Freitag, 4. April 2014

Mitmachmuseum in der Nachbarschaft: Finanzielle Katastrophe



Bad Hersfeld und Limburg haben einige Gemeinsamkeiten. Beide liegen in der hessischen Provinz. Sie sind etwa gleich groß, haben ähnliche Entfernungen zu Metropolen, liegen verkehrsgünstig nahe Autobahnen, sind aus verschiedenen Gründen überregional bekannt und haben historische Altstädte. Doch in einem unterscheiden sich Limburg und Bad Hersfeld fundamental.
 In Limburg meint man, die Stadt bräuchte dringend ein Mitmach-Museum.
In Bad Hersfeld würde man alles dafür geben, wenn man sich niemals für ein solches Projekt entschieden hätte.
„Wortreich“ nennt sich die Einrichtung in Bad Hersfeld und soll genauso Besucher in Gruppen und Einzelne anlocken, wie das obskure Projekt, das in Limburg zwischenzeitlich bereits diverse Namen hatte, deren Erwerb und Verzicht eine sechsstellige Summe gekostet hat.
Anders als das „Mechanikum“ oder „ZeitWerk“ oder „Keineahnungwasdaswerdensoll“ Limburgs, hat „Wortreich“ hingegen eine Konzeption, die in einem Satz erklärbar ist: Es soll Sprache und Kommunikation der Menschen direkt erlebbar machen.
Das Limburger Projekt hingegen soll es in erster Linie mal geben.
Dann sieht man weiter.
Weiter sehen würde man auch in Bad Hersfeld gerne, doch das einzige was man erblicken kann, ist die Tatsache, dass man kurzsichtig war. Und optimistisch. Nachgerade fahrlässig optimistisch.
Haushaltstechnisches Katastrophengebiet, in Planung
Von 50.000 Besuchern ist man in Bad Hersfeld ausgegangen. Erschienen sind im vergangenen Jahr aber gerade einmal 42.000. Das Ergebnis ist ein saftiges Defizit von über 300.000,-- €.
Noch einmal zur Erinnerung: Lage und Infrastruktur von Bad Hersfeld und Limburg sind vergleichbar. Das „Wortreich“ hat eine klare Konzeption, das Limburger Projekt nicht. Trotzdem kalkulierte man in Bad Hersfeld mit 50.000 Besuchern. In Limburg nicht. Die Politgötter Limburgs nehmen kurzerhand 75.000 Eintrittzahler als gegeben an. Schlimmstenfalls 65.000. Legt man die realen Besucherzahlen eines vergleichbaren Unternehmens zugrunde, ist eine solche Annahme nicht optimistisch. Sie ist schlicht und ergreifend vollkommen weltfremd und bewegt sich etwa in der Region des Doppelten dessen, was man sinnvoll erwarten kann.
Ausgehend vom realen Defizit in Bad Hersfeld muss man also befürchten, dass im Fall einer Realisierung ein „ZeitWerk“, „Mechanikum“ oder „Hauptsachewirhabenes“ MINDESTENS eine halbe Million Euro jährlich aus der Stadtkasse saugen wird. Wahrscheinlich eine siebenstellige Summe.
Doch davon sind die Verfechter der Planungen vollkommen unbeeindruckt. Es ist nicht so, dass dieses Desaster in der näheren Umgebung nicht bekannt wäre. Das Defizit in Bad Hersfeld hat erst kürzlich Schlagzeilen gemacht, überregional. Aber was folgt daraus für Limburg?
Nichts.
Man geruht einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen, dass es Belege dafür gibt, dass das geplante Unternehmen alle Anlagen zu einer wirtschaftlichen Katastrophe in sich trägt.
Für die Stadt.
Nicht für den Eigentümer der heiligen Hallen. Der bekäme im Fall eines Falles für Steuergeld einen perfekten Veranstaltungsort gebaut UND eine Jahresgarantie an Miete.
Worum es geht, ist also mehr als eindeutig. Der Investor, der die Stadt Limburg mit dem Vorzeige-, Lieblings- und Streichelprojekt WerkStadt bedacht hat, soll dafür aus dem Stadtsäckel noch einmal reichlich belohnt werden, koste es, was es wolle. Und ohne Rücksicht auf die Folgen für spätere Haushalte und Generationen.
Wäre es da nicht einfacher, dem Betreffenden die Millionen einfach zu schenken, ohne eine solch aufwändige Alibiveranstaltung? Dann wäre das Geld zwar auch weg.  Aber nur einmal. Und nicht auch noch für die kommenden 20 Jahre.

Mittwoch, 26. März 2014

TVE wird zurückgetreten

Der Papst hat das Rücktrittsgesuch angenommen, heißt es - und das ist wohl die höchstchristliche, gesichtsbewahrende Maßnahmen integrierende Lesart der Ereignisse in Rom. 
Es ist nicht wahrscheinlich, dass dieser "Rücktritt" das Resultat irgend einer Einsicht, Umkehr oder gar Reue ist. Vollmundig haben der Stellvertreter des Stellvertreters und seine Restfansboys wie der aktuelle verkardinalte Großinquisitor ja bis vor Kurzem seine Rückkehr behauptet und gefordert. Dass einer davon vor wenigen Tagen umgefallen ist und seine ganze Schönheit nicht mehr in den Dienst des Männerfreundes gestellt hat, ist sicher den Kenntnissen des Kommenden geschuldet und sollte wenigstens dessen Resthoffnung auf das ganz große Erzbistum nördlich der Provinz erhalten. Viel Spaß mit dem Gänserich in Köln.
Denk mal!
Die Demission Bambis ist eine politische Entscheidung und wird als solche auch verklausuliert verkündet. Dabei ist für diejenigen, die die Übersetzung derartiger Verlautbarungen beherrschen, vollkommen klar, dass der Urteilsspruch des Papstes eindeutig war: Tritt zurück - oder ich trete dich zurück.
Hätte TvE die Absicht gezeigt, von selbst auf das Amt zu verzichten, hätte er im vergangen Jahr mehr als genug Gelegenheiten gehabt, dies zu verkünden. 
Und noch mehr Gründe.
Er hat es nicht getan. Die ganze Zeit. Vielmehr ist er gereist, was er ja beherrscht, ist auf- und abgetaucht, hat seine rechtskatholischen, publizistischen Hilftruppen verlautbaren und vermuten lassen und sich ansonsten aufgeführt, wie der König im Exil, im vorübergehenden.
Alles umsonst.
Nun tritt er also doch. Zurück. Und zu spät.
TvE macht nicht den Uli. Er hat sich nicht zurückgezogen, bevor alles noch schlimmer wurde.
Nun ist er fort, endgültig. Was bleibt, ist nicht nur die Stein gewordene Großmannssucht in Sparkassenästhetik, die fortan das Bild der Altstadt schänden wird.
Es bleibt auch jede Menge Unschuld.
Denn niemand hat in Limburg einen Beitrag geleistet, durch Wegsehen, Vertuschen, Lügen, Alimentieren und Hofieren. Sei es der niedere Klerus, sei es die Politik, sei es die lokale Weltpresse. Nur brutalstmögliche Aufklärer aller Orten und Menschen, die es ja schon immer gewusst oder gesagt oder beides hatten. 
Jeder wäre nun eigentlich dazu aufgerufen, seine ganz eigene Rolle in diesem Drama in mindestens vier Akten zu hinterfragen.
Es wird nicht geschehen. Man wird frohlocken und sich als Sieger fühlen. Man wird weiter mauscheln und schachern und pöstchenschieben. Ganz unter sich. Denn das große, überregionale Interesse ist nun vorüber.
Gott sei Dank?

Freitag, 14. Februar 2014

Altstadt: Limburg macht Schild(a)(er)

Pfeile und Plexiglastafeln sollen in naher Zukunft Besucher der Limburger Altstadt darüber informieren, wo sie sind, wohin sie gehen können und was sie da sehen, wenn sie davorstehen, falls sie es nicht gleich erkennen. Auf diese Weise sollen noch einige Tausend Touristen mehr angelockt werden und durch die malerischen Gassen der Limburger Urstadt rudeln.
Es ist genau die Art und Weise, in der schon seit grauer Vorzeit Besucher von Städten und Ländern über das Woher und das Wohin informiert wurden: Mit sogenannten Wegweisern. Also von daher auch in dieser Ecke Hessens nichts Neues. Sollte man meinen.
Wo geht's zum Dom?
Doch genau diese Wegepfeile erklärte man in Limburg vor noch gar nicht langer Zeit als restlos veraltet. Es waren exakt die Menschen, die die bewährte Orientierungshilfe nun für die Altstadt beschlossen haben, die diese Sicht der Dinge propagierten. Um wenigstens den Anschein zu wahren, den galoppierenden Fortschritt nicht vollkommen aus den Augen verloren zu haben, kamen die Gewählten, die Weisen und die wenigen gewählten Weisen auf die Idee, an Stellen der Stadt, die sie für zentral hielten, leicht vergrößerte Versionen der sowieso allgegenwärtigen Wisch-und-Weg Taschen-Monitore zu installieren. Dort sollte sich der Besucher interaktiv mit klebrigen Fingern alle erforderlichen Kenntnisse über die Altstadt verschaffen können und ohne fragend die Bevölkerung zu behelligen, die richtigen Wege finden.
Doch der Besuch findet nicht. Er findet nicht einmal die zu 100% geschmacksbefreiten Roststahlinstallationen, in denen die Touchpads versteckt sind, die ihm helfen sollen, weil er nicht erkennen kann, welchem Zweck diese vertikalen Bahnschwellen überhaupt dienen sollen.
Sie hat mehr als ordentlich Geld gekostet, diese Investition in die multimediale Zukunft. Und sie kostet jährlich eine knapp fünfstellige Summe für Energieversorgung und Wartung, wie auf Nachfrage einer Fraktion bekannt wurde. Was dagegen nicht mitgeteilt wurde, ist die Zahl der Menschen, die dieses Angebot auch tatsächlich nutzen. Es sei "gut angenommen worden", heißt es. Was immer das heißen mag.
Besonders groß kann diese Annahme nicht sein, denn warum sonst muss nun auf herkömmliche Weise dringend nachgebessert werden? Was seinerzeit auf selbstredend arrogant ignorierte Kritik und Skepsis stieß, hat sich nun voll bewahrheitet. Die "Infostehlen", die die Innenstadt an einigen Stellen weiter verunstalten, sind sinnfreie Denkmäler der kommunalen Geldverschwendung.
Wenn die Stadt Limburg einen Kindergarten auszustatten hätte, bekäme der I-Pads statt Malblocks (vorausgesetzt, der richtige Schwager des richtigen Bruders hat den richtigen Handel für Apfelprodukte). Und dann würden als nächstes fettfreie Filzstifte angeschafft, damit die Kinder auf den Tablets malen können...
Gut, zugegeben, das Bild ist etwas schief. So etwas wäre mehr als unwahrscheinlich, denn es wäre eine Handlung bzw. Anschaffung FÜR die Bürger - und derlei hat in Limburg ja nun überhaupt keine Tradition.

Samstag, 11. Januar 2014

Auf ein Neues...



Das neue Jahr ist zwar fast schon ein altes, aber noch ist es nicht zu spät, allen Mitlesern an dieser Stelle alles Gute zu wünschen.
Das sind die Hoffnungen.
Die Realitäten sehen leider anders aus und unsere so be- und geliebte Politik wird in bestens bekannter Limburger Art alles unternehmen, dem gemeinen Altstädter das Leben schwer und seine Taschen leicht zu machen.
Es gibt Einiges, das dem Bürger droht – und ich habe mir fest vorgenommen, mich auch in diesem Jahr weiterhin einzumischen und darüber zu berichten, insbesondere über Ereignisse, Pläne und Vorgänge, die nach dem Willen der Lokalregentschaft am besten nur behinterzimmert würden.
Und ich werde weiter hartnäckig Fragen stellen, deren Beantwortung mir gegenüber durch höchstes Dekret von der Werner Senger Straße verboten wird und wurde.
Es steht den Limburger Melkkühen leider Verschiedenes ins Haus.
Da ist die unselige Altstadtsanierungsabgabe, über die zu berichten wäre.
Inzwischen steht fest, dass diejenigen nach Strich und Faden belogen und betrogen wurden, die sich durch das Schmierentheater rund um die vorzeitige Ablösung ins Bockshorn haben jagen lassen und gezahlt haben. Mir liegt nämlich nun das geheime „Bodenwertgutachten“ vor, das eine Wertsteigerung ausschließlich aus der Werterhöhung der Bebauung errechnet – und die wurde nur durch private Investitionen erreicht. Soll heißen, gegen alle Behauptungen haben diejenigen, die für teueres Geld ihre eigenen Häuser saniert haben, auch noch dafür gezahlt, dass sich damit der Wert ihrer Grundstücke erhöht hat. Angeblich.
Details folgen in einem eigenen Bericht.
Inzwischen hat die Stadt auch denen, die sich nicht haben erpressen lassen, einen neuen Abzockeversuch angedroht. Auch dieses Mal nicht auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Weg, sondern über die Festsetzung einer Vorauszahlung. Doch diese ist offensichtlich aus nicht weniger als vier Gründen in dieser Form rechtswidrig.
Auch darüber wird es entsprechende Artikel geben und ich werde darüber informieren, wie man am besten dagegen vorgeht.
Glücklicherweise hat sich unter den Grundbesitzern der Altstadt eine Front formiert, die sich die hemmungslose Abzockerei durch die Stadt nicht gefallen lassen wird. Und es gibt bereits sehr interessante Pläne, diesen Widerstand auch öffentlich so zu dokumentieren, dass die Stadt an der Lahn wieder auf den Titelseiten aller Zeitungen Deutschlands erscheint – und das ohne ein einziges Foto einer exilierten, klerikalen Hamsterbacke mit Rehaugen.
Betroffen ist die katholische Kirche allerdings auch von dem neuen Raubzug der Stadt gegen ihre Altstadtbürger. Natürlich als Nutznießer. Denn es geht bei dem großen Abkassieren mal wieder um den neuen Prachtbau für die Kirche, den die Stadt finanziert: Das Limburger Schloss.
Auf Nachfrage verkündete der Bürgermeister, dass kein Geld für weitere Sanierungen im Etat vorgesehen sei. Das ist wohl richtig, denn im Haushalt tauchen die Einnahmen nicht auf, die über die „Vorauszahlungen“ erzielt werden sollen. Doch diese werden (falls denn welche fließen), in den Sanierungstopf wandern, aus dem dann wieder mit beiden Händen die Goldtaler für das Schloss gegriffen werden, denn solange das Sanierungsgebiet nicht förmlich aufgehoben wird, gibt es ebendiesen noch.
Von daher kann man die „Überlegungen“ als reine Verschleierungstaktik und Nebelkerzenwerfen betrachten, die Diözese anzupumpen und von ihr Geld zu leihen, um nur für ihre expliziten Zwecke ein Gebäude in städtischem Eigentum herzurichten und es dann der Kirche mietfrei zu überlassen.
Das wird wohl eher nicht passieren.
Auch hier: Details werden berichtet.
Weiterhin wird das Altstadtfest 2013 ein Thema bleiben, auch wenn die Verantwortlichen und leider auch die von keinem besonderen Aufklärungswillen getriebene Staatsanwaltschaft die kriminellen Vorgänge und Übergriffe am liebsten irgendwo ablegen und vergessen würden.
Nur als oberdreist ist zu werten, dass für das Jahr 2014 demselben Veranstalter, der nachhaltig demonstriert hat, dass es nicht Willens ist, sich an Recht und Gesetz und behördliche Auflagen zu halten, das Fest wieder genehmigt wurde. Groteskerweise in Komplizenschaft mit den Stadtoberen soll alles beim Alten bleiben und die Geiselnahme eines kompletten Stadtteils und die kriminelle Wegelagerei sollen unter einem anderen Etikett weiter betrieben werden. Schauen wir mal, ob das genau so passieren wird, wie sich das bestimmte Menschen vorstellen…
Doch das sind nur die bisher bekannten, akuten Themen.
Es werden sicher genug weitere dazu kommen, über die zu berichten es sich lohnt.
Gehen wir es an, das Jahr 2014.

Samstag, 14. Dezember 2013

Nur Silber für TvE

Es wird dem Mann, der so zum Golde strebt, gar nicht gefallen, aber er ist nur Zweiter geworden, hinter so banal Irdischem wie einer Abkürzung für "Große Koalition".
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das Wort des Jahres gekürt und den nach wie vor nominell amtierenden lokalen Vertreter des Vertreters Gottes auf Erden lediglich auf den zweiten Platz gesetzt. Der
"Protz-Bischof" konnte "GoKo" nicht das Wasser reichen und muss sich daher mit dem Vize-Titel und einer Silbermedaille zufriedengeben. Gold geht an die Realpolitik, die es aber mit Versprechungen und Wahrheiten ganz ähnlich hält.
Doch der Mann, der großzügig bereit ist, all seinen Opfern zu verzeihen, braucht sich im bajuwarischen Exil nicht allzu sehr zu grämen. Es besteht Hoffnung. Das "Unwort" des Jahres ist noch nicht gewählt. Vorschläge werden nach wie vor angenommen...

Freitag, 13. Dezember 2013

ALTSTADTFESTSKANDAL 2014: Sperrung und Eintritt rechtswidrig - aber alles bleibt wie gehabt!



Auch im Jahr 2014 sollen die Besucher des Altstadtfestes gezwungen werden, 2,50 € zu bezahlen. Nur „Eintritt“ soll diese abgepresste Summe nicht mehr heißen, sondern „Spende“.
Anwohner haben sich mit einem andersfarbigem Plastikarmband zu markieren, um freien Zutritt zu ihren eigenen Häusern zu erhalten.
Die Stadt Limburg und ihre maßgeblichen Politiker werden auch im Jahr 2014 den Veranstalter des Altstadtfestes logistisch und personell in diesem Treiben unterstützen.
Dies ist der Tenor einer Presseverlautbarung, die die kommerzielle Krämervereinigung verbreitete, auf deren Initiative dieses „Volksfest“ alljährlich über die historische Limburger Altstadt kommt. In dem Papier betont der Veranstalter, dass dieser „Modus“ in Gesprächen mit dem Ersten Stadtrat festgelegt worden sei.
Die Stadt Limburg hat dieser Darstellung nicht widersprochen.
Wie soll man die konfusen und von keinerlei auch nur scheinbarer Logik belasteten Auslassungen des Veranstalters nun verstehen?
Einerseits konstatiert die Stadt, wie bereits vor vielen Jahren schon geschehen, dass eine Sperrung der Altstadt rechtswidrig ist und niemand am Betreten derselben gehindert werden darf. 
Andererseits sollen die Besucher der Altstadt markiert werden.
Wozu?
Welchem Zweck sollen bitte die Armbändchen dienen, die die „Spender“ erhalten? Sollen sie zeigen, dass die Betroffenen genauso berechtigt sind, die Straßen zu nutzen, wie jeder andere auch?
Auch 2014? Alte Abzocke unter neuem Namen?
Und wozu benötigen Anwohner Armbänder (die auch noch auf Kosten der Stadt versandt werden sollen)? Um an Absperrungen, die es nicht geben darf, sich gegenüber Menschen, denen jegliches Recht fehlt, sie auch nur aufzuhalten, als jemand auszuweisen, der „freiwillig“ keine „Spende“ zu entrichten braucht und deshalb den Bereich betreten darf, der jedermann frei zugänglich sein muss?
Bedeutet es, dass die Stadt Limburg in bester Kenntnis der Rechtswidrigkeit eines solchen Handelns einem Verein wieder einmal gestattet, die Limburger Altstadt abzusperren und „Einlasskontrollen“ durch einen „Sicherheitsdienst“ durchführen zu lassen? Durch dasselbe Unternehmen, dessen Mitarbeiter für Gewalttätigkeiten gegenüber Bürgern und Besuchern im Sommer dieses Jahres verantwortlich waren?
Es ist nicht zu bestreiten, dass bestimmte Bereiche, die für das Altstadtfest genutzt werden sollen, für Fahrzeuge gesperrt werden müssen. Doch ein solcher Eingriff in den fließenden Verkehr ist eine hoheitliche Aufgabe, die nicht bewarnwesteten Hilfsarbeitern übertragen werden darf, sondern von der Polizei bzw. maximal der Hilfspolizei durchzuführen ist. Und außerdem mit ein paar Absperrbaken und „Gesperrt für Fahrzeuge aller Art“ Schildern personalfrei zu erledigen wäre.
Dafür, Fußgänger anzuhalten, ganz gleich, was man ihnen dann erzählt, fehlt jede Rechtsgrundlage.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt ohne einen besonderen Aufklärungswillen nach wie vor in Sachen Altstadtfestskandal 2013. Es besteht der Verdacht auf 18.000 Einzelstraftaten, begangen durch Mitarbeiter eines „Sicherheitsdienstes“ und zu verantworten sowohl vom Vorstand des Betreibervereins als auch von Zuständigen innerhalb der Stadtverwaltung respektive deren Untergebenen.
Doch die Verdächtigen interessiert dies überhaupt nicht. Sie wähnen sich im Schatten der Rathausmacht in Sicherheit, von der sie Rückendeckung bekommen bzw. behaupten – um genau so weiterzumachen wie bisher.
Die Stadt verweigert nach wie vor gesetzwidrig jegliche Auskunft auf konkrete Fragen nach Ablauf und Verantwortung bezüglich des Altstadtfestes 2013.
Noch bevor ein geplantes Altstadtfest 2014 auch nur terminiert ist, zeichnte sich dieses als bereits als ein neuer Skandal ab.
Doch die Frage ist, ob es diesmal so leicht wird, in altbekannter Limburger Manier „einfach mal zu machen“ und sich darauf zu verlassen, dass es am Ende doch keinen interessiert.
Nachdem der Kehrsatzungs-Schildbürgerstreich und der Luxus-Klerikale vom Domberg Limburg auf die publizistische Landkarte gebracht haben, sind Nachrichten aus der Stadt zwischen Taunus und Westerwald nicht mehr nur Randnotizen aus der Provinz.
Wie man hört, interessiert man sich in der Redaktion eines großen Hamburger Nachrichtenmagazins bereits für den sehr freihändigen Umgang mit Recht und Gesetz in Limburg - und besonders für die Hinterzimmerklüngeleien zwischen kommerziellem Veranstalterverein und der Politik…

Samstag, 7. Dezember 2013

Das Wunder von Limburg



Der Bürgermeister von Limburg kann in die Zukunft sehen! Dies ist die sensationelle Erkenntnis, die ein Schreiben des Stadtregenten vermittelt, das unlängst die Bürger der Altstadt erreichte.
Pünktlich zu Weihnachten wird als letztes Geschenk des Jahres nun ein neuer Feldzug gegen die Privatkassen angedroht. Empfänger der Botschaften sind die Renegaten, die sich weigerten, sich auf das Abzocke-Schmierentheater einzulassen, mit dem der Umbau des maroden Schlosses auf Kosten der Bürger zu einem Chorzentrum für die katholische Kirche finanziert werden sollte.
Es wird eine Vorauszahlung auf einen Ausgleichsbetrag (Sanierungsabgabe) erhoben, ist einer der Inhalte des Briefes. Dass damit mal wieder unkontrolliert „Tatsachen“ geschaffen werden sollen und dieser erneute Absahnversuch einer rechtlichen Grundlage entbehrt, ist ein anderes Thema, das noch behandelt werden soll.
Bemerkenswert ist jedoch ein kursiv gedruckter Absatz in diesem Schreiben:
Hinweis
Hort weihnachtlicher Wunder: Limburger Rathaus
Die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn wird im 2. Halbjahr 2014 die Aufhebung der Sanierungssatzung für die Stadtgebiete „Westliche und Östliche Altstadt“ … beschließen.
Dieses als Tatsache dargebrachte Ergebnis einer Abstimmung, die erst in mittlerer Zukunft überhaupt stattfinden soll, ist insofern interessant, als die Stadtverordneten keinem imperativen Mandat unterliegen – schon gar nicht dem des Bürgermeisters.
Es zeigt ein Demokratieverständnis von geradezu bischöflicher Dimension, wenn nun der gewählte Regent der Stadt ein Abstimmungsergebnis bezüglich eines noch gar nicht gestellten Antrags kurzerhand vorwegnimmt und darüber hinaus zur Basis von Kostenbescheiden zu Lasten einer Reihe von sowieso extrem belasteten Bürgern macht.
Mehr zu den (wie im Limburg üblichen) teils grotesken Einzelheiten des bürgermeisterlichen Schrifttums in Folgebeiträgen.
Vorab nur zwei persönliche Anmerkungen.
Auch wenn es Stadtverwaltung, Magistrat und Bürgermeister offensichtlicht absolut nicht interessiert, welches Bild sie in der Öffentlichkeit abgeben und welch einen herablassenden Umgang sie mit denen führen, die sie bezahlen und wählen, gehört es zu den minimalen Anforderungen an behördliche Korrespondenz, dass diese zum einen korrekt adressiert und zum anderen nicht rückdatiert ist.
Das betreffende Schreiben erreichte mich am 7.12.2014.
Datiert ist es mit 27.11.2013.
In diesen 10 Tagen hätte der Brief aus eigener Kraft und Initiative die 350 Meter zwischen Werner-Senger-Straße und Roßmarkt kriechend zurücklegen können.
Darüber hinaus ist es symptomatisch, dass eine Verwaltung zwar allem Anschein nach in der Lage ist, hohe Forderungsbeträge freihändig auszuwürfeln, es aber an den erforderlichen Kapazitäten fehlt, die korrekte und vollständige Anschrift des jeweiligen Adressaten zu ermitteln. Ein kleiner Tipp: Meine Adresse ist Roßmarkt 15 (in Worten: FÜNFZEHN). Nicht 12 (zwölf).
Und ich werde nicht für das Grundstück Roßmarkt 12 nicht bezahlen.
Sondern für 13 und 15.