Donnerstag, 10. Oktober 2013

Strafbefehl!

Gerade hat die Staatsanwaltschaft Hamburg bekanntgegeben, dass sie gegen TvE den Erlass eines Strafbefehls wegen uneidlicher Falschaussage beantragen wird.
Die vorherrschende Meinung nicht nur der Öffentlichkeit sondern auch unter den Kollegen des Bischofs ist, dass er unter diesen Umständen nicht mehr zu halten wäre.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann, der gerade wieder sein exzeptionelles Geschick in Sachen Öffentlichkeitsarbeit dadurch dokumentiert hat, dass er ausgerechnet der BILD-Zeitung ein inhaltsfreies Interview gewährte und wieder einmal einen "klärenden" Brief ankündigte, auch diese neue Entwicklung ignorieren bzw. aussitzen will, ist ziemlich hoch.
Wir werden weiter berichten.
Gestern hätte Bambi einem noch leid tun können.
Nach seinen jüngsten öffentlichen Äußerungen ist das aber auch schon wieder vorbei.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Bischofskrieg in Limburg: Die Hofschranzen greifen zu den Waffen


Limburg hat es geschafft. Die Stadt zwischen Westerwald und Taunus ist auf die Titelseiten aller Tageszeitungen der Bundesrepublik zurückgekehrt – erstmalig seit dem brutalen Angriff einer Polizistin in privater Mission auf zwei Fußballerinnen des VfR 07 Limburg während eines Pokalspiels.
Man spricht und schreibt über Limburg, dessen Altstadt gestern regelrecht von wichtigen Menschen mit Mikrofonen und vor und hinter Kameras belagert wurde. Die Straßenverkehrsordnung gilt übrigens auch für Fahrzeuge von Fernsehsendern und Rundfunkanstalten. Das sei an dieser Stelle einmal ins Gedächtnis gerufen.
Es fanden sich gestern immer wieder Spezialisten mit unglaublichem Fach- und Detailwissen, die in jedes Tonaufnahmegerät sprachen, das die Reporter nicht schnell genug wegzogen.
Experten in Sachen Bischof von Limburg poppten allerorten aus dem Boden wie die Pilze in den Herbstwäldern, selbst dort, wo man sie weder vermutet noch gesucht hätte.
Der Tenor der heutigen Berichterstattung, die durchgängig wieder einmal auf Erst- und Agenturmeldungen der FAZ beruht, ist einmütig: Die Luft für TvE ist nicht mehr dünn, sie ist praktisch nicht mehr vorhanden und auch Schnappatmung dürfte kaum sein Überleben im Amt ermöglichen.
Es findet sich zurzeit eine bisher nicht dagewesene Einheitsmeinung von hoher moralischer Qualität: All das darf man nicht, nicht einmal oder schon gar nicht als Träger eines solchen Amtes.
Somit ist also die Jagd freigegeben und nahezu jeder fühlt sich berufen, an der fröhlichen Hatz teilzunehmen.
Einzeltäterunterschlupf?
Vermutlich bleibt es am Ende der Staatsanwaltschaft Hamburg vorbehalten, nach dem fast ein Jahr währenden Gegacker endlich auch einmal ein Ei zu legen und dem waidwunden Rehlein mittels eines Verfahrens oder eines Strafbefehls den Fangschuss zu geben.
Das Volk schreit nach Blut und irgendwer wird es ihm gegeben. Irgendwann, in naher Zukunft.
Doch bevor dieser neue, schlagzeilenträchtige Umstand eintritt, wäre es vielleicht an der Zeit, gerade jetzt einmal einen Schritt zurückzutreten und sich zu besinnen, was zur Zeit abläuft.
Mit den Grundgedanken des Christentums, wie sie der Zimmermann vor mehr als 2000 Jahren in bemerkenswerten Redebeiträgen einer begrenzten Zuhörerschaft nahezubringen versuchte, hat es jedenfalls nicht einmal am Rande zu tun. Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein", sagte er bei einer Gelegenheit, als der Mob sich ein Opfer ausgesucht hatte. In und um Limburg findet man dieser Tage jede Menge Steine - und diese allzu häufig in Händen, die nicht von Arbeit schmutzig sind. 
Bemerkenswerterweise stimmen nun sehr spät verschiedene Menschen in das Geheul der Wölfe ein, die Bambi durch das Dickicht seiner eigenen Realitätswahrnehmung hetzen, die eine gefühlte Ewigkeit lang abwiegelten, verteidigten, Kritiker attackierten und diskriminierten oder einfach nur wegschauten oder schwiegen, als ihr Auftrag doch ein ganz anderer gewesen wäre.
Da liest man nun Leitartikel mit Rücktrittsforderungen von Chefschweigern, die dafür sorgten, dass TvE lokal kein Thema war, während man im Mutterhaus der Zeitung bereits auf Distanz gegangen war. Aber die eigenen Eitelkeiten und Verbindungen, das sich sonnen Wollen und Dürfen im Schatten der lokalen Macht waren bedeutender als eine journalistische Berufung.
Der übliche Verdächtige und kommunalpolitische Lautsprecher, der vor Kurzem noch brüsk verkündete, es sei ihm völlig Latte, ob der Prunkbau nun den Domberg verschandele oder ob er überhaupt so genehmigt sei, weil er ja nun fertig wäre, schwingt sich in einer 180° Wende zum Chefkritiker und selbstredend Kirchenverwaltungsfachmann auf und stellt sich gegen den Mann, dem er seit Amtseinführung unterwürfigst gar zu gerne jeden Wunsch auf Kosten der Stadt erfüllt hätte und hat.
Ein Gremium von Spesenrittern, das sich mit Begeisterung von Posten und Titeln schmücken ließ, gab zwei Jahre lang kollektiv den Abnickverein, ohne auch nur ein einziges Mal eine Frage zu stellen oder gar auf eine Antwort zu beharren.
Und was wollen diese nun mit dem Dolche?
Die Titanic Bistum Limburg ist auf den Eisberg gelaufen – und es ist die Erste Klasse, die in die wenigen Rettungsboote drängt. Die Mittäter kraft Unterlassung sind es ausgerechnet, die nun am lautesten brüllen und es in einem Fall innerhalb eines einzigen Satzes schaffen, das gesamte Angebot an juristischen und medizinischen Deutungen des bischöflichen Handelns und/oder psychischen Zustandes zur freien Auswahl zu präsentieren.
Aber sie selbst, sie sind ohne jede Schuld. 
Und so fliegen sie nun, die Steine.
Der Einsame vom Dompalast ist ganz sicher kein angenehmer Mensch. Seine Prunk, seine Arroganz, seine Herrschsucht und weltfremde Hybris offenbaren massive Charakterschwächen, die die meisten Menschen nicht in ihrem Freundeskreis finden wollen.
Doch was immer hoch oben über Limburg geschehen ist, eines ist sicher: EIN einzelner Mann wäre ohne aktive und passive Unterstützung von Vielen an den Schaltstellen niemals in der Lage gewesen, all das aus- und anzurichten.
Dass es nun genau diese potentiellen Mittäter und Mitwisser sind, die sich um die Plätze in der ersten Reihe der Verfolger drängen, ist psychologisch sicher nachvollziehbar und zutiefst menschlich. Im negativsten Sinne.
Christlich jedoch ist es nicht.
Ganz bestimmt nicht.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Das große PLUS: Bischöfliche Zwischenbilanz

Die "+"-Tasten der Rechner wurden offenbar eifrig und mit sich beharrlich steigerndem Grauen gedrückt, als der Verwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls versuchte, eine Zwischenbilanz bezüglich der Baukosten der Bistumsleiterzweizimmerwohnung zu ziehen. Jenes erlesene Geheimgremium befasste sich also damit, das als Einziges Kenntnis über die Vermögenslage des jeweils aktuellen Stellvertreters des Stellvertreters des Schöpfers an sich hat. Oder haben soll, wie die staunende Öffentlichkeit nun erfährt, denn man zeigt sich überrascht über die Summe, die ausgeworfen wurde.
31 Millionen Euro.
31.000.000,00 €
Zehnmal soviel, wie bei einer allerersten Kostenschätzung verkündet wurde - und bereits DIESE hatte für erheblichen Unmut und Proteste innerhalb der Diözese gesorgt.
Nun verkündeten die Schatzmeister des Bischofs also (angeblich gegen dessen erklärten Willen, obwohl er genau diese Öffentlichkeit noch vor wenigen Wochen fest versprochen hatte), wie unendlich viel teurer Bambis Palast geworden ist. Vorerst. Betrachtet man die klerikale Salamitaktik der Informationsdistribution, muss man davon ausgehen, dass in irgendwelchen Ecken sicher noch weitere, bis dato unbekannte Rechnungen liegen oder andere noch gar nicht gestellt wurden.
31 Millionen sind es nun also. Soweit. 
Das ist eine Summe, die das reale Vorstellungsvermögen der meisten Menschen überschreitet. Vielleicht nähert man sich dieser am besten wie folgt an. Setzt man nur einen akuellen Tagesgeldsatz von 1,5% an, dann würde diese Summe pro Jahr Zinsen in Höhe von 465.000,-- Euro bringen. Pro Tag wären das 1.273,97 Euro, also mehr als sehr viele Menschen, die jeden Tag 8 Stunden und mehr wirklich hart arbeiten, pro Monat im Geldbeutel haben. Und das sind, wie gesagt, nur die Zinsen.
Sich selbst im Weg: Klerikaler Schiefer und Berichterstattung
Woher diese 31 Millionen Silberlinge am Ende des Tages und der Zahlungsfristen eigentlich kommen sollen und werden, darüber schweigt man sich indessen aus. Es scheint aber da zu sein. Geld. Säckeweise.
Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf die Vermögenslage des Bistums an sich, das sich bei jeder Gelegenheit bettelarm rechnet und auf staatliche Alimentation in jeder Hinsicht pocht und sich darauf verlassen kann, dass Staat und Stadt willfährig und in vorauseilendem Gehorsam die eigene, eigentlich leere Kasse öffnen.
Man braucht nur den Blick ein wenig am Dom vorbei schweifen zu lassen und sieht das Schloss, das nun mit Millionenaufwand ausschließlich als Stimm- und Mannschaftstrainingszentrum für klerikale musikalische Gruppen hergerichtet wird.
Bambi hat sich sicher schon auf die vielen glockenklaren Stimmen gefreut, die viel häufiger erklingen soll(t)en, sobald er in Gold und Seide gehüllt seiner Passion nachkommt, dem Inszenieren seiner selbst im Rahmen einer Liturgie.
Doch die Wahrscheinlichkeit, dass er nach diesen vorerst letzten (und ihn selbst erschütternden, heißt es) Entwicklungen noch das Weihnachtsfest in Limburg erlebt, scheint weiter rapide zu sinken.
Wie man hört, hat er alle öffentlichen Termine abgesagt.
Der Unbeteiligte fragt sich, wie man ihn im Fall eines Falles und des Demission aus seinem Bunker herausbekommt, wenn er sich dort hinter seinen Panzersperren verbarrikadiert und sich verzweifelt an die Schatztruhen krallt.
Schickt der Papst dann die Schweizer Garde?

Freitag, 4. Oktober 2013

Bistum Limburg: Vielflieger fliegt



Eigentlich war es seine Aufgabe, das Bistum zu führen, aber offenbar umfasst dieses nach seiner Auffassung den gesamten Himmel. Wie wäre sonst zu erklären, dass der noch bis Jahresende amtierende Generalvikar (die Betonung liegt dabei, schenkt man Untergebenen Glauben, auf „General“) seine Amtsgeschäfte wohl überwiegend vom Flugzeug aus führte? Jedenfalls in einem solchen Maß, dass er durch (selbstredend) rein privat erflogene Bonusmeilen zwei Erster Klasse Upgrades für seinen zu dem Zeitpunkt noch Männerfreund Bambi T. v. E. und sich selbst auf der inzwischen berühmten und eher unheiligen Reise nach Indien aus seinem Entfernungspunkte-Pool spendieren konnte.
Hinrichtung im Schatten des Doms
Was in bischöflicher Lesart dann jedoch nie stattgefunden hatte, wie beeidet wurde.
Nun fliegt er also noch einmal, doch diesmal aus dem Amt. Miles & More gibt es dafür nicht. Denn er wird, um ein Bild aus einem anderen Reisegenre zu wählen, über die Reling geschubst und zum Jahr 2014 versenkt.
Ballast über Bord, könnte man sagen oder: Ein Bauernopfer.
Der nominell für Bauexzesse, Weltreisen, Mitarbeitererniedrigung und Haushalten mit der doppelseitigen Axt Zuständige ist sicher nicht das Unschuldslamm und der presseverfolgte Heilige, als den er sich traditionell hingestellt hat.
Aber er hat(te) einen großen Vorgesetzten, dem er immer wieder und gerne in teils vorauseilendem Gehorsam mit im Bistum exzeptionellem Eifer zu Diensten war.
Gedankt wird es ihm von seinem Befehlshaber nun nicht. Der Schwarze Peter ist in seiner Hand gelandet – und die Karten sind so gezinkt, dass der Mitspieler ihn sicher nicht zurück erhält. Wären die Umstände andere, könnte man das Ganze als das Resultat der Erkenntnis betrachten, dass es so und vor allem mit diesem Mann nicht weitergehen kann. Doch darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, den eigenen Kopf zu retten und zu dem Zweck musste einfach irgendwas unternommen werden, das wenigstens von außen wie eine Veränderung aussieht. 
Ob es aber hilfreich ist, ausgerechnet den allerletzten Getreuen nun als Dank für seine Loyalität zu skalpieren?
Die Zeit wird es weisen. 
Nach wie vor stehen zwei nicht unwesentlicheVeranstaltungen bzw. Entscheidungen an, auf die der Einsame vom Dombergpalast absolut keinen Einfluss hat. 
Die Untersuchungskommission zur Finanzierung des Prunkbaus besteht nicht nur aus Kreuzträgern sondern auch aus externen Fachleuten, die nicht Kraft Kirchenrecht Untergebene des Millionenprassers sind. Dem Vernehmen nach haben alle ihre Taschenrechner dabei und wissen, wo die "+" Taste zu finden ist.
Und dann war da noch der Bescheid der Staatsanwaltschaft Hamburg, der schon seit einer Woche überfällig ist. 
Man kann nur vermuten, in welche Richtung dieser gehen wird, doch wer sich mit Strafrecht auch nur ein klein wenig befasst hat weiß, dass zu einer bedingungslosen Einstellung eines Ermittlungsverfahrens alles Mögliche erforderlich ist. Nur eben keine abschließende Stellungnahme der Anwälte der Verdächtigen. Und damit so lange zu zögern, eine Einstellung und damit Entlastung des Betreffenden zu verkünden, gibt es einerseits keinen Grund, andererseits ist der zu Unrecht Verdächtige zu schützen, indem man eine solche Entscheidung so schnell wie möglich bekanntgibt.
Aber nichts davon ist passiert.
Bis heute.
So oder so, das Bistum Limburg kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen.
Den Ersten hat es nun erwischt.
Doch der Fisch stinkt auch dann noch vom Kopf her, wenn man den Schwanz abgeschnitten hat.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Licht ins Dunkel bringen - mit dem Geld aus dem Altstadtfestskandal!



„Unkostenbeitrag“ heißen in der Lesart des Veranstalters nach wie vor die illegal erlangten Gelder, die den Besuchern des Altstadtfestes mit Drohung von Gewalt abgepresst wurden. Von Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden völlig unbeeindruckt, kündigen die nach wie vor unkontrolligt Agierenden und Amtierenden nun an, dass die Beute aus den mutmaßlichen Straftaten rund um die rechtswidrige Sperrzone Altstadt dafür verwendet werden soll, einen Teil der Illumination der Veranstaltung „Nacht der Lichter“ zu zahlen, die am kommenden Mittwoch auf Donnerstag droht. Ein Teil der Beute für einen Teil der BEleuchtung. Auf eine ERleuchtung muss man wohl noch länger warten.
Lampe böse
Das, was noch von dem Geld übrig ist, scheint also nicht dafür zu reichen, alle Zusatzlampen zu betreiben, die (warum auch immer) erforderlich sein sollen, um die Altstadt, die von öffentlicher Straßenbeleuchtung sowie den Schaufenstern der nächtlich geöffneten Läden sowieso beschienen wird, noch weiter zu erhellen.
Diese Information könnte Menschen, die der Grundrechenarten mächtig sind, ein klein wenig wundern.
Nach Angaben des Veranstalters selbst haben 20.000 Menschen sich die „Eintrittsgelder“ abpressen lassen.
Dies ergibt eine Summe von 50.000,-- €. Veranschlagt man die Kilowattstunde großzügig mit 0,30€, ergibt dies 166.666 KW/h.
Lampe gut
Ist man nun weiter sehr, sehr großzügig und rechnet einen Zeitraum für die Beleuchtung von 18 bis 02:00 Uhr, also 8 Stunden, dann stünden pro Stunde 20.833 KW zur Nutzung zur Verfügung.
Da inzwischen 100 Watt Glühlampen verboten sind, nehmen wir einmal Energiesparleuchten mit 23 W als Maßstab, die in der Leuchtkraft einer 100er Birne entsprechen. Mit 1000 Watt kann man 43 dieser Lampen eine Stunde lang betreiben. Mit dem „eingenommenen“ Geld 20.833mal.
Das ergibt insgesamt eine Zahl von 905.797 (in Worten: neunhundertfünftausendsiebenhundertsiebenundneunzig) Leuchtmitteln, die man in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag 8 (in Worten: acht) Stunden lang betreiben könnte, wenn man die gesamte Beute aus dem Raubzug gegen die Besucher des Altstadtfestes dazu nutzt.
Eine knappe MILLION möglicher Leuchten für eine große Nacht der Lichter!
Wenn in der betreffenden Nacht nur 1% davon wirklich in Betrieb sein werden, wären es schon sehr, sehr viele! 9000 Birnen müssen erstmal geschraubt werden.
Und nicht einmal für die Finanzierung dieses einen Prozents des Möglichen ist dem Vernehmen nach genug Geld übrig geblieben, um dieses vollständig zu zahlen?
Da fragt sich doch derjenige, dem die Grundrechenarten geläufig sind: Wo ist das Geld denn geblieben, wenn es nicht einmal mehr für diese Ausgabe aus der Portokasse ausreicht?
Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Veranstalters soll auch diese Frage angesprochen worden sein.
Eine Antwort darauf wollte, wie man hört, niemand geben.

Freitag, 27. September 2013

Autobahnbrücke oder: Wer zu spät spricht, den bestraft die Privatwirtschaft



Mist. Mist, Mist, Mist, Mist! Hätte ich doch! Aber nein, da denkt man, auf so etwas kommt sowieso kein Mensch. Lass Dir Zeit, recherchiere noch ein wenig mehr, sprich mit Statikern, fahre endlich nach Mainz und mach noch ein paar schöne Bilder, wenn Du schon kaum welche lizenzfreie im Netz findest – und dann präsentierst Du die Idee, die Du ja schon im Gartenschaubeitrag angedeutet hast, schön groß als Überraschung in deinem Blog.
Und jetzt das!
Pleite auf der ganzen Linie.
Durch eine der bekannten und beliebten Hinterzimmerindiskretionen ist vorzeitig bekannt geworden, dass es ein Unternehmen gibt, das die alte Autobahnbrücke von Limburg vor dem Abriss retten will und stattdessen darauf bauen. Häuser, Wohnungen, Büros, Hotels, was weiß ich.
Es ist nicht ganz diese Idee, die ich als die eierlegende Wollmilchsau der Lösungen an sich präsentieren wollte, aber die Richtung stimmt.
Demnächst die BrückenSTADT?
Nach Fertigstellung der neuen Autobahnbrücke sollte die alte in einer mehrjährigen Semtex- und Presslufthammerdauerbeschallungsterroraktion in mundgerechte Portionen zerkleinert werden. Für zum jetzigen Zeitpunkt veranschlagte 4 Millionen Euro.
Eigentlich eine Schande, dachte ich. Etwas zu zerstören, das grundsätzlich intakt ist. Nur eben für die einmal konzipierte Nutzung nicht mehr so gut geeignet. Doch wenn keine Autos mehr darüber fahren sollten, heißt das ja noch lange nicht, dass die Brücke deswegen einstürzen würde.
In grauer Vorzeit lebte ich einmal in Mainz. Dort gab es nicht nur ein Bauwerk zwischen Rhein und Neustadt, sondern es gibt dieses noch immer und es nennt sich „Grüne Brücke“. Es handelt sich um eine Fußgängerüberführung, die die Hauptverkehrstraße überspannt und die, wie der Name schon sagt, im großen Stil gärtnerisch gestaltet ist.
Die Stadt Limburg sieht sich bemüßigt, die Bewerbung für eine Landesgartenschau zu betreiben, ohne über nennenswerte Grünflächen zu verfügen.
Aber was wäre denn, so mein Gedanke, wenn man nach Mainzer Vorbild die ehemalige Autobahnbrücke in ein grünes Paradies verwandeln würde. Nur eben 50 mal so groß?
Eine solche Aktion hätte eine große Zahl unmittelbarer und indirekter Vorteile.
Der Abriss an sich bliebe der Stadt erspart, der über Jahre hinaus für eine exzessive Lärmbelästigung sorgen würde. Limburg würde eine echte Attraktion erhalten, die man darüber hinaus beim Vorüberfahren im Zug und auf der Autobahn immer sehen würde und die alleine daraus die Neugier wecken würde. Das weltweit einzigartige Projekt könnte Limburg endlich einmal positiv in die Schlagzeilen bringen. Was bekanntlich zur Zeit kein Fehler wäre...
Für alle: Die Grüne Brücke in Mainz
Verkehrstechnisch gesehen, ist diese Brücke durch nichts zu überbieten. Sie ist beidseitig per Autobahn direkt zu erreichen. Es wäre kein Problem, die bestehenden Anbindungen einfach zu belassen, von Norden und Süden jeweils eine Auf- und Abfahrt zur neuen Brücke bzw A3 zu ergänzen und die übrigbleibenden Straßenflächen als Parkplätze für Busse und PKW einzurichten. Damit wäre eine Mehrbelastung an Verkehr für die sowieso infarktgefährdete Infrastruktur problemlos zu vermeiden, trotz wahrscheinlich riesiger Besucherzahlen.
Von der Brücke aus wäre der Bereich, der ggf. als einziger für die Gartenschau zu nutzen wäre, weil er abgesperrt und gestaltet werden könnte, nämlich der Greifenberg, problemlos zu erreichen. Für die Veranstaltungszeit könnte der Gesamtkomplex zu einer Einheit zusammengeschlossen und eingezäunt werden.
Auf der Brücke selbst könnte in unterschiedlichen Themengestaltungen gearbeitet werden und Gastronomie an verschiedenen Stellen platziert werden.
Nach dem Ende der Gartenschau würde Limburg eine große Attraktion behalten. Spielplätze, Beachvolleyball, Beachsoccer und Kunstrasenkleinfelder könnten integriert werden, um ein umfassendes Freizeitangebot für alle Altersgruppen anzubieten.
Die Finanzierung des Vorhabens wäre ebenfalls mit etwas Fantasie und Verhandlungsgeschick in weiten Teilen zu sichern.
Das Angebot an die Bundesrepublik Deutschland müsste lauten: Wir übernehmen als Stadt das Bauwerk vollständig. Aber dafür erhalten wir die Summe, die als Abrisskosten in der Kalkulation für den Neubau vorgesehen waren.
Die Idee, die Brücke nicht zu demolieren, ist meiner Ansicht nach in jedem Fall die richtige und müsste mit allem Nachdruck verfolgt werden. Ob es allerdings von Vorteil wäre, dieses Bauwerk gerade dem einen Privatinvestor auszuliefern, dessen persönliche, wirtschaftlichen Interessen bereits jetzt den städtischen Investitionshaushalt leersaugen, wäre eine Frage, die sich die Stadtverordneten stellen müssten. So sie denn überhaupt gefragt und nicht wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt werden, die sie abzunicken haben.
Das Fazit lautet für mich: Brücke erhalten unbedingt. Aber wenn, dann in einer Nutzung, die allen Limburger Bürgern zu Gute kommt und nicht nur den Interessen eines Einzelnen dient.