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Mittwoch, 4. November 2015

Umfragen-Umfrage


Ein kleines empirisches Experiment läuft zur Zeit auf dem Dom-Zoo, mit dem Ziel herauszufinden, wie groß das Interesse der werten Leserschaft ist, an auf Limburger Fragen, Probleme und Verhältnisse bezogenen Umfragen teilzunehmen.
Falls genügend Interessenten sich hier beteiligen, wird es entsprechende Aktionen regelmäßig geben.


HIER geht es direkt zur Umfrage:

Sonntag, 25. Januar 2015

Dom-Zoo goes Facebook. Oder nicht?

Ich bin kein Freund der "sozialen Netzwerke", die sich für mich eher als asoziale darstellen, da es heute kaum noch möglich ist, mit einem unter 30jährigen ein Gespräch über einen Zeitraum von mehr als 37,8 Sekunden zu führen, ohne dass dieser sich genötigt sieht, sein Wisch-und-Weg-Phon zu aktivieren, um die Nachricht entgegenzunehmen, welche Konsistenz der aktuelle Stuhlgang eines seiner 789 virtuellen Freunde hatte (gerne mit Foto).
Demnächst?
Dass über diese Netzwerke zu 99% Scheiße oder Katzen oder auch Katzenscheiße transportiert wird, heißt aber auch, dass 1% der Millarden Nachrichten von einem gewissen Interesse sein könnten. 
Den größten Zuspruch hatte der Dom-Zoo während der Altstadtfestskandale, als die Seite im großen Stil über Facebook verlinkt wurde. Aber auch bei kleineren Themen konnte ich verfolgen, dass ein größerer Verkehr auf der Seite immer dann stattfand, wenn jemand über FB auf einen Artikel aufmerksam machte.
Ich überlege deshalb seit einer Weile, ob der Dom-Zoo-Limburg vielleicht selbst eine Facebook-Präsenz eröffnen soll, in der dann auch mehr und kürzere Kommentare stehen könnten. Der/die/das Blog bliebe den längeren Ausschweifungen vorbehalten, die dann aber auch über FB angekündigt würden.
Da so etwas Arbeit macht, wäre es für mich wichtig zu erfahren, wie denn die Blog-Leser einem solchen Ansatz gegenüberstehen. Meine Frage ist also: Soll der Dom-Zoo auch in FB präsent sein? Für Rückmeldungen wäre ich dankbar.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Drei Monate Dom-Zoo



Genau ein Vierteljahr ist dieses Blog nun auf der Linie. Also online. Ich habe inzwischen erfahren, dass es geschlechtslos, also ein Neutrum sein soll und da ich mich ja so gerne über die Orthographie [jaja, nach neuer Rechtschreibung mit „f“, aber da bin ich stur…] anderer amüsiere, sollte ich mich selbst um korrekte Schreibung bemühen.
Also dieses mein Blog feiert heute ein kleines Jubiläum und es ist vielleicht Zeit ein wenig Bilanz zu ziehen.
Auch wenn die Blog-Flut und die Gesichtsbuch- und Zwitscherorgien etwas anderes vermuten lassen, ist Schreiben für den, der es ernsthaft betreibt, nicht Selbstzweck. Sondern das Ziel der Übung ist es, gelesen zu werden. 
Was das betrifft, betrachte ich den Dom-Zoo als nicht völlig erfolglos.
Pünktlich zum Jubiläum hat die Zahl der Besucher auf der Seite die 10.000 überschritten – und das schließt die wochenlange Anlaufphase ein, in der ich außer dem Startgruß noch nichts geschrieben hatte. Inzwischen liege ich täglich im guten, dreistelligen Bereich. Sobald etwas Neues drin steht, verdoppelt sich die Zahl der Zugriffe.
Ganz unbekannt ist der Dom-Zoo also nicht mehr. Ganz sicher hat dazu die Berichterstattung über den Altstadtfestskandal (und die inzwischen nicht weniger skandalöse Nicht-Aufarbeitung durch Staats- und Stadtgewalt) dazu beigetragen. Innerhalb von 24 Stunden hatte ich am ersten Tag, an dem die ganze Altstadt in Geiselhaft genommen und eingesperrt wurde, mehr als 6000 Zugriffe. Für die Verbreitung sorgte als Erster Volker Thies mit seiner www.vtaktuell.de Seite und dem Link auf Facebook. Vielen Dank nochmal auf diesem Weg. 
In Sachen Altstadtfest ist das Ende der Berichterstattung übrigens noch lange nicht in Sicht.
Denn das ist eins der (von mir) erklärten Ziele dieses Blogs: Dinge, Vorkommnisse, Entscheidungen und Querelen, die legitimierte und selbsternannte Machthaber in dieser Stadt nur zu gerne unter den Teppich kehren würden, an die Öffentlichkeit zu bringen. Daran wird sich in der Zukunft ganz sicher nichts ändern.
Die Limburger Altstadt hat viele Plätze und viele Lokale und viele Lokale mit Plätzen davor, auf denen Stühle stehen, auf denen (ganz wichtige) Menschen sitzen, die gerne reden, miteinander und noch viel gerner übereinander, bevorzugt über andere, die gerade nicht anwesend sind.
Also wird auch über dieses Blog debattiert und über mich, was mir nicht entgangen ist. Wenn Menschen zusammentreffen, die mit zu viel Zeit, Mitteilungsdrang sowie dem Bedürfnis gesegnte oder geschlagen sind, über alle(s) und jeden wenn schon nicht Bescheid zu wissen so doch wenigstens eine Meinung zu haben, ist zwangsläufig das, was abgesondert wird, nicht automatisch intelligent oder wahr oder gar beides. Ich werde mir jetzt nicht die Mühe machen, jeden Blödsinn, der erzählt wird, zu kommentieren oder dementieren. Bei den ständigen Stadtführungen, die an meinen Häusern Station machen, höre ich von meinem Büro aus täglich genug Schwachsinn, der mit voller Namensnennung vor Tagestouristen über mich verbreitet wird.
Nur eins möchte ich an dieser Stelle einmal betonen.
Ich bin keineswegs gegen ALLES.
Ich bin sogar für ziemlich viel. 
Zum Beispiel für ein friedliches, gewaltfreies Miteinander, bei dem sich jeder an die Regeln hält, die gerade ein solches „Gemeinsam“ überhaupt möglich machen. Ich bin für gewählte Politiker, der sich nicht als Herrscher über das dumme Volk fühlen, das sie ins Amt gehoben hat. Ich bin für Menschen, die ihre öffentliche Position nichts als Durchlauferhitzer für teure Wohltaten ausschließlich für Organisationen und Gruppen verstehen, denen sie hörig sind. Ich bin für Menschen, bei denen zwischen dem, was sie sagen und dem, was sie tun kein großer Unterschied zu erkennen ist. Ich bin für Menschen, die ihre Probleme selbst lösen und sie nicht anderen kurzerhand vor die Tür kübeln und sie damit zu deren machen und diese auch noch attackieren, wenn sie sich das verbitten. Ich bin für eine lokale Gemeinschaft, bei der das Ziel ist, dass so viele Menschen wie möglich so gut wie möglich leben und mit einander auskommen können.
Das sind sicher idealistische und naive Vorstellungen. Doch man kommt nicht in die Nähe eines Ideals, wenn man schweigt, sobald man mit Egoismus, Ignoranz, Dummheit, Korruption und der Arroganz der kleinen Macht konfrontiert wird.
Dann sollte man sich zu Wort melden, meine ich, so man die Möglichkeit dazu hat.
Hab ich.
Werde ich.
Weiterhin.
Versprochen.

Dienstag, 25. Juni 2013

Schatten des Terrors - Altstadtfest droht



Nun kommen sie wieder, die lustigen Tage voller Prosecco, kurzer Kleidchen und Tiefbass. Das Altstadtfest steht ins Haus, im wahrsten Sinne des Wortes. In den Orten des Landkreises und darüber hinaus hängen Plakate an den Laternenmasten, als gäbe es einen Termin zur Stimmabgabe. Doch es sind nur die Auswärtigen, die sich entscheiden können. Die Altstädter Limburgs hingegen haben keine Wahl.
Ruhe. Vor dem Ansturm
Es ist der Höhepunkt des alljährlichen Terrors, dem die Bewohner und Besitzer der Altstadthäuser am kommenden Wochenende ausgesetzt sind. Rundum-Beschallung aus monumentalen Lautsprechergebirgen wird wieder einmal die Gläser in den Schränken zum Klirren und die Dielen zum Beben bringen, vom frühen  Vormittag bis zur Geisterstunde, garnierte mit Gesangsdarbietungen, Johlen, hysterischem Kreischen, Gläsersplittern, dem einen oder anderen Freestyle-Kampf in Cagefighter-Manier, oft ausgefochten von den üblichen Verdächtigen, und im Hellen hinausposaunte Informationen über alles, was sich auf den Bühnen tut und was die Menschen drei Straßen weiter nie wissen wollten. Weit nach offiziellem Schluss der Bewirtung und Dröhnung dürfen die Ortsansässigen dann auch noch Reality ohne TV in Form von lautstark und alkoholisiert geführten Beziehungsdebatten, -anbahnungen, -ablehnungen und/oder beendigungen erleben. Bis in die frühen Morgenstunden.
Sie müssten doch stolz sein, auf die lebendige Altstadt, werden die Bewohner im Fall geäußerter Kritik durch die Initiatoren des Treibens zwangsverpflichtet. Und dankbar, dem veranstaltenden Veranstalter für die Veranstaltungen, die der Stadt doch erst so richtig ihr Flair und ihre Bedeutung geben, müssen sie hören und/oder lesen.
Dankbar wofür, könnte man sich da fragen.
Seine Ursprünge hat die Feier, so man Gerüchten glauben darf, in der Idee, ein Fest FÜR die Bewohner der Altstadt zu organisieren. Doch das ist inzwischen so lange her, dass es bereits in Geschichtsbüchern Erwähnung findet. Heute ist das Altstadtfest alles Mögliche, aber keine Veranstaltung FÜR die Altstädter.
Es ist eine hochkommerzielle, gut geschmierte Gelddruckmaschine, die dazu dient, möglichst viele Flüssigkeiten und Nahrungsmittel zum möglichst hohen Preis zu verkaufen. Zu diesem Zweck müssen möglichst viele Menschen innerhalb des begrenzten Zeitraums zu den Ständen gelockt und dazu gebracht werden, dort möglichst lange zu verweilen. Das wird durch lautstarke Darbietungen auf diversen Bühnen erreicht. Die Umsätze, die die Standinhaber und ortsansässigen Wirte verzeichnen, sind gewaltig. Dazu kommen auch jedes Jahr ein paar Saison-Pfandsammler, die sich das Urlaubsgeld (was ihnen gegönnt sei) für die ganze Familie dadurch verschaffen, dass sie zwischen den Bänken nach Pfandgeschirr suchen und die Stehtische der lokalen Selfmade-Men in weit offenen Seidenhemden und deren luftig beschürzter Begleitungen abräumen, um Platz für den Nachschub an Flöten voll perlender Getränke zu schaffen, denn wer sein Glas zurückbringt, hat verloren, der muss ja auf den Euro schauen…
Wirte und Sammler sind diejenigen, die ganz erheblich von der Veranstaltung des drohenden Wochenendes profitieren.
Absolutes Haltverbot. Herrscht dort immer...

Nicht so die Bewohner der Altstadt. Diese habe dafür die Last und die Schäden zu tragen. Für drei Tage wird ein vollständiger Stadtteil in Geiselhaft genommen, ohne dass es dafür seitens des Veranstalters auch nur die Andeutung eines Ausgleichs gäbe oder gar eine Geste der Dankbarkeit.
Das Gegenteil ist der Fall.
Der Radau, der den Aufenthalt in den anliegenden Häusern nahezu unmöglich macht, wurde bereits angesprochen. Doch es kommt ein weiterer, wesentlicher Aspekt hinzu. Wo der Mensch viel in sich hineinschüttet und schaufelt, muss er dies auch wieder loswerden – und je später der Abend, desto unzivilisierter tut er das. Die Limburger Altstadt bietet eine große Zahl von Nischen, Gängen, Ecken und Höfen, von denen die Besucher des Festes regelmäßig und hemmungslos Gebrauch machen. Da wird gegen Mülltonnen gepinkelt und in Ecken gekackt und gekotzt, wie es sich keine Katze trauen würde. Überall finden sich zerbrochene Gläser, Flaschen, Einmalteller und anderes bis hin zu Unterwäsche und benutzten… Latexteilen. Doch für die Beseitigung dieser Hinterlassenschaften fühlt sich der Veranstalter nicht zuständig. Denn es handelt sich ja – nun auf einmal – um Privatgrundstücke, die betroffen sind.
Es sind aber nicht nur die zivilisationfernen Reste der Verdauung und Vermehrung, die mehr als ärgerlich sind. Nach jedem Altstadtfest haben die Bewohner teils erhebliche Schäden an ihrem Eigentum zu beklagen. Scheiben werden eingeschlagen oder eingeworfen, Blumen werden aus den Kästen gerissen und verstreut, Verzierungen an Häusern abgebrochen oder gestohlen.
Noch blühen sie: designierte Opfer
Fragen Betroffene die Profiteure des Treibens nach einem Schadensausgleich, müssen sie erfahren, man sei nicht zuständig für das, was Gäste des Festes persönlich anrichten und man müsse sich an die Randalierer selbst halten. So man sie denn identifizieren kann.
Die Belange der Betroffenen sind den Veranstaltern mehr als gleichgültig. In zivilisierten Regionen versucht man, Menschen einzubinden und positiver zu stimmen, wenn man sie in Anspruch nehmen und belasten/belästigen will. Das wäre zum Beispiel in Limburg möglich, indem man für jeden Anwohner ein Gutscheinheft für Speis und Trank in einer angemessenen Höhe zur Verfügung stellen würde. Auf einen solchen Gedanken kommt man in der Lahn-Metropole aber nicht einmal.
Ganz im Gegenteil. In einer atemberaubenden Dreistigkeit maßt sich ein Verein die Polizeigewalt über den gesamten Stadtteil an – und verlangt von den Bewohnern des Altstadtzoos, dass sie sich für die drei Tage des Wochenendes auch noch mit einem Affenbändchen am Arm MARKIEREN.
Dabei ist die Sachlage genau so bekannt wie eindeutig. Doch geradezu komplizenschaftlich unternehmen der Veranstalter, Stadtverwaltung und Ordnungsbehörde ALLES, eine Verbreitung der Kenntnisse darüber zu verhindern, dass es absolut rechtswidrig ist, irgendjemandem zu irgendeinem Zeitpunkt am Betreten der Altstadt zu hindern. Oder dafür gar einen „Eintritt“ zu verlangen…

(wird fortgesetzt)