Sonntag, 20. April 2014

ZeitWeg – Die eine Stimme der Vernunft



In Limburg ist etwas Ungeheuerliches und Seltenes passiert. Etwas, das man seit vielen Jahren so nicht mehr erlebt hat. Das Stadtparlament ist seiner Aufgabe nachgekommen und hat die Notbremse gezogen, bevor ein weiteres Monument sinnfreier, kommunaler Geldverschwendung (oder Geldverlagerung in private Taschen…) in Limburg errichtete werden konnte.
Das ZeitWerk ist gestorben.
Endgültig.
Das heißt, sterben kann nur etwas, das jemals gelebt hat. Dieses Mitmach-Museum war von vorn herein eine Totgeburt, wie ein Mensch, der einigermaßen die Grundrechenarten beherrscht, zu jeder Zeit selbst feststellen konnte und kann. Auch die allergrößten finanztechnischen Taschenspielertricks und Hochrechnungen aus dem Reich von Wolkenkuckucksheim hatten bereits bei den „Planungen“ ergeben, dass vielleicht wenn Sonne, Mond und Sterne irgendwann in einer Linearkonstellation an Ostern stünden, eventuell und möglicherweise einmal eine tiefrote Null in der Bilanz eines einzelnen Jahres stehen würde. Eines. Von 25, die man den musealen und selbst zu fertigenden Palast der bewegenden aber unbeweglichen Dinge anzumieten gedachte.
Nun ist es gescheitert, das ehemalige Mechanikum, mit dem teuersten Namen der Stadtgeschichte, der natürlich ungenutzt bleiben sollte, aber eine sechsstellige Summe in den Sand setzte bzw. in anwaltliche Kassen stopfte.
Was für ein Knall. Und was für eine Blamage.
Dabei war alles vorbereitet, für die schöne, große Inszenierung. Der zuständige Ausschuss hatte noch rasch getagt, keine wesentlichen Fragen gestellt und mit deutlicher Mehrheit den Abnickverein des Stadtregenten gespielt, wie es so häufig der Fall ist.
Doch die gewählten Abgeordneten funktionierten nicht. Wenigstens nicht mehrheitlich. Der übliche Überallesbescheidwisser verkündete lautstark, einem Zahlenwerk, in dem erwiesenermaßen noch eine ganze Reihe von wesentlichen Angaben nicht vorhanden oder nicht gesichert waren, seien alle Informationen zu entnehmen. Und er forderte, man müsse endlich mal Nägel mit Köpfen machen.
Es wurden.
Sargnägel.
Mit für den Alleinherrscher der Stadt nachgerade penetranter Hartnäckigkeit wurden Fragen gestellt – und auf die übliche Art von oben herab nicht beantwortet. Mit einem mehr als überraschenden Resultat.
Das Volk verweigerte einfach die Gefolgschaft.
Industrieruine - Günstige Miete
Das Veto der Stadtverordnetenversammlung ist eine laut schallende Ohrfeige für die Limburger Hinterzimmermauschelpolitik. Lange genug war Intransparenz ein Synonym für Limburger Entscheidungsfindung gewesen. Diejenigen, die die Stimme der Bürger repräsentieren sollten, wurden von (übrigens ebenfalls gewählten und dem Bürgerwohl verpflichteten) Regenten nicht nur für dämlich gehalten, sondern auch mit schönster Regelmäßigkeit für dumm verkauft.
So ließ es sich der oberste Verfechter des Musentempels nicht nehmen, die tolldreiste Behauptung mehrfach ins Feld zu führen, die Miete für das Objekt sei ja nun auch extrem günstig. Als ob eine so dynamisierte Tatsache nur durch ständige Wiederholung zur Wahrheit geadelt würde.
Knappe 6 Euro sollte die Quadtratmetermiete „nur“ kosten. Und für was? Für eine Ruine, denn nichts anderes ist das Gebäude zurzeit, das für das Museum vorgesehen war. Jede Investition in das Objekt sollte aus dem Geldsack des Mieter, also der Stadt kommen! Es wär sicher einmal interessant, eine Umfrage zu starten, welcher Besitzer einer 1000 m² großen, völlig maroden Lagerhalle in Limburg sich weigern würde, diese der Stadt für 6000,-- € im Monat zu vermieten. Für 25 Jahre, vollständige Sanierung und Ausbau in ein Eventcenter inklusive.
Doch dazu kommt es nun nicht.
Es haben sich vollkommen unerwartet in der Debatte Menschen zu Wort gemeldet, die das Denken dann doch nicht völlig an den lokalen Machthaber delegiert haben.
Der wird sich selbstredend dafür rächen und keine Gelegenheit auslassen, in seiner restlichen Amtszeit die Parlamentarier dafür abzustrafen, dass sie ihrem verfassungsgemäßen Auftrag nachgekommen sind.
Aber er kann an der Entscheidung nichts mehr ändern.
Das ZeitWerk ist tot.
Die Demokratie in Limburg offenbar doch noch nicht.
Gerade hat sie einmal kurz gezuckt und fest zugebissen.
Wir sollten sie füttern und pflegen, damit sie sich noch viel öfter in freier Wildbahn zeigt.

Freitag, 11. April 2014

Altstadtfestskandal: Veranstalter verlangt Straffreiheit und fette Beute


Nach wie vor weigert sich die Stadt Limburg, konkrete Fragen zum Ablauf des skandalösen Altstadtfestes 2013 zu beantworten. Insbesondere sind Verantwortliche Aufklärung darüber schuldig, wieso Mitarbeiter des Ordnungsamtes das rechtswidrige Abriegeln fast der gesamten Altstadt sowie die Wegelagerei durch einen „Sicherheitsdienst“ unterstützten. Keine Auskunft gibt es auch darüber, wieso dem Veranstalter gestattet wurde, trotz ausdrücklicher Erklärung der Stadt, dass dies illegal sei, „Eintritt“ zu kassieren. Oder warum weder Ordnungsamt noch Polizei eingegriffen haben, als Anwohner und Menschen, die sich weigerten zu zahlen, gewaltsam am Zutritt zum Stadtteil gehindert wurden.
Es ist nun genug geschwiegen, dachte eine Fraktion der Stadtverordnetenversammlung und in einem Antrag fordert sie Auskunft von den Verantwortlichen. Ob ausgerechnet Abgeordnete von Bürgermeister, Magistrat und Ordnungsamt irgendeine verwertbare und vor allem überprüfbare Antwort bekommen, wird die Zukunft zeigen.
Zweifel sind angebracht.
Von Zweifeln irgendwelcher Art belastet ist dagegen der Verein gar nicht, der das kommerzielle Treiben seit Jahren koordiniert und nach wie vor fordert, nach Gutdünken über öffentlichen Raum verfügen zu können. Besagten Aufklärungsantrag hat die lokale Krämervereinigung nämlich zu einem in mehrfacher Hinsicht dreisten und aggressiven Vorstoß in eigener Sache genutzt.
Nachfragen eines Journalisten beantwortete der Vorstand mit einer Mischung aus Selbstbeweihräucherung, Legendenbildung, Beschimpfungen und Drohungen. Da besagte Aussprüche als wörtliche Zitate widergegeben waren, kann man bei der Sorgfalt des (bekannten) Journalisten davon ausgehen, dass sie authentisch sind. Nach der freihändigen Verwendung der Regeln der deutschen Sprache, die dem Schrifttum entspricht, das der Verein auch sonst absondert, sowieso.
Der Veranstalter gibt sich in diesen Äußerungen als eine Vereinigung selbstloser und nur auf das Wohl der Mitbürger bedachter Menschenfreunde, die mit hohem persönlichen Aufwand und am Rande der Selbstaufopferung anderen Freude bereiten wollen, sei es durch Wein, Gesang oder Licht. Zur Erinnerung. Besagter Verein ist eine Werbegemeinschaft, mit dem einzigen Ziel, durch konzertierte Aktionen den Profit der Mitglieder zu vergrößern. Besagter Verein ist nicht gemeinnützig und die Mitglieder arbeiten zum Eigennutz. Damit sie mit ihren Geschäften mehr Geld verdienen. Dazu ist man, wie die letzten Jahre gezeigt haben, zu allem bereit – auch zu fortgesetztem und wiederholtem Rechtsbruch, der unter anderem in Strafanzeigen mündete.
"Dukommshiernischrein"
Dazu hat man nun keine Lust mehr, heißt es. Nein, man will sich nicht etwa an Recht und Ordnung halten. Man will den Bürgermeister unter Druck setzen und fordert von diesem nicht weniger als Straffreiheit für geplante Taten! Die Stadt müsse sicherstellen, dass der Veranstalter einen „Unkostenbeitrag“ kassieren könne (also Eintritt) und dass der sich eben noch so selbstlos gerierende Krämerverein einen „ordentlichen Gewinn“ daraus ziehen kann. Und die Stadt habe gefälligst dafür zu sorgen, dass dieses rechtswidrige Treiben nicht in irgendwelche Strafanzeigen müdet.
Passend zum Thema werden bei derselben Gelegenheit dann auch noch gleich die Opfer der letzten Veranstaltung zu Tätern gemacht und Menschen, die durch vom Veranstalter besoldete Warnwestenträger angefallen, bedroht und am Betreten ihrer eigenen Häuser gehindert wurden, als Querulanten beleidigen.
Diese tolldreiste Tatsachenumkehr findet sich dann auch in einer peinlichen Internetkampagne wieder, in der der Veranstalterverein versucht, designierte Besucher (also die Beute) dazu zu animieren, per Unterschrift für die Rettung des Altstadtfestes vor eben diesen besagten Querulanten zu sorgen.
Denn diese seien daran schuld, wenn das Altstadtfest 2014 nicht stattfinden kann.
Das ist eine bemerkenswerte Weltsicht. Falls das Altstadtfest 2014 ausfällt, dann ist es an einer ganz anderen Krankheit gestorben. An einer Seuche namens Gier. Daran, dass es von einem Fest von und für die Bürger zu einer gigantischen Abzockerei mutiert ist, mit unkontrollierbaren Geldströmen und dem Drang nach immer mehr, koste es was es wolle. An Filz und Intransparenz. Und an der völligen Respektlosigkeit vor Recht, Gesetz und Ordnung.
Es ist ein gewaltiges Privileg, wenn einem Veranstalter ein kompletter Stadtteil für ein solches Fest zur Verfügung gestellt wird, auf dem er nach Gutdünken öffentlichen Raum vermieten darf und selbst entscheidet, wer wann wo einen Wagen/Stand/sonstwas bekommt. Eine Grundvoraussetzung für ein solches Sondernutzungsrecht ist, dass der „Partner“ zuverlässig ist. Hat sich dieser erwiesenermaßen in der Vergangenheit weder an Auflagen noch an Recht und Gesetz gehalten, ist diese Zuverlässigkeit nicht mehr gegeben.
Was ist dann erst, wenn der „Partner“ bereits im Vorfeld erklärt, dass er gegen alle Auflagen sowie Gesetze verstoßen will? Was würde ein Verwaltungsrichter wohl zur Rechtmäßigkeit einer trotzdem erteilten Sondernutzungsgenehmigung sagen?
Die Äußerungen aus Kreisen der lokalen Krämervereinigung sind eindeutig. Der Veranstalter will weiter Besucher abkassieren und eine Polizeigewalt über den halben Stadtteil. Und die Verantwortlichen in der Verwaltung sollen ihn dabei gefälligst unterstützen und dafür Grundrechte für ein Wochenende abschaffen.
Es bleibt weiter spannend…

Freitag, 4. April 2014

Mitmachmuseum in der Nachbarschaft: Finanzielle Katastrophe



Bad Hersfeld und Limburg haben einige Gemeinsamkeiten. Beide liegen in der hessischen Provinz. Sie sind etwa gleich groß, haben ähnliche Entfernungen zu Metropolen, liegen verkehrsgünstig nahe Autobahnen, sind aus verschiedenen Gründen überregional bekannt und haben historische Altstädte. Doch in einem unterscheiden sich Limburg und Bad Hersfeld fundamental.
 In Limburg meint man, die Stadt bräuchte dringend ein Mitmach-Museum.
In Bad Hersfeld würde man alles dafür geben, wenn man sich niemals für ein solches Projekt entschieden hätte.
„Wortreich“ nennt sich die Einrichtung in Bad Hersfeld und soll genauso Besucher in Gruppen und Einzelne anlocken, wie das obskure Projekt, das in Limburg zwischenzeitlich bereits diverse Namen hatte, deren Erwerb und Verzicht eine sechsstellige Summe gekostet hat.
Anders als das „Mechanikum“ oder „ZeitWerk“ oder „Keineahnungwasdaswerdensoll“ Limburgs, hat „Wortreich“ hingegen eine Konzeption, die in einem Satz erklärbar ist: Es soll Sprache und Kommunikation der Menschen direkt erlebbar machen.
Das Limburger Projekt hingegen soll es in erster Linie mal geben.
Dann sieht man weiter.
Weiter sehen würde man auch in Bad Hersfeld gerne, doch das einzige was man erblicken kann, ist die Tatsache, dass man kurzsichtig war. Und optimistisch. Nachgerade fahrlässig optimistisch.
Haushaltstechnisches Katastrophengebiet, in Planung
Von 50.000 Besuchern ist man in Bad Hersfeld ausgegangen. Erschienen sind im vergangenen Jahr aber gerade einmal 42.000. Das Ergebnis ist ein saftiges Defizit von über 300.000,-- €.
Noch einmal zur Erinnerung: Lage und Infrastruktur von Bad Hersfeld und Limburg sind vergleichbar. Das „Wortreich“ hat eine klare Konzeption, das Limburger Projekt nicht. Trotzdem kalkulierte man in Bad Hersfeld mit 50.000 Besuchern. In Limburg nicht. Die Politgötter Limburgs nehmen kurzerhand 75.000 Eintrittzahler als gegeben an. Schlimmstenfalls 65.000. Legt man die realen Besucherzahlen eines vergleichbaren Unternehmens zugrunde, ist eine solche Annahme nicht optimistisch. Sie ist schlicht und ergreifend vollkommen weltfremd und bewegt sich etwa in der Region des Doppelten dessen, was man sinnvoll erwarten kann.
Ausgehend vom realen Defizit in Bad Hersfeld muss man also befürchten, dass im Fall einer Realisierung ein „ZeitWerk“, „Mechanikum“ oder „Hauptsachewirhabenes“ MINDESTENS eine halbe Million Euro jährlich aus der Stadtkasse saugen wird. Wahrscheinlich eine siebenstellige Summe.
Doch davon sind die Verfechter der Planungen vollkommen unbeeindruckt. Es ist nicht so, dass dieses Desaster in der näheren Umgebung nicht bekannt wäre. Das Defizit in Bad Hersfeld hat erst kürzlich Schlagzeilen gemacht, überregional. Aber was folgt daraus für Limburg?
Nichts.
Man geruht einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen, dass es Belege dafür gibt, dass das geplante Unternehmen alle Anlagen zu einer wirtschaftlichen Katastrophe in sich trägt.
Für die Stadt.
Nicht für den Eigentümer der heiligen Hallen. Der bekäme im Fall eines Falles für Steuergeld einen perfekten Veranstaltungsort gebaut UND eine Jahresgarantie an Miete.
Worum es geht, ist also mehr als eindeutig. Der Investor, der die Stadt Limburg mit dem Vorzeige-, Lieblings- und Streichelprojekt WerkStadt bedacht hat, soll dafür aus dem Stadtsäckel noch einmal reichlich belohnt werden, koste es, was es wolle. Und ohne Rücksicht auf die Folgen für spätere Haushalte und Generationen.
Wäre es da nicht einfacher, dem Betreffenden die Millionen einfach zu schenken, ohne eine solch aufwändige Alibiveranstaltung? Dann wäre das Geld zwar auch weg.  Aber nur einmal. Und nicht auch noch für die kommenden 20 Jahre.

Mittwoch, 26. März 2014

TVE wird zurückgetreten

Der Papst hat das Rücktrittsgesuch angenommen, heißt es - und das ist wohl die höchstchristliche, gesichtsbewahrende Maßnahmen integrierende Lesart der Ereignisse in Rom. 
Es ist nicht wahrscheinlich, dass dieser "Rücktritt" das Resultat irgend einer Einsicht, Umkehr oder gar Reue ist. Vollmundig haben der Stellvertreter des Stellvertreters und seine Restfansboys wie der aktuelle verkardinalte Großinquisitor ja bis vor Kurzem seine Rückkehr behauptet und gefordert. Dass einer davon vor wenigen Tagen umgefallen ist und seine ganze Schönheit nicht mehr in den Dienst des Männerfreundes gestellt hat, ist sicher den Kenntnissen des Kommenden geschuldet und sollte wenigstens dessen Resthoffnung auf das ganz große Erzbistum nördlich der Provinz erhalten. Viel Spaß mit dem Gänserich in Köln.
Denk mal!
Die Demission Bambis ist eine politische Entscheidung und wird als solche auch verklausuliert verkündet. Dabei ist für diejenigen, die die Übersetzung derartiger Verlautbarungen beherrschen, vollkommen klar, dass der Urteilsspruch des Papstes eindeutig war: Tritt zurück - oder ich trete dich zurück.
Hätte TvE die Absicht gezeigt, von selbst auf das Amt zu verzichten, hätte er im vergangen Jahr mehr als genug Gelegenheiten gehabt, dies zu verkünden. 
Und noch mehr Gründe.
Er hat es nicht getan. Die ganze Zeit. Vielmehr ist er gereist, was er ja beherrscht, ist auf- und abgetaucht, hat seine rechtskatholischen, publizistischen Hilftruppen verlautbaren und vermuten lassen und sich ansonsten aufgeführt, wie der König im Exil, im vorübergehenden.
Alles umsonst.
Nun tritt er also doch. Zurück. Und zu spät.
TvE macht nicht den Uli. Er hat sich nicht zurückgezogen, bevor alles noch schlimmer wurde.
Nun ist er fort, endgültig. Was bleibt, ist nicht nur die Stein gewordene Großmannssucht in Sparkassenästhetik, die fortan das Bild der Altstadt schänden wird.
Es bleibt auch jede Menge Unschuld.
Denn niemand hat in Limburg einen Beitrag geleistet, durch Wegsehen, Vertuschen, Lügen, Alimentieren und Hofieren. Sei es der niedere Klerus, sei es die Politik, sei es die lokale Weltpresse. Nur brutalstmögliche Aufklärer aller Orten und Menschen, die es ja schon immer gewusst oder gesagt oder beides hatten. 
Jeder wäre nun eigentlich dazu aufgerufen, seine ganz eigene Rolle in diesem Drama in mindestens vier Akten zu hinterfragen.
Es wird nicht geschehen. Man wird frohlocken und sich als Sieger fühlen. Man wird weiter mauscheln und schachern und pöstchenschieben. Ganz unter sich. Denn das große, überregionale Interesse ist nun vorüber.
Gott sei Dank?

Freitag, 14. Februar 2014

Altstadt: Limburg macht Schild(a)(er)

Pfeile und Plexiglastafeln sollen in naher Zukunft Besucher der Limburger Altstadt darüber informieren, wo sie sind, wohin sie gehen können und was sie da sehen, wenn sie davorstehen, falls sie es nicht gleich erkennen. Auf diese Weise sollen noch einige Tausend Touristen mehr angelockt werden und durch die malerischen Gassen der Limburger Urstadt rudeln.
Es ist genau die Art und Weise, in der schon seit grauer Vorzeit Besucher von Städten und Ländern über das Woher und das Wohin informiert wurden: Mit sogenannten Wegweisern. Also von daher auch in dieser Ecke Hessens nichts Neues. Sollte man meinen.
Wo geht's zum Dom?
Doch genau diese Wegepfeile erklärte man in Limburg vor noch gar nicht langer Zeit als restlos veraltet. Es waren exakt die Menschen, die die bewährte Orientierungshilfe nun für die Altstadt beschlossen haben, die diese Sicht der Dinge propagierten. Um wenigstens den Anschein zu wahren, den galoppierenden Fortschritt nicht vollkommen aus den Augen verloren zu haben, kamen die Gewählten, die Weisen und die wenigen gewählten Weisen auf die Idee, an Stellen der Stadt, die sie für zentral hielten, leicht vergrößerte Versionen der sowieso allgegenwärtigen Wisch-und-Weg Taschen-Monitore zu installieren. Dort sollte sich der Besucher interaktiv mit klebrigen Fingern alle erforderlichen Kenntnisse über die Altstadt verschaffen können und ohne fragend die Bevölkerung zu behelligen, die richtigen Wege finden.
Doch der Besuch findet nicht. Er findet nicht einmal die zu 100% geschmacksbefreiten Roststahlinstallationen, in denen die Touchpads versteckt sind, die ihm helfen sollen, weil er nicht erkennen kann, welchem Zweck diese vertikalen Bahnschwellen überhaupt dienen sollen.
Sie hat mehr als ordentlich Geld gekostet, diese Investition in die multimediale Zukunft. Und sie kostet jährlich eine knapp fünfstellige Summe für Energieversorgung und Wartung, wie auf Nachfrage einer Fraktion bekannt wurde. Was dagegen nicht mitgeteilt wurde, ist die Zahl der Menschen, die dieses Angebot auch tatsächlich nutzen. Es sei "gut angenommen worden", heißt es. Was immer das heißen mag.
Besonders groß kann diese Annahme nicht sein, denn warum sonst muss nun auf herkömmliche Weise dringend nachgebessert werden? Was seinerzeit auf selbstredend arrogant ignorierte Kritik und Skepsis stieß, hat sich nun voll bewahrheitet. Die "Infostehlen", die die Innenstadt an einigen Stellen weiter verunstalten, sind sinnfreie Denkmäler der kommunalen Geldverschwendung.
Wenn die Stadt Limburg einen Kindergarten auszustatten hätte, bekäme der I-Pads statt Malblocks (vorausgesetzt, der richtige Schwager des richtigen Bruders hat den richtigen Handel für Apfelprodukte). Und dann würden als nächstes fettfreie Filzstifte angeschafft, damit die Kinder auf den Tablets malen können...
Gut, zugegeben, das Bild ist etwas schief. So etwas wäre mehr als unwahrscheinlich, denn es wäre eine Handlung bzw. Anschaffung FÜR die Bürger - und derlei hat in Limburg ja nun überhaupt keine Tradition.

Samstag, 11. Januar 2014

Auf ein Neues...



Das neue Jahr ist zwar fast schon ein altes, aber noch ist es nicht zu spät, allen Mitlesern an dieser Stelle alles Gute zu wünschen.
Das sind die Hoffnungen.
Die Realitäten sehen leider anders aus und unsere so be- und geliebte Politik wird in bestens bekannter Limburger Art alles unternehmen, dem gemeinen Altstädter das Leben schwer und seine Taschen leicht zu machen.
Es gibt Einiges, das dem Bürger droht – und ich habe mir fest vorgenommen, mich auch in diesem Jahr weiterhin einzumischen und darüber zu berichten, insbesondere über Ereignisse, Pläne und Vorgänge, die nach dem Willen der Lokalregentschaft am besten nur behinterzimmert würden.
Und ich werde weiter hartnäckig Fragen stellen, deren Beantwortung mir gegenüber durch höchstes Dekret von der Werner Senger Straße verboten wird und wurde.
Es steht den Limburger Melkkühen leider Verschiedenes ins Haus.
Da ist die unselige Altstadtsanierungsabgabe, über die zu berichten wäre.
Inzwischen steht fest, dass diejenigen nach Strich und Faden belogen und betrogen wurden, die sich durch das Schmierentheater rund um die vorzeitige Ablösung ins Bockshorn haben jagen lassen und gezahlt haben. Mir liegt nämlich nun das geheime „Bodenwertgutachten“ vor, das eine Wertsteigerung ausschließlich aus der Werterhöhung der Bebauung errechnet – und die wurde nur durch private Investitionen erreicht. Soll heißen, gegen alle Behauptungen haben diejenigen, die für teueres Geld ihre eigenen Häuser saniert haben, auch noch dafür gezahlt, dass sich damit der Wert ihrer Grundstücke erhöht hat. Angeblich.
Details folgen in einem eigenen Bericht.
Inzwischen hat die Stadt auch denen, die sich nicht haben erpressen lassen, einen neuen Abzockeversuch angedroht. Auch dieses Mal nicht auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Weg, sondern über die Festsetzung einer Vorauszahlung. Doch diese ist offensichtlich aus nicht weniger als vier Gründen in dieser Form rechtswidrig.
Auch darüber wird es entsprechende Artikel geben und ich werde darüber informieren, wie man am besten dagegen vorgeht.
Glücklicherweise hat sich unter den Grundbesitzern der Altstadt eine Front formiert, die sich die hemmungslose Abzockerei durch die Stadt nicht gefallen lassen wird. Und es gibt bereits sehr interessante Pläne, diesen Widerstand auch öffentlich so zu dokumentieren, dass die Stadt an der Lahn wieder auf den Titelseiten aller Zeitungen Deutschlands erscheint – und das ohne ein einziges Foto einer exilierten, klerikalen Hamsterbacke mit Rehaugen.
Betroffen ist die katholische Kirche allerdings auch von dem neuen Raubzug der Stadt gegen ihre Altstadtbürger. Natürlich als Nutznießer. Denn es geht bei dem großen Abkassieren mal wieder um den neuen Prachtbau für die Kirche, den die Stadt finanziert: Das Limburger Schloss.
Auf Nachfrage verkündete der Bürgermeister, dass kein Geld für weitere Sanierungen im Etat vorgesehen sei. Das ist wohl richtig, denn im Haushalt tauchen die Einnahmen nicht auf, die über die „Vorauszahlungen“ erzielt werden sollen. Doch diese werden (falls denn welche fließen), in den Sanierungstopf wandern, aus dem dann wieder mit beiden Händen die Goldtaler für das Schloss gegriffen werden, denn solange das Sanierungsgebiet nicht förmlich aufgehoben wird, gibt es ebendiesen noch.
Von daher kann man die „Überlegungen“ als reine Verschleierungstaktik und Nebelkerzenwerfen betrachten, die Diözese anzupumpen und von ihr Geld zu leihen, um nur für ihre expliziten Zwecke ein Gebäude in städtischem Eigentum herzurichten und es dann der Kirche mietfrei zu überlassen.
Das wird wohl eher nicht passieren.
Auch hier: Details werden berichtet.
Weiterhin wird das Altstadtfest 2013 ein Thema bleiben, auch wenn die Verantwortlichen und leider auch die von keinem besonderen Aufklärungswillen getriebene Staatsanwaltschaft die kriminellen Vorgänge und Übergriffe am liebsten irgendwo ablegen und vergessen würden.
Nur als oberdreist ist zu werten, dass für das Jahr 2014 demselben Veranstalter, der nachhaltig demonstriert hat, dass es nicht Willens ist, sich an Recht und Gesetz und behördliche Auflagen zu halten, das Fest wieder genehmigt wurde. Groteskerweise in Komplizenschaft mit den Stadtoberen soll alles beim Alten bleiben und die Geiselnahme eines kompletten Stadtteils und die kriminelle Wegelagerei sollen unter einem anderen Etikett weiter betrieben werden. Schauen wir mal, ob das genau so passieren wird, wie sich das bestimmte Menschen vorstellen…
Doch das sind nur die bisher bekannten, akuten Themen.
Es werden sicher genug weitere dazu kommen, über die zu berichten es sich lohnt.
Gehen wir es an, das Jahr 2014.