen, braucht sich im bajuwarischen Exil nicht allzu sehr zu grämen. Es besteht Hoffnung. Das "Unwort" des Jahres ist noch nicht gewählt. Vorschläge werden nach wie vor angenommen...

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Bischofskrieg in Limburg: Die Hofschranzen greifen zu den Waffen


Limburg hat es geschafft. Die Stadt zwischen Westerwald und Taunus ist auf die Titelseiten aller Tageszeitungen der Bundesrepublik zurückgekehrt – erstmalig seit dem brutalen Angriff einer Polizistin in privater Mission auf zwei Fußballerinnen des VfR 07 Limburg während eines Pokalspiels.
Man spricht und schreibt über Limburg, dessen Altstadt gestern regelrecht von wichtigen Menschen mit Mikrofonen und vor und hinter Kameras belagert wurde. Die Straßenverkehrsordnung gilt übrigens auch für Fahrzeuge von Fernsehsendern und Rundfunkanstalten. Das sei an dieser Stelle einmal ins Gedächtnis gerufen.
Es fanden sich gestern immer wieder Spezialisten mit unglaublichem Fach- und Detailwissen, die in jedes Tonaufnahmegerät sprachen, das die Reporter nicht schnell genug wegzogen.
Experten in Sachen Bischof von Limburg poppten allerorten aus dem Boden wie die Pilze in den Herbstwäldern, selbst dort, wo man sie weder vermutet noch gesucht hätte.
Der Tenor der heutigen Berichterstattung, die durchgängig wieder einmal auf Erst- und Agenturmeldungen der FAZ beruht, ist einmütig: Die Luft für TvE ist nicht mehr dünn, sie ist praktisch nicht mehr vorhanden und auch Schnappatmung dürfte kaum sein Überleben im Amt ermöglichen.
Es findet sich zurzeit eine bisher nicht dagewesene Einheitsmeinung von hoher moralischer Qualität: All das darf man nicht, nicht einmal oder schon gar nicht als Träger eines solchen Amtes.
Somit ist also die Jagd freigegeben und nahezu jeder fühlt sich berufen, an der fröhlichen Hatz teilzunehmen.
Einzeltäterunterschlupf?
Vermutlich bleibt es am Ende der Staatsanwaltschaft Hamburg vorbehalten, nach dem fast ein Jahr währenden Gegacker endlich auch einmal ein Ei zu legen und dem waidwunden Rehlein mittels eines Verfahrens oder eines Strafbefehls den Fangschuss zu geben.
Das Volk schreit nach Blut und irgendwer wird es ihm gegeben. Irgendwann, in naher Zukunft.
Doch bevor dieser neue, schlagzeilenträchtige Umstand eintritt, wäre es vielleicht an der Zeit, gerade jetzt einmal einen Schritt zurückzutreten und sich zu besinnen, was zur Zeit abläuft.
Mit den Grundgedanken des Christentums, wie sie der Zimmermann vor mehr als 2000 Jahren in bemerkenswerten Redebeiträgen einer begrenzten Zuhörerschaft nahezubringen versuchte, hat es jedenfalls nicht einmal am Rande zu tun. Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein", sagte er bei einer Gelegenheit, als der Mob sich ein Opfer ausgesucht hatte. In und um Limburg findet man dieser Tage jede Menge Steine - und diese allzu häufig in Händen, die nicht von Arbeit schmutzig sind. 
Bemerkenswerterweise stimmen nun sehr spät verschiedene Menschen in das Geheul der Wölfe ein, die Bambi durch das Dickicht seiner eigenen Realitätswahrnehmung hetzen, die eine gefühlte Ewigkeit lang abwiegelten, verteidigten, Kritiker attackierten und diskriminierten oder einfach nur wegschauten oder schwiegen, als ihr Auftrag doch ein ganz anderer gewesen wäre.
Da liest man nun Leitartikel mit Rücktrittsforderungen von Chefschweigern, die dafür sorgten, dass TvE lokal kein Thema war, während man im Mutterhaus der Zeitung bereits auf Distanz gegangen war. Aber die eigenen Eitelkeiten und Verbindungen, das sich sonnen Wollen und Dürfen im Schatten der lokalen Macht waren bedeutender als eine journalistische Berufung.
Der übliche Verdächtige und kommunalpolitische Lautsprecher, der vor Kurzem noch brüsk verkündete, es sei ihm völlig Latte, ob der Prunkbau nun den Domberg verschandele oder ob er überhaupt so genehmigt sei, weil er ja nun fertig wäre, schwingt sich in einer 180° Wende zum Chefkritiker und selbstredend Kirchenverwaltungsfachmann auf und stellt sich gegen den Mann, dem er seit Amtseinführung unterwürfigst gar zu gerne jeden Wunsch auf Kosten der Stadt erfüllt hätte und hat.
Ein Gremium von Spesenrittern, das sich mit Begeisterung von Posten und Titeln schmücken ließ, gab zwei Jahre lang kollektiv den Abnickverein, ohne auch nur ein einziges Mal eine Frage zu stellen oder gar auf eine Antwort zu beharren.
Und was wollen diese nun mit dem Dolche?
Die Titanic Bistum Limburg ist auf den Eisberg gelaufen – und es ist die Erste Klasse, die in die wenigen Rettungsboote drängt. Die Mittäter kraft Unterlassung sind es ausgerechnet, die nun am lautesten brüllen und es in einem Fall innerhalb eines einzigen Satzes schaffen, das gesamte Angebot an juristischen und medizinischen Deutungen des bischöflichen Handelns und/oder psychischen Zustandes zur freien Auswahl zu präsentieren.
Aber sie selbst, sie sind ohne jede Schuld. 
Und so fliegen sie nun, die Steine.
Der Einsame vom Dompalast ist ganz sicher kein angenehmer Mensch. Seine Prunk, seine Arroganz, seine Herrschsucht und weltfremde Hybris offenbaren massive Charakterschwächen, die die meisten Menschen nicht in ihrem Freundeskreis finden wollen.
Doch was immer hoch oben über Limburg geschehen ist, eines ist sicher: EIN einzelner Mann wäre ohne aktive und passive Unterstützung von Vielen an den Schaltstellen niemals in der Lage gewesen, all das aus- und anzurichten.
Dass es nun genau diese potentiellen Mittäter und Mitwisser sind, die sich um die Plätze in der ersten Reihe der Verfolger drängen, ist psychologisch sicher nachvollziehbar und zutiefst menschlich. Im negativsten Sinne.
Christlich jedoch ist es nicht.
Ganz bestimmt nicht.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Das große PLUS: Bischöfliche Zwischenbilanz

Die "+"-Tasten der Rechner wurden offenbar eifrig und mit sich beharrlich steigerndem Grauen gedrückt, als der Verwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls versuchte, eine Zwischenbilanz bezüglich der Baukosten der Bistumsleiterzweizimmerwohnung zu ziehen. Jenes erlesene Geheimgremium befasste sich also damit, das als Einziges Kenntnis über die Vermögenslage des jeweils aktuellen Stellvertreters des Stellvertreters des Schöpfers an sich hat. Oder haben soll, wie die staunende Öffentlichkeit nun erfährt, denn man zeigt sich überrascht über die Summe, die ausgeworfen wurde.
31 Millionen Euro.
31.000.000,00 €
Zehnmal soviel, wie bei einer allerersten Kostenschätzung verkündet wurde - und bereits DIESE hatte für erheblichen Unmut und Proteste innerhalb der Diözese gesorgt.
Nun verkündeten die Schatzmeister des Bischofs also (angeblich gegen dessen erklärten Willen, obwohl er genau diese Öffentlichkeit noch vor wenigen Wochen fest versprochen hatte), wie unendlich viel teurer Bambis Palast geworden ist. Vorerst. Betrachtet man die klerikale Salamitaktik der Informationsdistribution, muss man davon ausgehen, dass in irgendwelchen Ecken sicher noch weitere, bis dato unbekannte Rechnungen liegen oder andere noch gar nicht gestellt wurden.
31 Millionen sind es nun also. Soweit. 
Das ist eine Summe, die das reale Vorstellungsvermögen der meisten Menschen überschreitet. Vielleicht nähert man sich dieser am besten wie folgt an. Setzt man nur einen akuellen Tagesgeldsatz von 1,5% an, dann würde diese Summe pro Jahr Zinsen in Höhe von 465.000,-- Euro bringen. Pro Tag wären das 1.273,97 Euro, also mehr als sehr viele Menschen, die jeden Tag 8 Stunden und mehr wirklich hart arbeiten, pro Monat im Geldbeutel haben. Und das sind, wie gesagt, nur die Zinsen.
Sich selbst im Weg: Klerikaler Schiefer und Berichterstattung
Woher diese 31 Millionen Silberlinge am Ende des Tages und der Zahlungsfristen eigentlich kommen sollen und werden, darüber schweigt man sich indessen aus. Es scheint aber da zu sein. Geld. Säckeweise.
Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf die Vermögenslage des Bistums an sich, das sich bei jeder Gelegenheit bettelarm rechnet und auf staatliche Alimentation in jeder Hinsicht pocht und sich darauf verlassen kann, dass Staat und Stadt willfährig und in vorauseilendem Gehorsam die eigene, eigentlich leere Kasse öffnen.
Man braucht nur den Blick ein wenig am Dom vorbei schweifen zu lassen und sieht das Schloss, das nun mit Millionenaufwand ausschließlich als Stimm- und Mannschaftstrainingszentrum für klerikale musikalische Gruppen hergerichtet wird.
Bambi hat sich sicher schon auf die vielen glockenklaren Stimmen gefreut, die viel häufiger erklingen soll(t)en, sobald er in Gold und Seide gehüllt seiner Passion nachkommt, dem Inszenieren seiner selbst im Rahmen einer Liturgie.
Doch die Wahrscheinlichkeit, dass er nach diesen vorerst letzten (und ihn selbst erschütternden, heißt es) Entwicklungen noch das Weihnachtsfest in Limburg erlebt, scheint weiter rapide zu sinken.
Wie man hört, hat er alle öffentlichen Termine abgesagt.
Der Unbeteiligte fragt sich, wie man ihn im Fall eines Falles und des Demission aus seinem Bunker herausbekommt, wenn er sich dort hinter seinen Panzersperren verbarrikadiert und sich verzweifelt an die Schatztruhen krallt.
Schickt der Papst dann die Schweizer Garde?

Freitag, 4. Oktober 2013

Bistum Limburg: Vielflieger fliegt



Eigentlich war es seine Aufgabe, das Bistum zu führen, aber offenbar umfasst dieses nach seiner Auffassung den gesamten Himmel. Wie wäre sonst zu erklären, dass der noch bis Jahresende amtierende Generalvikar (die Betonung liegt dabei, schenkt man Untergebenen Glauben, auf „General“) seine Amtsgeschäfte wohl überwiegend vom Flugzeug aus führte? Jedenfalls in einem solchen Maß, dass er durch (selbstredend) rein privat erflogene Bonusmeilen zwei Erster Klasse Upgrades für seinen zu dem Zeitpunkt noch Männerfreund Bambi T. v. E. und sich selbst auf der inzwischen berühmten und eher unheiligen Reise nach Indien aus seinem Entfernungspunkte-Pool spendieren konnte.
Hinrichtung im Schatten des Doms
Was in bischöflicher Lesart dann jedoch nie stattgefunden hatte, wie beeidet wurde.
Nun fliegt er also noch einmal, doch diesmal aus dem Amt. Miles & More gibt es dafür nicht. Denn er wird, um ein Bild aus einem anderen Reisegenre zu wählen, über die Reling geschubst und zum Jahr 2014 versenkt.
Ballast über Bord, könnte man sagen oder: Ein Bauernopfer.
Der nominell für Bauexzesse, Weltreisen, Mitarbeitererniedrigung und Haushalten mit der doppelseitigen Axt Zuständige ist sicher nicht das Unschuldslamm und der presseverfolgte Heilige, als den er sich traditionell hingestellt hat.
Aber er hat(te) einen großen Vorgesetzten, dem er immer wieder und gerne in teils vorauseilendem Gehorsam mit im Bistum exzeptionellem Eifer zu Diensten war.
Gedankt wird es ihm von seinem Befehlshaber nun nicht. Der Schwarze Peter ist in seiner Hand gelandet – und die Karten sind so gezinkt, dass der Mitspieler ihn sicher nicht zurück erhält. Wären die Umstände andere, könnte man das Ganze als das Resultat der Erkenntnis betrachten, dass es so und vor allem mit diesem Mann nicht weitergehen kann. Doch darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, den eigenen Kopf zu retten und zu dem Zweck musste einfach irgendwas unternommen werden, das wenigstens von außen wie eine Veränderung aussieht. 
Ob es aber hilfreich ist, ausgerechnet den allerletzten Getreuen nun als Dank für seine Loyalität zu skalpieren?
Die Zeit wird es weisen. 
Nach wie vor stehen zwei nicht unwesentlicheVeranstaltungen bzw. Entscheidungen an, auf die der Einsame vom Dombergpalast absolut keinen Einfluss hat. 
Die Untersuchungskommission zur Finanzierung des Prunkbaus besteht nicht nur aus Kreuzträgern sondern auch aus externen Fachleuten, die nicht Kraft Kirchenrecht Untergebene des Millionenprassers sind. Dem Vernehmen nach haben alle ihre Taschenrechner dabei und wissen, wo die "+" Taste zu finden ist.
Und dann war da noch der Bescheid der Staatsanwaltschaft Hamburg, der schon seit einer Woche überfällig ist. 
Man kann nur vermuten, in welche Richtung dieser gehen wird, doch wer sich mit Strafrecht auch nur ein klein wenig befasst hat weiß, dass zu einer bedingungslosen Einstellung eines Ermittlungsverfahrens alles Mögliche erforderlich ist. Nur eben keine abschließende Stellungnahme der Anwälte der Verdächtigen. Und damit so lange zu zögern, eine Einstellung und damit Entlastung des Betreffenden zu verkünden, gibt es einerseits keinen Grund, andererseits ist der zu Unrecht Verdächtige zu schützen, indem man eine solche Entscheidung so schnell wie möglich bekanntgibt.
Aber nichts davon ist passiert.
Bis heute.
So oder so, das Bistum Limburg kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen.
Den Ersten hat es nun erwischt.
Doch der Fisch stinkt auch dann noch vom Kopf her, wenn man den Schwanz abgeschnitten hat.

Samstag, 14. September 2013

Weißer Rauch am Dom?



Am Freitagnachmittag erzitterte die Altstadt wieder einmal vom Geheul schwerer, luftgekühlter Dieselmotoren und das wieder einmal auf klerikale Veranlassung. Die Feuerwehr fuhr in voller Stärke hinauf zum Dom.
Was war geschehen? Stieg dort etwa weißer Rauch auf und Erschrockene hatten die 112 gewählt? Hat Limburg am Ende endlich einen echten Bischof?
Dom zu Limburg: Feuer unter dem Dach?
Doch die Hoffnungsvollen wurden genauso enttäuscht wie die Sensationsgierigen, die die Nonnenmauer hinauftrabten. Zwar wurde die Drehleiter vorsorglich ausgefahren und Freiwillige Wehrleute in voller Montur standen zum Eingreifen parat. Doch das Einzige, das der rettungsdienstlichen Fürsorge bedurfte, war der externe Schaltkasten der Brandmeldeanlage.
Fehlalarm. Wieder einmal. Diesmal nur eben durch die Feuermelder des Doms und nicht durch die des bischöflichen Ordinariats, die in schönster Regelmäßigkeit gerade nächtens einlaufen und die Feuerwehr zwingen, mit einem kompletten Löschzug auszurücken.
An dieser Stelle einmal ein ausdrücklicher Dank an die Bereitschaft dieser Männer und ihre Sensibilität, beim Einsatz zu nachtschlafender Zeit auf das Fahren mit vollem Orchester zu verzichten.
Genervt sein dürften die Freiwilligen sicher, die immer wieder wegen Nichts aus den Betten gerissen werden. Aber das Bischöfliche Ordinariat hat ja kein Geld für eine Brandmeldeanlage, die modernen Ansprüchen bezüglich Zuverlässigkeit genügt. Die Millionen wurden anderweitig vergraben.
Für einen Mann, der das Amt des Bischofs ausüben soll und die Stadt Limburg darob in den vergangenen Wochen bundesweit auf alle Titelseiten und in jede Magazinsendung brachte. So groß war die Publizität, dass sogar das ferne Rom sich des Provinztheaters annehmen musste und ebenfalls mit einer Sendung reagierte. Der Ent-Sendung eines Botschafters für ein „brüderliches Gespräch“.
Eine Woche weilt der päpstliche Inquisitor nun in der Domstadt und man hört… NICHTS.
Wann wo mit wem worüber gesprochen wird und wurde unterliegt einer Nachrichtensperre und selbst durch die Mauern des B. O., die sonst die Dichtigkeit eines mittleren Küchensiebs haben, dringt praktisch kein Wort. Von heute auf morgen ist das Bistum Limburg in Sachen Verlautbarungen praktisch von der Landkarte verschwunden.
Man hört lediglich, dass der Gesandte spricht. Und zwar mit vielen Menschen, wenngleich ausschließlich mit Klerikalen. Worüber weiß man nicht.
Es ist eine Zeit der Spekulationen und Vermutungen. Eine Deutung, die sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, wäre zum Beispiel die Folgende. Wäre irgendetwas, das dem aktuellen Mitraträger Limburgs zur Entlastung oder gar zu Ehre gereichen könnte, zu Tage getreten, wäre dies mit hoher Wahrscheinlichkeit vom rudimentären Propagandaapparat des Bischöflichen Ordinariats mit Posaunenklängen und einem Pontifikalamt verkündet und gefeiert worden.
Doch man schweigt. Man schweigt sehr.
Weniger zurückhaltend sind angesichts der Entwicklungen indessen die werten Kollegen des Betroffenen. Einer nach dem anderen melden sich inzwischen die deutschen Bischöfe zu Wort und sprechen eine immer klarere Sprache. Selbst jene, denen man alles Mögliche nur keine progressive oder gar weltoffene Grundhaltung unterstellen würde, sehen sich genötigt, ein paar Worte zu sagen. Worte, die von allem sprechen, nur nicht von einer Wertschätzung des Landwirtssohns in seinem Palast am Domberg (der eigentlich Mühlberg heißt, aber das ist eine andere Geschichte).
Bambi wohnt hier. Noch.
Er hat ihnen noch nie gefallen und sie haben ihn noch nie wirklich als einen der Ihren betrachtet, doch seine kölsche Protektion und seine devote Papsthörigkeit veranlassten die Meisten, sich mit Äußerungen zurückzuhalten. Ihn den Kreis ihrer Freunde nahmen sie ihn deswegen noch lange nicht auf.
Anlässlich der Ratzinger-Visitation im Jahr 2011 entstand ein Dokumentarfilm, der auf der Berlinale 2012 unter dem Titel „Die Lage“ lief. In erster Linie befasste sich der Filmemacher damit, dass eine ganze Stadt für dieses eine Ereignis zu einem großen Sperrgebiet mit exzessiven Sicherheitsvorkehrungen wurde (ob die Organisatoren sich beim Limburger Altstadtkreis kundig gemacht hatten, wie man derlei mit größtmöglichem Flurschaden durchführt, ist nicht bekannt…). Bei den Dreharbeiten lag es in der Natur der Sache, dass das Großaufgebot an deutschen und europäischen Soutanenträger immer wieder ins Bild kam. Man begrüßte sich, sprach, scherzte, tauschte Anektdoten, debattierte Weinqualitäten, suchte die Toilettenanlagen (Kardinäle, die am Dixi-Klo anstehen, sind ein mehr als wunderlicher Anblick…) und feierte sich und das Ereignis.
Aber dazwischen sah man immer wieder ein einzelnes, verlorenes Wesen in verkrampfter, gebeugter Haltung, die seinem quasi-jugendlichen Alter Hohn sprach, das zu keiner der Gruppen und keinem Freundeskreis gehörte und um das alle einen großen Bogen machten: Bambi - alleine in Erfurt.
Damals schon mied jeder den Kontakt mit TvE.
Heute hingegen sprechen die meisten Bischöfe in ungekannter Klarheit aus, was sie von diesem Mann halten, mit dem die Limburger Diözsese… ausgezeichnet wurde: Sie betrachten ihn als für dieses Amt vollkommen ungeeignet.
Wie bereits einmal erwähnt, ist es nicht wirklich wichtig, was Gegner über einen sagen und denken. Es ist entscheidend, dass man seine Anhänger behält. Kritisch wird es für jeden Amts- und Würdenträger dann, wenn die Freunde von ihm abrücken. Doch was geschieht erst mit denen, die überhaupt keine Freunde haben, wenn sie ihre Protektion verlieren?
Der einsame Palastbewohner gegenüber des Doms könnte einem leidtun.
Er könnte. Aber er muss nicht.
Denn was gerade geschieht, ist nicht, wie seine Weltsicht ihm vermittelt, die nicht weniger fest in den Fels betoniert ist, als sein Privatbunker für seinen Privatgott, das Resultat einer niederträchtigen Hetzkampagne ALLER Medien. Was aktuell abläuft, hat er sich ausschließlich selbst zuzuschreiben.
Wie sagt der Volksmund, der nicht immer nur Blödsinn redet?
Gottes Mühlen mahlen langsam. Aber schrecklich klein.
Und der Müller ist da…

Donnerstag, 5. September 2013

Bistum nach Disney-Art?




Mit weit aufgerissenen, großen Augen stakst er auf wackeligen Beinen staunend durch eine ihm unbekannte, fremde und beängstigende Welt und fürchtet sich vor der Attacke eines Schmetterlings. Sein Erscheinungsbild hat dem Bischof von Limburg einen Spitznamen eingetragen, der zurzeit rasend schnell die Runde in der Domstadt macht: Bambi.
Es gibt tatsächlich einige Parallelen. In Bambis Welt dominieren schwülstige Musik und schmalzige Songs, man spricht kaum miteinander und wenn es hart auf hart geht, ruft das Rehlein nach seiner Mama.
Doch der Bambi Disneys hat echte Freunde. Und er wird am Ende ein stattlicher Hirsch.
Da endet der Gleichklang. Dass aus dem Limburger Kitz noch einmal ein aufrechtes, männliches Wesen werden könnte, das souverän sein Revier beherrscht, ist sehr, sehr unwahrscheinlich.
Zumindest die Ereignisse bzw. Nichtereignisse der letzten Tage sprechen eindeutig dagegen.
Fünfmal war der Stellvertreter in der Presse, seit er überregional Limburg auf die Landkarte und jedem Fahrer mit LM-Kennzeichen Reaktionen zwischen Mitleid und Spott gebracht hat („Was habt IHR denn da für einen…“).
Wer sich selbst erhöht, soll...
Und fünfmal platschte er für die, die genau hinsehen und hinhören auch gleich wieder knöcheltief in den Fettnapf der dilettantischen Öffentlichkeitsarbeit.
Statt sich dem zu stellen, was er da verursacht hatte, kletterte der Limburger Papst im Wartestand a. D. als Allererstes gleich wieder an Bord eines Flugzeugs, jettete nach Rom und weinte sich dort an einer männlich-starken Schulter aus. Man ließ verlauten, er hätte Unterstützung und Beistand erfahren.
Welcher Art, darüber schwieg man sich aus.
Dann folgte der erste öffentliche Auftritt, den Presse und Fernsehen gerne als High-Noon in FFM gesehen hätten. Aber glitschig wie immer entwand TvE sich allen verfänglichen Fragen. Nur eine Wirkung hatte die Berichterstattung ganz offensichtlich. Das bajuwarische Schlachtschiff war im Hafen geblieben und man war mit einem Passat gen Main gesegelt. Als ob dieses Zugeständnislein irgendetwas daran ändern würde, dass das Gefährt nun einmal vorhanden ist und nur allzu gerne genutzt wird (insbesondere für rasante Stadtfahrten, wie am letzten Freitag zu beobachten…).
Dann folgte der ganz, ganz große Befreiungsschlag. Sozusagen. Dachte man auf dem Domberg.
Man gewährte ein Interview, in dem offen jede Frage erlaubt war. Heißt es. Und wer waren die kritischen Journalisten? Befehlsempfänger des in seiner Diözese ähnlich beliebten Kardinals Meissner. Ein katholisches Radio aus Köln, von dem hierzulande noch nie jemand etwas gehört hatte, führte das Interview, das TvE „spontan“ zusagte.
Man muss schon sehr viel glauben, wenn man hier nichts anderes als eine abgekartete und abgesprochene Sache sieht. Das Ergebnis war dann entsprechend und vor allem entlarvend. Sogar bei pseudokritischen, dreimal gesiebten Fragen war der Bischof von LM nicht in der Lage, eine Antwort zu geben, die wirklich etwas mit der Frage zu tun hatte.
Karnevalistisch waren seine Auslassungen zum Bischofspalast und der Frage nach den Kosten. Ja, wunderbar, dass nachgefragt würde, denn man würde in den nächsten drei Wochen sich nach Kräften bemühen, Antworten zu geben. Aber jetzt ginge das noch nicht.
Der Erstklässler fragt sich, was das Problem ist.
Da liegt ein Stapel Rechnungen.
Dort ist ein Taschenrechner. Die große Taste, mit dem kleinen Finger zu bedienen, das ist das PLUS. Die drückt man, nachdem man einen Rechnungsbetrag eingetippt hat. Immer wieder. Bis keine mehr da ist. Dann hat man am Ende etwas, das heißt SUMME.
Jeder, der von dieser Welt ist, kann das. Fortschrittlichere Menschen benutzen zu solchen Zwecken sogar sogenannte Computer mit Tabellenkalkulationsprogrammen. Muss man aber gar nicht. Dafür hat man teuer bezahlte Spezialisten.
Wer sich ein Haus bauen lässt, bekommt von seinem Architekten periodisch eine Aufstellung, in der die kalkulierten Kosten den wirklichen bzw. beauftragten gegenübergestellt werden.
Dann weiß man, wieviel man ausgegeben hat, wieviel man ausgeben wird und was das mit dem zu tun hat, was man ausgeben wollte.
Wie gesagt, so läuft das in dieser ach so weltlichen Welt…
Das war also das Radio-Interview. Andere Medien wurden nicht bedient.
Der nächste Schritt zum freudigen Offenseinwirkensollen war ein Quasi-Hirtenbrief, der überall verlesen werden sollte. Eine Seite voll inhaltsfreier Phrasen, die trotzdem ein gewisses Presseecho hervorriefen und für Überschriften sorgten wie „Bischof gibt Fehler zu“.
Ähm…
Nein.
Tut er nicht.
Wer den Brief wirklich liest, wird feststellen, dass von „Fehlern“ an keiner Stelle die Rede ist. Lediglich von Dingen, die er im Rückblick anders angehen würde. Ohne diese zu benennen. Dass man etwas anders machen würde, hätte man im Angesicht des Resultats noch einmal die Wahl, ist genauso menschlich wie selbstverständlich. Hätte ich gewusst, dass ich davon Bauchschmerzen bekomme, hätte ich die Currywurst nicht gegessen…
Einen Fehler zugeben, zu bedauern und sich bei denen, die unter dieser falschen Entscheidung leiden zu entschuldigen, das ist etwas Anderes.
Etwas völlig Anderes.
Das „Schreiben“ enthält nichts, das zu irgendeiner Hoffnung Anlass geben würde, es hätte irgendeine Art von Erkenntnisprozess unter der Mitra eingesetzt. Vielmehr bringt es zum Ausdruck, für wie unglaublich dumm bzw. naiv der Hirte seine Schäflein nach wie vor hält.
Alle.
Im gesamten Schreiben ist die Rede von dem, was ER für SICH von ANDEREN wünscht. Vertrauen, Gebete, Gemeinsamkeit, Miteinander. Nirgends ist die Rede davon, was ER dazu beitragen will.
Alles meins. Alles nur für mich.
Nichts hat sich an diesem Habitus geändert.
Das nächste Häppchen mit Beruhigungstablette folgte nicht viel später.
Mit viel Trara wird verkündet, das sogenannte Diözesane Zentrum würde geöffnet.
Wer da erwartet, nun dürften also alle Dombesucher z. B. in der ehemaligen Privatkapelle sich im Gebet auf das Betreten des großen Baus vorbereiten, der hofft falsch.
Es geht um – Minitourismus mit TvE als Führer.
Ein paarmal in diesem Jahr in handverlesenen, kleinen Gruppen.
Ansonsten bleibt die Panzersperre oben. Der Pöbel muss weiter draußen bleiben.
Passend zum Thema kontert nun der Spiegel. Die Verantwortlichen wären auch arge Dilettanten, hätten sie ihr ganzes Pulver bereits verschossen. Da lagert sicher noch Einiges in den Magazinen. Überall.
Zaun - "von der Bauaufsicht gefordert"?
Nun kam also die erste Salve der Reserve. Es gibt Bilder. Jede Menge Bilder aus der Bauzeit. Trotz des doppelten Sichtschutzzauns, der nach der falschen und dokumentierten (im Rahmen der Indienflugstory aber völlig untergegangenen) Behauptung von TvE keineswegs von der Bauaufsicht befohlen worden war. Trotz Schlägertrupps mit Bauhelmen, die Touristen und Journalisten, die einmal rasch auf den Auslöser drücken wollten, wenn einmal ein Tor aufging, mit Gewalt bedrohten. Und diese Bilder sprechen eine sehr eindeutige Sprache von Protz, Prunk und hemmungsloser Geldverschwendung, von immer neuen, immer schwieriger zu erfüllenden Sonderwünschen und mehr. Vom Abriss bereits fertiggestellter Gewerke und Entscheidungen nach Gutsherrenart.
Aber ja, er wird alle Fragen dazu beantworten.
Wahrscheinlich mit dem Habitus der hessischen Spezialität der „brutalstmöglichen Aufklärung“…
Und nun?
Ein paar Wochen sind vergangen, aber irgendwie will sich die erflehte Hörigkeit des Volkes, äh, wollen sich die Gemeinsamkeit und das Miteinander nicht einstellen.
Es funktioniert nicht, muss der kirchliche General in seinem Labyrinth am Dom feststellen. Und wieder sind es nicht die bösen „linken“ Medien, sondern die Konservativen, die den Ton vorgeben. Berufene Münder verkünden in ihren Analysen, dass TvE nicht der Mann ist, der zu irgendeiner Art von Selbstkritik oder gar Umdenken fähig ist.
ALLES, was er seit dem Aufstand im Dom zu Frankfurt unternommen hat, bestätigt diese Einschätzung.
Es wird sich also nichts ändern.
Es wird weiter Phrasen und Verlautbarungen und weinerliche Statements verletzter Eitelkeit geben.
Und ansonsten wird der Herrscher vom Dom weiter das tun, was er will.
Ein paar Fanboys und Girls hat „unser Bischof“ ja immer noch, die denken, der Weg in den Himmel führe über eine Schleimspur. In einem grotesken Aufstand der Strickstrumpfsandalen-Omas zogen diese schon zu Felde, stopften in Sytterlin gestochene Drohbriefe in die Briefkästen von Kritikern und klauten Unterschriftenlisten.
Aber ob diese Geriatrie-Division an Kreuzfahrern es schaffen wird, das Bambi vom Dom zu retten?
Zweifel sind angebracht…